Enrich Workstream B (steps 3.1–3.3): fix variants, populate bodies, enrich guidance
040-situationAssessment: - Fix EPG guidance variant sky→amber, KPG principle variant amber→sky - Populate KPG principle body with evidence-backed content - Enrich methods guidance with detailed descriptions and inline refs - Improve einleitung hint (note: first process step, no prior reference) - Improve text hint (soziale Dimension) and footnote with book links - Enrich guidance.md with principles, method tips, text structure, EPG checklist - Fix typo 'erlutert' → 'erläutert' in EPG criteria - Update quality check footnote with EPG source link 050-analysis: - Fix EPG guidance variant sky→amber, KPG principle variant amber→sky - Populate KPG principle body with 4-step analysis procedure + evidence - Fix garbled text in forbidden-terms guidance box - Improve all method/hypothesen hints with richer guidance + required standards - Improve all footnotes with inline book links - Fix typo 'enthlt' → 'enthält' in EPG criteria - Enrich guidance.md with principles, method overview, hypothesis tips, EPG checklist - Improve index.jsonc subtitle and overview 060-diagnosis: - Fix EPG guidance variant sky→amber, KPG principle variant amber→sky - Populate KPG principle body with 5-step theoretical case analysis + evidence - Enrich allowed-terms guidance with Wirkungszusammenhänge explanation - Add emoji to einleitung footnote, improve hint with theory examples - Improve all theory/hypothesis/arbeitshypothese hints and footnotes - Update fallthematik-display hint and footnote with evidence links - Add footnote to quality check with EPG source - Substantially enrich guidance.md: principles, 5-step procedure, theory list, hypothesis tips, kooperatives Fallverstehen, full EPG checklist - Improve index.jsonc subtitle and overview
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parent
b4656fd49d
commit
9fbc846409
@ -2,17 +2,17 @@
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id: "situation-epg-guidance"
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type: "guidance-box"
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title: "EPG Qualitätskriterien"
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variant: "sky"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 160–182 (Kap. 8 Situationserfassung)"
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variant: "amber"
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footnote: "📋 EPG Ausführungsbestimmungen, Beurteilungskriterien Situationserfassung ([S. 7](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/7)) · Vgl. auch Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 8 ([S. 160–182](/book/arbeit/160))"
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**Erfassungsmethoden:** Nutze geeignete Methoden zur Situationserfassung – z. B. Erkundungsgespräche, Beobachtung (frei oder strukturiert) und Aktenstudium. Methodische Hilfsmittel wie Realitätsausschnitt, Strukturierungsraster und Leitfäden findest du im ([Buch S. 164](/book/arbeit/164)). Formen von Erkundungsgesprächen sind beschrieben im ([Buch S. 169](/book/arbeit/169)).
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**Erfassungsmethoden:** Nutze geeignete Methoden zur Situationserfassung – z. B. Erkundungsgespräche, Beobachtung (frei oder strukturiert) und Aktenstudium. Methodische Hilfsmittel wie Realitätsausschnitt, Strukturierungsraster und Leitfäden findest du im ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 165](/book/arbeit/165)). Formen von Erkundungsgesprächen sind beschrieben im ([S. 169](/book/arbeit/169)).
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**EPG-Bewertung (max. 10 Punkte):**
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- Auftragsklärung (Organisations- und klient*innenbezogener Auftrag) nachvollziehbar und differenziert (1.5 Punkte)
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- Relevante Aspekte der Vorgeschichte nachvollziehbar und prägnant festgehalten (1.5 Punkte)
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- Person differenziert beschreibend und ressourcenorientiert dargestellt (1.5 Punkte)
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- Gegenwärtige Situation differenziert und nachvollziehbar festgehalten (1.5 Punkte)
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- Vorläufige Themen deutlich benannt und erlutert (1.5 Punkte)
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- Vorläufige Themen deutlich benannt und erläutert (1.5 Punkte)
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- Erfassungsmethode(n) benannt; Herkunft der Informationen ersichtlich; kooperativ und mehrperspektivisch erfasst (1.5 Punkte)
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- Fallsituation insgesamt nachvollziehbar dargestellt (1 Punkt)
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@ -1,7 +1,16 @@
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id: "situation-kpg-principle"
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type: "guidance-box"
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title: "KPG-Prinzip"
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variant: "amber"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162 (Aufgaben und Vorgehen)"
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title: "KPG-Prinzip: Situationserfassung"
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variant: "sky"
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footnote: "📚 Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 8 — Aufgaben und Vorgehen ([S. 162](/book/arbeit/162)), Ressourcenorientierung ([S. 164](/book/arbeit/164))"
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**Leitmotiv:** «So viel wie möglich sehen – so wenig wie möglich verstehen» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 163](/book/arbeit/163)). Informationen werden mit einer Haltung der Offenheit und Unvoreingenommenheit erfasst.
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**Aufgabe:** Die wichtigsten Informationen zum Fall und seinem Kontext zusammentragen, um sich ein erstes Bild der Fallsituation zu machen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162](/book/arbeit/162)). Die Situationserfassung ist zugleich eine kontinuierliche Aufgabe — sie wird im Verlauf des Unterstützungsprozesses immer wieder aktualisiert.
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**Ressourcenorientierung:** Der professionelle Blick richtet sich gezielt auf das Positive und Vorhandene — mindestens 60 % der Personenbeschreibung sollen ressourcenorientiert sein ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 164](/book/arbeit/164)).
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**Kooperation:** Die Zusammenarbeit mit dem Klient*innensystem ist unabdingbar. Gemeinsames Suchen nach Informationen ist zugleich eine erste Intervention ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 164](/book/arbeit/164)).
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**Trennschärfe:** Unterscheide konsequent zwischen Information und Bewertung, zwischen objektiven Daten und subjektiven Geschichten, zwischen personenbezogenen Informationen und solchen zur Lebenssituation ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 163](/book/arbeit/163)).
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@ -3,10 +3,10 @@ id: "situation-methods-guidance"
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type: "guidance-box"
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title: "Erfassungsmethoden"
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variant: "sky"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 165–182"
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footnote: "📚 Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 8.4–8.6 ([S. 169–182](/book/arbeit/169)). Methodische Hilfsmittel ([S. 165](/book/arbeit/165))"
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Drei klassische Methoden zur Situationserfassung – kombiniere sie für ein multiperspektivisches Bild:
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1. **Erkundungsgespräche** – formelle und informelle Gespräche mit Klient*in, Angehörigen und Fachpersonen ([Buch S. 169](/book/arbeit/169))
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2. **Beobachtung** – freie oder strukturierte Fremdbeobachtung im Alltag; nutze einen Beobachtungsbogen zur Konkretisierung ([Buch S. 173](/book/arbeit/173))
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3. **Aktenstudium** – reflektierte, fokussierte Erfassung aus bestehenden Berichten und Dokumenten ([Buch S. 180](/book/arbeit/180))
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1. **Erkundungsgespräche** – Formelle und informelle Gespräche mit Klient*in, Angehörigen und Fachpersonen. Nutze offene Impulsfragen und aufmerksames Zuhören. Das narrative Interview bietet einen direkten Zugang zur subjektiven Erlebenswelt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 169–171](/book/arbeit/169)).
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2. **Beobachtung** – Freie oder strukturierte Fremdbeobachtung im Alltag ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 174](/book/arbeit/174)). Entwickle fallspezifische Beobachtungsbogen: Vorinformationen, Themen, Hypothesen vergegenwärtigen, dann Thema, Fragestellung und Ziel festlegen ([S. 177](/book/arbeit/177)).
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3. **Aktenstudium** – Reflektierte, fokussierte Erfassung aus Berichten, Gutachten, Hilfeplänen. Beachte: Akten sind Konstruktionen — bleibe offen und bilde keine Vorurteile ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 181](/book/arbeit/181)).
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "situation-einleitung"
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type: "markdown"
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title: "Einleitungsabsatz"
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hint: "Beschreibe das Ziel der Situationserfassung (ein Bild der Fallsituation erhalten), den gewählten Realitätsausschnitt und die eingesetzten Erfassungsmethoden (Erkundungsgespräche, Beobachtung, Aktenstudium). Nenne, mit wem du kooperiert hast."
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 160–162"
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hint: "Beschreibe das Ziel der Situationserfassung (ein Bild der Fallsituation erhalten), den gewählten Realitätsausschnitt und die eingesetzten Erfassungsmethoden (Erkundungsgespräche, Beobachtung, Aktenstudium). Nenne, mit wem du kooperiert hast. Hinweis: Dies ist der erste Prozessschritt — es gibt keinen «Bezug zum vorherigen Schritt»."
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footnote: "📚 Aufgaben und Vorgehen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162](/book/arbeit/162)). Leitmotiv: «So viel wie möglich sehen – so wenig wie möglich verstehen» ([S. 163](/book/arbeit/163))"
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***Ziel des Prozessschrittes***
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "situation-text"
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type: "markdown"
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title: "Situationserfassung"
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hint: "Fundierte, beschreibende Darstellung der Fallsituation. Gliedere in: Auftragsklärung (Organisations- und Klient*innenauftrag), Vorgeschichte (Biografie, soziales Umfeld), Person (beschreibend, ressourcenorientiert, min. 60 %), gegenwärtige Situation und vorläufige Themen. Nur beschreiben, nicht bewerten – keine Interpretationen! Mache bei jeder Information die Quelle (Gespräch, Beobachtung, Akte) kenntlich. (EPG: max. 10 Punkte)"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162–165"
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hint: "Fundierte, beschreibende Darstellung der Fallsituation. Gliedere in: Auftragsklärung (Organisations- und Klient*innenauftrag), Vorgeschichte (Biografie, soziales Umfeld), Person (beschreibend, ressourcenorientiert, min. 60 %), gegenwärtige Situation und vorläufige Themen. Nur beschreiben, nicht bewerten – keine Interpretationen! Mache bei jeder Information die Quelle (Gespräch, Beobachtung, Akte) kenntlich. Erfasse stets auch die ‹soziale Dimension› – Lebenssituation und soziale Integration. (EPG: max. 10 Punkte)"
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footnote: "📚 Strukturierung ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162–165](/book/arbeit/162)). Realitätsausschnitt ([S. 165](/book/arbeit/165)), Ressourcenorientierung ([S. 164](/book/arbeit/164)), Soziale Dimension ([S. 164](/book/arbeit/164))"
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***Auftrag***
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@ -3,7 +3,7 @@ id: "situation-quality-check"
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type: "guidance-box"
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title: "Qualitätsprüfung: Situationserfassung"
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variant: "slate"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 182 (Reflexion des Prozessschrittes)"
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footnote: "<EFBFBD> EPG Ausführungsbestimmungen ([S. 7](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/7)) · Reflexion des Prozessschrittes ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 182](/book/arbeit/182))"
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Bevor du zur Analyse übergehst, prüfe anhand der EPG-Kriterien (max. 10 Punkte):
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@ -1,15 +1,31 @@
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Ziel ist es, ein fundiertes Bild der Fallsituation zu erstellen. Erfasse methodisch die wichtigsten Informationen zu Auftrag, Person, Vorgeschichte und aktueller Situation. Fokussiere auf multiperspektivische Erfassung und klient*innenspezifische Kooperation. EPG-Bewertung: max. 10 Punkte. Leitsatz: «Möglichst viel sehen – möglichst wenig verstehen.» ([Buch S. 159](/book/arbeit/159))
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Ziel ist es, ein fundiertes Bild der Fallsituation zu erstellen. Erfasse methodisch die wichtigsten Informationen zu Auftrag, Person, Vorgeschichte und aktueller Situation. Fokussiere auf multiperspektivische Erfassung und klient*innenspezifische Kooperation. EPG-Bewertung: max. 10 Punkte. Leitsatz: «Möglichst viel sehen – möglichst wenig verstehen» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 163](/book/arbeit/163)).
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### Zentrale Prinzipien
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- **Trennschärfe:** Unterscheide konsequent zwischen Information (Fakten) und Bewertung (Interpretation) — in der Situationserfassung wird ausschliesslich beschrieben, nicht erklärt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 163](/book/arbeit/163)).
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||||
- **Ressourcenorientierung:** Der professionelle Blick richtet sich auf Stärken und Vorhandenes — mindestens 60 % der Personenbeschreibung sollen ressourcenorientiert sein ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 164](/book/arbeit/164)).
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||||
- **Kooperation:** Gemeinsames Suchen nach Informationen ist zugleich eine erste Intervention ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 164](/book/arbeit/164)).
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||||
- **Realitätsausschnitt:** Leite aus dem Organisationsauftrag ab, welche Informationen zu erheben sind und welche zunächst nicht ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 165](/book/arbeit/165)).
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||||
- **Drei Auftragsebenen:** Professionsauftrag, Organisationsauftrag, klient*innenbezogener Auftrag ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 160](/book/arbeit/160)).
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||||
- **Kontinuierliche Aufgabe:** Die Situationserfassung ist nie endgültig abgeschlossen — sie wird im Verlauf stets aktualisiert ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 162](/book/arbeit/162)).
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### Methodentipps
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- **Erkundungsgespräche:** Formelle und informelle Gespräche; nutze offene Fragen ([Buch S. 169](/book/arbeit/169))
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- **Beobachtung:** Strukturiere mit einem Beobachtungsbogen – Thema, Fragestellung, Ziel festlegen ([Buch S. 176](/book/arbeit/176))
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||||
- **Aktenstudium:** Reflektiert und fokussiert; überlege vorher, welche Informationen du suchst ([Buch S. 180](/book/arbeit/180))
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||||
- **Erkundungsgespräche:** Formelle und informelle Gespräche mit Klient*in, Angehörigen und Fachpersonen. Nutze offene Impulsfragen und aufmerksames Zuhören. Das narrative Interview bietet direkten Zugang zur subjektiven Erlebenswelt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 169–171](/book/arbeit/169)).
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||||
- **Beobachtung:** Strukturiere mit einem Beobachtungsbogen — vergegenwärtige zunächst Vorinformationen, Themen und Hypothesen, dann lege Thema, Fragestellung und Ziel fest ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 177](/book/arbeit/177)). Beobachtungsbogen können schrittweise weiterentwickelt werden — von freier über themenspezifische bis hin zu codierter Beobachtung ([S. 179](/book/arbeit/179)).
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||||
- **Aktenstudium:** Reflektierte und fokussierte Erfassung aus schriftlichen Unterlagen. Beachte: Akten sind Konstruktionen — bleibe offen, bilde keine Vorurteile ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 181](/book/arbeit/181)).
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### Checkliste
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- Auftragsklärung: Organisations- und klient*innenbezogener Auftrag differenziert (1.5 P.)
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- Vorgeschichte: relevante Aspekte prägnant festgehalten (1.5 P.)
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- Person: beschreibend und ressourcenorientiert, min. 60 % Ressourcen (1.5 P.)
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||||
- Gegenwärtige Situation: differenziert und nachvollziehbar (1.5 P.)
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||||
- Vorläufige Themen: deutlich benannt und erläutert (1.5 P.)
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||||
- Erfassungsmethoden: benannt, Herkunft ersichtlich, mehrperspektivisch (1.5 P.)
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||||
- Gesamtbild: Fallsituation nachvollziehbar dargestellt (1 P.)
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### Gliederung des Textfeldes
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1. **Auftragsklärung** — Organisationsauftrag, klient*innenbezogener Auftrag, Einweisungsgrund
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2. **Vorgeschichte** — Biografie, soziales Umfeld, relevante biografische Verlaufsdaten
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3. **Person** — Beschreibend und ressourcenorientiert (min. 60 %!), Fähigkeiten vor Schwierigkeiten
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4. **Gegenwärtige Situation** — Veränderungen, Besonderheiten, aktueller Stand
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||||
5. **Vorläufige Themen** — Deutlich benennen und erläutern (werden in der Analyse weiterbearbeitet)
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### EPG-Checkliste (max. 10 Punkte)
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- [ ] Auftragsklärung: Organisations- und klient*innenbezogener Auftrag nachvollziehbar und differenziert (1.5 P.)
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- [ ] Vorgeschichte: relevante Aspekte prägnant und nachvollziehbar festgehalten (1.5 P.)
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||||
- [ ] Person: differenziert beschreibend und ressourcenorientiert dargestellt, min. 60 % (1.5 P.)
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||||
- [ ] Gegenwärtige Situation: differenziert und nachvollziehbar (1.5 P.)
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||||
- [ ] Vorläufige Themen: deutlich benannt und erläutert (1.5 P.)
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||||
- [ ] Erfassungsmethoden: benannt, Herkunft der Informationen ersichtlich, kooperativ und mehrperspektivisch (1.5 P.)
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||||
- [ ] Gesamtbild: Fallsituation insgesamt nachvollziehbar dargestellt (1 P.)
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||||
- [ ] Trennschärfe: Beschreibung konsequent von Bewertung getrennt
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@ -2,15 +2,15 @@
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id: "analysis-epg-guidance"
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type: "guidance-box"
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title: "EPG Qualitätskriterien"
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variant: "sky"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 187–224 (Kap. 9 Analyse)"
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||||
variant: "amber"
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footnote: "📋 EPG Ausführungsbestimmungen, Beurteilungskriterien Analyse ([S. 8](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/8)) · Vgl. auch Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 9 ([S. 187–224](/book/arbeit/187))"
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||||
**Analysemethoden:** Wähle geeignete Methoden zur Strukturierung und Analyse der erfassten Daten – z. B. Genogramm, Zeitstrahl/biografischer Zeitbalken, Netzwerkkarte, Kompetenzanalyse, Ressourcen-/Problemanalyse, Lebensbereichanalyse. Eine Übersicht der Notationssysteme findest du im ([Buch S. 199](/book/arbeit/199)) und zur Netzwerkkarte im ([Buch S. 206](/book/arbeit/206)).
|
||||
**Analysemethoden:** Wähle geeignete Methoden zur Strukturierung und Analyse der erfassten Daten – z. B. Genogramm, Zeitstrahl/biografischer Zeitbalken, Netzwerkkarte, Kompetenzanalyse, Ressourcen-/Problemanalyse, Lebensbereichanalyse. Eine Übersicht der Notationssysteme findest du im ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 200](/book/arbeit/200)) und zur Netzwerkkarte im ([S. 207](/book/arbeit/207)).
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||||
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||||
**EPG-Bewertung (max. 9 Punkte):**
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||||
- Analysemethode(n) passend gewählt, Wahl begründet, korrekt und fachlich fundiert erläutert (1.5 Punkte)
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||||
- Kooperation differenziert und konkret dargestellt (1.5 Punkte)
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||||
- Analyse enthlt relevante und vertiefende Aspekte (1.5 Punkte)
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||||
- Analyse enthält relevante und vertiefende Aspekte (1.5 Punkte)
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||||
- Konstatierende Hypothesen schlüssig abgeleitet, korrekt formuliert und gewichtet (1.5 Punkte)
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||||
- Fallthematik präzise und schlüssig formuliert; passende Grundlage für die Diagnose (3 Punkte)
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||||
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@ -1,7 +1,18 @@
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||||
id: "analysis-kpg-principle"
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type: "guidance-box"
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||||
title: "KPG-Prinzip"
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variant: "amber"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 187–191"
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||||
title: "KPG-Prinzip: Analyse"
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||||
variant: "sky"
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||||
footnote: "📚 Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 9 — Aufgabe und Vorgehen ([S. 190](/book/arbeit/190)), Methodenstandard ([S. 227](/book/arbeit/227))"
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---
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||||
**Zweck der Analyse:** Die Analyse dient der Klärung — ihr zentraler Zweck ist die Bestimmung der **Fallthematik**: «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 190](/book/arbeit/190)). Komplexität wird zunächst erweitert (Datenerhebung), anschliessend reduziert (Auswertung).
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||||
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||||
**Vorgehen in 4 Schritten:**
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||||
1. Wahl geeigneter Analysemethoden
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||||
2. Datenerhebung (Auslegeordnung) — Einschätzungen, Bewertungen, Beurteilungen verschiedener Beteiligter einholen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 188](/book/arbeit/188))
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||||
3. Auswertung mittels konstatierender Hypothesen
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||||
4. Herausarbeiten der Fallthematik ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191))
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||||
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||||
**Methodenstandard:** Mindestens zwei Analysemethoden einsetzen, davon mindestens eine, die die Einschätzungen der Klient*innen direkt aufnimmt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 227](/book/arbeit/227)).
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||||
|
||||
**Konstatierende Hypothesen:** Fassen zusammen, WAS festgestellt wurde — beschreibend, nicht erklärend. Es geht um Probleme und Risiken ebenso wie um individuelle und soziale Ressourcen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191)).
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||||
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@ -3,8 +3,8 @@ id: "analysis-forbidden-terms"
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type: "guidance-box"
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title: "In der Analyse VERBOTEN:"
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variant: "rose"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191 (Vorgehen: konstatierend, nicht erklärend)"
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footnote: "⚠️ Konstatierende Hypothesen beschreiben WAS ist, nicht WARUM. Erklärende Begriffe gehören erst in die Diagnose ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191))."
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||||
Analyse beschreibt, was IST (konstatierend), nicht warum. Konstatierende Hypothesen fassen zusammen, WAS festgestellt ohne Ursachenerklärung. Erklärungen gehören erst in die Diagnose.wurde
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Die Analyse beschreibt, was IST (konstatierend), nicht warum. Konstatierende Hypothesen fassen zusammen, WAS festgestellt wurde — ohne Ursachenerklärung. Erklärungen gehören erst in die Diagnose (Prozessschritt 3.3).
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||||
|
||||
weil • ❌ deshalb • ❌ damit • ❌ um zu • ❌ daher • ❌ aufgrund
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❌ weil • ❌ deshalb • ❌ damit • ❌ um zu • ❌ daher • ❌ aufgrund
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "analysis-einleitung"
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type: "markdown"
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title: "Einleitungsabsatz"
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hint: "Beschreibe das Ziel der Analyse (Auslegeordnung, Strukturierung, Bewertung der erfassten Daten), den Bezug zur Situationserfassung und die gewählten Analysemethoden (z. B. Genogramm, Netzwerkkarte, Zeitstrahl). Begründe kurz, warum du diese Methoden gewählt hast."
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||||
footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 187–191"
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||||
hint: "Beschreibe das Ziel der Analyse (Auslegeordnung, Strukturierung, Bewertung der erfassten Daten), den Bezug zur Situationserfassung (welche vorläufigen Themen ergaben sich?) und die gewählten Analysemethoden (z. B. Genogramm, Netzwerkkarte, Zeitstrahl, Perspektivenanalyse). Begründe kurz, warum du diese Methoden fallbezogen gewählt hast."
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||||
footnote: "📚 Aufgabe und Vorgehen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 187–191](/book/arbeit/187)). Vier Schritte: Methodenwahl → Datenerhebung → Konstatierende Hypothesen → Fallthematik ([S. 191](/book/arbeit/191))"
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***Ziel des Prozessschrittes***
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "analysis-methode-1"
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type: "markdown"
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title: "Analysemethode 1"
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hint: "Wähle ein Notationssystem (z. B. Genogramm, Zeitstrahl, Netzwerkkarte, Kompetenzanalyse, Ressourcen-/Problemanalyse) und begründe die Wahl fallbezogen. Beschreibe die kooperative Bearbeitung mit Klient*in oder Beteiligten. Halte die relevanten Aspekte und Erkenntnisse fest."
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 200–222 (Notationssysteme und Analysemethoden)"
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||||
hint: "Wähle ein Notationssystem oder eine Analysemethode (z. B. Genogramm, Zeitstrahl, Netzwerkkarte, Silhouette, Kompetenzanalyse, Perspektivenanalyse, Lebensbereichanalyse) und begründe die Wahl fallbezogen. Beschreibe die kooperative Bearbeitung mit Klient*in oder Beteiligten. Halte die relevanten Aspekte und Erkenntnisse fest. Mindestens eine Methode muss die Einschätzung der Klient*innen aufnehmen."
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||||
footnote: "📚 Notationssysteme ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 200](/book/arbeit/200)): Genogramm ([S. 200](/book/arbeit/200)), Zeitstrahl ([S. 204](/book/arbeit/204)), Netzwerkkarte ([S. 207](/book/arbeit/207)), Silhouette ([S. 205](/book/arbeit/205))"
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***Analysemethode***
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@ -2,7 +2,7 @@
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id: "analysis-hypothesen-1"
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type: "markdown"
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title: "Konstatierende Hypothesen (Methode 1)"
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hint: "Formuliere konstatierende Hypothesen: Was lässt sich aus der Analyse feststellen? Gewichte die Hypothesen nach Relevanz. Achtung: nur beschreiben, WAS ist – keine Ursachenerklärungen (kein ‹weil›, ‹deshalb›)."
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191 (konstatierende Hypothesen)"
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hint: "Formuliere konstatierende Hypothesen: Was lässt sich aus der Analyse feststellen? Gehe gedanklich auf eine Metaebene und halte Zentrales, Auffallendes, sich Widersprechendes oder Irritierendes fest. Gewichte die Hypothesen nach Relevanz. Achtung: nur beschreiben, WAS ist – keine Ursachenerklärungen (kein ‹weil›, ‹deshalb›)."
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||||
footnote: "📚 Konstatierende Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191)) — Vogelperspektive und Gewichtung ([Praxis, S. 111](/book/praxis/111))"
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---
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "analysis-methode-2"
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type: "markdown"
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title: "Analysemethode 2"
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hint: "Wähle eine zweite, ergänzende Analysemethode (z. B. Lebensbereichanalyse, Perspektivenanalyse, PRO-ZIEL-Basisdiagnostik) und begründe die Wahl. Beschreibe die kooperative Bearbeitung und halte relevante Aspekte fest."
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 194–222"
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hint: "Wähle eine zweite, ergänzende Analysemethode (z. B. Lebensbereichanalyse, Perspektivenanalyse, PRO-ZIEL-Basisdiagnostik, Kompetenzanalyse, Ressourcen-/Problemanalyse) und begründe die Wahl fallbezogen. Die zweite Methode soll einen anderen Aspekt beleuchten als die erste. Beschreibe die kooperative Bearbeitung und halte relevante Aspekte fest."
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||||
footnote: "📚 Perspektivenanalyse ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 194](/book/arbeit/194)), Kompetenzanalyse ([S. 214](/book/arbeit/214)), Lebensbereichanalyse ([S. 222](/book/arbeit/222)), PRO-ZIEL ([S. 211](/book/arbeit/211))"
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---
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***Analysemethode***
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@ -2,7 +2,7 @@
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id: "analysis-hypothesen-2"
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type: "markdown"
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title: "Konstatierende Hypothesen (Methode 2)"
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hint: "Formuliere konstatierende Hypothesen aus der zweiten Analysemethode. Gewichte sie nach Relevanz. Nur feststellen, WAS ist – keine Ursachenerklärungen."
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191"
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||||
hint: "Formuliere konstatierende Hypothesen aus der zweiten Analysemethode. Gehe auf die Metaebene: Was fällt auf? Was widerspricht sich? Was irritiert? Gewichte die Hypothesen nach Relevanz. Nur feststellen, WAS ist – keine Ursachenerklärungen. Bringe die Hypothesen in den Dialog mit Klient*innen."
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||||
footnote: "📚 Konstatierende Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191)) — Hypothesenarbeit in KPG ([Praxis, S. 110–112](/book/praxis/110))"
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@ -2,9 +2,9 @@
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id: "analysis-fallthematik"
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type: "markdown"
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title: "Fallthematik"
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hint: "Die Fallthematik ist das zentrale Ergebnis der Analyse – sie verdichtet alle konstatierenden Hypothesen zur Kernfrage: «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?» Formuliere sie präzise, theorieoffen (keine Erklärungen!) und so, dass sie eine passende Grundlage für die Diagnose bildet. EPG: 3 Punkte!"
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||||
hint: "Die Fallthematik ist das zentrale Ergebnis der Analyse – sie verdichtet alle konstatierenden Hypothesen zur Kernfrage: «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?» Formuliere sie präzise, theorieoffen (keine Erklärungen!) und so, dass sie eine passende Grundlage für die Diagnose bildet. Fasse dabei auch divergierende Einschätzungen und den Klärungsbedarf zusammen. EPG: 3 Punkte!"
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||||
centralQuestion: "\"Worum geht es in diesem Fall eigentlich?\""
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check: "Qualitätsprüfung: Ist es präzise? Ist es theorieoffen (keine Erklärungen)? Erfasst es die Essenz aus mehreren Perspektiven? Bildet es eine passende Grundlage für die Diagnose?"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191 (Fallthematik)"
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check: "Qualitätsprüfung: Ist es präzise? Ist es theorieoffen (keine Erklärungen)? Erfasst es die Essenz aus mehreren Perspektiven? Bildet es eine passende Grundlage für die Diagnose? Sind divergierende Einschätzungen benannt?"
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||||
footnote: "📚 Fallthematik ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191)) — Verdichtung der konstatierenden Hypothesen ([Praxis, S. 112](/book/praxis/112))"
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---
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||||
**Fallthematik**
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@ -3,7 +3,7 @@ id: "analysis-quality-check"
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type: "guidance-box"
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title: "Qualitätsprüfung: Analyse"
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variant: "slate"
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footnote: "📚 Vgl. Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 224 (Methodenreflexion)"
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||||
footnote: "<EFBFBD> EPG Ausführungsbestimmungen ([S. 8](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/8)) · Methodenreflexion ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 224](/book/arbeit/224))"
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||||
Bevor du zur Diagnose übergehst, prüfe anhand der EPG-Kriterien (max. 9 Punkte):
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@ -1,13 +1,45 @@
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Führe eine vertiefte Analyse mit praxisrelevanten Methoden durch. Analyse ist das «Scharnier» zwischen Datenerhebung und Verstehen – Informationen ordnen, bewerten und gewichten. EPG-Bewertung: max. 9 Punkte. Zentrales Ziel: Bestimmung der FALLTHEMATIK («Worum geht es in diesem Fall eigentlich?») ([Buch S. 186](/book/arbeit/186)).
|
||||
Führe eine vertiefte Analyse mit praxisrelevanten Methoden durch. Die Analyse ist das «Scharnier» zwischen Datenerhebung und Verstehen — Informationen ordnen, bewerten und gewichten. EPG-Bewertung: max. 9 Punkte. Zentrales Ziel: Bestimmung der **Fallthematik** — «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 190](/book/arbeit/190)).
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### Methodentipps
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- **Notationssysteme** (Genogramm, Zeitstrahl, Netzwerkkarte): Visualisieren Beziehungen, Biografien und Netzwerke ([Buch S. 199](/book/arbeit/199))
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- **Perspektivenanalyse:** Gemeinsam mit Beteiligten verschiedene Sichtweisen strukturiert zusammentragen ([Buch S. 193](/book/arbeit/193))
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||||
- **Kompetenzanalyse / Ressourcen-Problemanalyse:** Kompetenzen und Ressourcen systematisch erfassen ([Buch S. 213](/book/arbeit/213))
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||||
### Zentrale Prinzipien
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||||
- **Komplexität erst erweitern, dann reduzieren:** In der Datenerhebung gezielt neue Informationen (Einschätzungen, Bewertungen, Beurteilungen) einholen; in der Auswertung fachlich beurteilen und gewichten ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 190](/book/arbeit/190)).
|
||||
- **Methodenstandard:** Mindestens zwei Analysemethoden einsetzen, davon mindestens eine, die die Einschätzungen der Klient*innen direkt aufnimmt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 227](/book/arbeit/227)).
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||||
- **Konstatieren, nicht erklären:** In der Analyse wird festgestellt, WAS ist — nicht WARUM. Erklärungen gehören erst in die Diagnose ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191)).
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||||
- **Ressourcen und Probleme:** Die Analyse bezieht sich stets auf beides — Probleme/Risiken herausarbeiten UND individuelle/soziale Ressourcen erkennen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 190](/book/arbeit/190)).
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||||
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||||
### Checkliste
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- Methodenwahl fallbezogen begründet und korrekt erläutert (1.5 P.)
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- Kooperation differenziert und konkret dargestellt (1.5 P.)
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||||
- Relevante und vertiefende Aspekte erarbeitet (1.5 P.)
|
||||
- Konstatierende Hypothesen: schlüssig, korrekt, gewichtet (1.5 P.)
|
||||
- Fallthematik: präzise, schlüssig, Grundlage für Diagnose (3 P.)
|
||||
### Vorgehen in 4 Schritten
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||||
1. **Methodenwahl** — Geeignete Analysemethoden fallbezogen auswählen und begründen
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||||
2. **Datenerhebung** — Auslegeordnung: Einschätzungen, Bewertungen, Beurteilungen verschiedener Beteiligter einholen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 188](/book/arbeit/188))
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||||
3. **Auswertung** — Konstatierende Hypothesen bilden: Zentrales, Auffallendes, Widersprüchliches, Irritierendes festhalten und gewichten ([Praxis, S. 111](/book/praxis/111))
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||||
4. **Fallthematik** — Alle konstatierenden Hypothesen sichten, gewichten und zur Fallthematik verdichten ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 191](/book/arbeit/191))
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||||
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||||
### Methoden-Übersicht
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**Perspektivenanalyse (mit Beteiligten):**
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- MAP-Methode: Stärken, Bedürfnisse, Träume und Befürchtungen aller Beteiligten herausarbeiten ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 194](/book/arbeit/194))
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||||
- Arbeitshilfen nach von Spiegel: Tabellen für Situations- und Problemanalyse ([S. 196](/book/arbeit/196))
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||||
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||||
**Notationssysteme:**
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||||
- **Genogramm:** Familiäre Beziehungen darstellen; wird zum Analyseinstrument, wenn Probleme und Beziehungscharakter qualifiziert werden ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 200](/book/arbeit/200))
|
||||
- **Zeitstrahl / biografischer Zeitbalken:** Biografische Dimension fokussieren, zeitliche Abfolge veranschaulichen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 204](/book/arbeit/204))
|
||||
- **Silhouette / Drei-Häuser:** Selbstsicht der Person erfassen — für Kinder besonders geeignet ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 205](/book/arbeit/205))
|
||||
- **Netzwerkkarte:** Kontaktpersonen, Verteilung, Vernetzung darstellen — eines der verbreitetsten Instrumente ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 207](/book/arbeit/207))
|
||||
|
||||
**Weitere Methoden:**
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||||
- **PRO-ZIEL-Basisdiagnostik** (Heiner): Belastung in 7 Lebensbereichen, Klient*innen- vs. Expertensicht ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 211](/book/arbeit/211))
|
||||
- **Kompetenzanalyse** (Cassée): Standard in der Kinder- und Jugendhilfe der Schweiz ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 214](/book/arbeit/214))
|
||||
- **Ressourcen-/Problemanalyse:** Koordinatensystem nach individuellen/sozialen Ressourcen und Problemen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 218](/book/arbeit/218))
|
||||
- **Lebensbereichanalyse:** Zeitliche Dimensionen in aktuellen Lebensbereichen erfassen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 222](/book/arbeit/222))
|
||||
|
||||
### Tipps zu konstatierenden Hypothesen
|
||||
- Gehe gedanklich auf eine **Metaebene** (Vogelperspektive) und halte fest, was zentral, auffallend, widersprüchlich oder irritierend ist ([Praxis, S. 111](/book/praxis/111)).
|
||||
- Hilfsfragen je nach Methode: z. B. bei einer Netzwerkkarte → Wer steht nah, wer fern? Gibt es auffallende Konstellationen?
|
||||
- Bringe Hypothesen in den **Dialog mit Klient*innen** — Hypothesenvalidierung ist Teil der Kooperation ([Praxis, S. 112](/book/praxis/112)).
|
||||
- Kein «weil», «deshalb», «aufgrund» — nur feststellen, nicht erklären!
|
||||
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||||
### EPG-Checkliste (max. 9 Punkte)
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||||
- [ ] Methodenwahl fallbezogen begründet, korrekt und fachlich fundiert erläutert (1.5 P.)
|
||||
- [ ] Kooperation differenziert und konkret dargestellt (1.5 P.)
|
||||
- [ ] Relevante und vertiefende Aspekte erarbeitet (1.5 P.)
|
||||
- [ ] Konstatierende Hypothesen: schlüssig abgeleitet, korrekt formuliert und gewichtet (1.5 P.)
|
||||
- [ ] Fallthematik: präzise, schlüssig, Grundlage für Diagnose (3 P.)
|
||||
- [ ] Trennschärfe: Konstatierend beschrieben (WAS ist), nicht erklärt (WARUM)
|
||||
|
||||
@ -3,12 +3,12 @@
|
||||
"$schema": "https://kpg-app.ch/schema/step.schema.json",
|
||||
"stepId": "050-analysis",
|
||||
"title": "3.2 Prozessschritt Analyse",
|
||||
"subTitle": "Methodische Auslegeordnung, Strukturierung.",
|
||||
"subTitle": "Methodische Auslegeordnung, Strukturierung, konstatierende Hypothesen und Fallthematik.",
|
||||
"accentColor": "var(--color-step-2)",
|
||||
"status": "pending",
|
||||
"progress": 0,
|
||||
"labels": [
|
||||
"Wie geordnet?"
|
||||
],
|
||||
"overview": "Ausgehend von der gegenwärtigen Situation und der Datenerfassung wird anhand praxisrelevanter Analysemethode(n) eine Analyse durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse werden in konstatierenden Hypothesen zusammengefasst und gewichtet."
|
||||
"overview": "Ausgehend von der gegenwärtigen Situation und den vorläufigen Themen wird anhand praxisrelevanter Analysemethoden (min. 2) eine vertiefte Auslegeordnung vorgenommen. Die wichtigsten Erkenntnisse werden in konstatierenden Hypothesen zusammengefasst, gewichtet und zur Fallthematik verdichtet: «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?»"
|
||||
}
|
||||
|
||||
@ -1,20 +1,21 @@
|
||||
---
|
||||
id: "diagnosis-epg-guidance"
|
||||
type: "guidance-box"
|
||||
title: "3.3 Diagnose (max. 9 Punkte)"
|
||||
variant: "sky"
|
||||
title: "EPG Qualitätskriterien"
|
||||
variant: "amber"
|
||||
footnote: "📋 EPG Ausführungsbestimmungen, Beurteilungskriterien Diagnose ([S. 8](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/8)) · Vgl. auch Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 10 ([S. 232–273](/book/arbeit/232))"
|
||||
---
|
||||
|
||||
**Wahl geeigneter Wissensbestände** ([Buch S. 241](/book/arbeit/241)): Alle Theorien der Sozialen Arbeit und ihrer Nachbardisziplinen kommen in Frage — z. B.:
|
||||
- Kommunikation (z. B. Watzlawick, Schulz von Thun)
|
||||
- Entwicklung (z. B. Erikson, Piaget, Havighurst)
|
||||
- Bindung (z. B. Bowlby, Ainsworth)
|
||||
- Lebensbewältigung (z. B. Böhnisch)
|
||||
- Medizin (z. B. ICF, bio-psycho-soziales Modell)
|
||||
- Recht (z. B. KESB, Kindesschutz, Erwachsenenschutz)
|
||||
**Wahl geeigneter Wissensbestände** ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)): Alle Theorien der Sozialen Arbeit und ihrer Nachbardisziplinen kommen in Frage — z. B.:
|
||||
- Kommunikation (z. B. Watzlawick, Schulz von Thun)
|
||||
- Entwicklung (z. B. Erikson, Piaget, Havighurst)
|
||||
- Bindung (z. B. Bowlby, Ainsworth)
|
||||
- Lebensbewältigung (z. B. Böhnisch) — Fallbeispiel ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 249](/book/arbeit/249))
|
||||
- Medizin (z. B. ICF, bio-psycho-soziales Modell)
|
||||
- Recht (z. B. KESB, Kindesschutz, Erwachsenenschutz)
|
||||
- Weitere je nach Fallkontext
|
||||
|
||||
**Erklärende Hypothesen & Arbeitshypothese** ([Buch S. 112](/book/praxis/112)): Aus den theoriegeleiteten Fallüberlegungen Weil-Hypothesen ableiten und zu einer Wenn-Dann-Arbeitshypothese verdichten.
|
||||
**Erklärende Hypothesen & Arbeitshypothese** ([Praxis, S. 113](/book/praxis/113)): Aus den theoriegeleiteten Fallüberlegungen Weil-Hypothesen ableiten und zu einer Wenn-Dann-Arbeitshypothese verdichten ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245)).
|
||||
|
||||
**EPG-Bewertung (max. 9 Punkte):**
|
||||
- 2 Theorien passend gewählt und Wahl nachvollziehbar begründet (je 1.5 → 3 Punkte)
|
||||
|
||||
@ -2,5 +2,18 @@
|
||||
id: "diagnosis-kpg-principle"
|
||||
type: "guidance-box"
|
||||
title: "KPG-Prinzip: Diagnose"
|
||||
variant: "amber"
|
||||
variant: "sky"
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||||
footnote: "📚 Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 10 — Theoriegeleitetes Fallverstehen ([S. 242](/book/arbeit/242)), Arbeitshypothese ([S. 245](/book/arbeit/245)), Kooperatives Fallverstehen ([S. 247](/book/arbeit/247))"
|
||||
---
|
||||
**Ziel:** In der Diagnose geht es um das Erhellen und Verstehen eines Falles — die Frage lautet: «Warum ist die Situation so, wie sie ist?» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 232](/book/arbeit/232)).
|
||||
|
||||
**Theoriegeleitetes Fallverstehen** — 5 Schritte ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)):
|
||||
1. Wahl geeigneter Wissensbestände (Theorien als «Scheinwerfer»)
|
||||
2. Theoriegeleitete Fallüberlegungen (Relationierung von Theorie und Fall)
|
||||
3. Erklärende Hypothesen formulieren als Weil-Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253))
|
||||
4. Handlungsleitende Arbeitshypothese als Wenn-Dann-Hypothese ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245))
|
||||
5. Folgerungen für Professionelle ableiten
|
||||
|
||||
**Hypothesencharakter:** Diagnosen sind wissensbasierte Deutungen von Wirklichkeit, deren Richtigkeit offen bleibt — sie werden im Verlauf des Unterstützungsprozesses gemeinsam überprüft und weiterentwickelt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 235](/book/arbeit/235)).
|
||||
|
||||
**Kooperatives Fallverstehen:** Erklärende Hypothesen werden mit dem Klient*innensystem besprochen und validiert — vom Klient*innensystem als hilfreich beurteilte Erklärungen fliessen in die Arbeitshypothese ein ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 247](/book/arbeit/247)).
|
||||
|
||||
@ -3,7 +3,10 @@ id: "diagnosis-allowed-terms"
|
||||
type: "guidance-box"
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||||
title: "JETZT DARFST du erklärende Begriffe verwenden!"
|
||||
variant: "rose"
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||||
footnote: "✅ In der Diagnose geht es darum, Wirkungszusammenhänge zu formulieren — Elemente zueinander in Bezug zu stellen und Ansätze zur Veränderung zu eruieren ([Praxis, S. 113](/book/praxis/113))."
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||||
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||||
✅ Im Gegensatz zur Analyse DARFST du in der Diagnose jetzt erklären. Nutze "weil", "deshalb", "aufgrund von" für Erklärungshypothesen basierend auf deinen ausgewählten Theorien.
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||||
Im Gegensatz zur Analyse (wo nur konstatiert wurde) DARFST du in der Diagnose jetzt erklären. Nutze erklärende Begriffe für deine theoriegeleiteten Hypothesen:
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||||
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||||
"WEIL..." / "DESHALB..." / "AUFGRUND VON..." / "INFOLGE VON..."
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✅ **WEIL...** • ✅ **DESHALB...** • ✅ **AUFGRUND VON...** • ✅ **INFOLGE VON...**
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||||
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||||
Erklärende Hypothesen stellen Wirkungszusammenhänge zwischen Elementen der Ausstattung, Bedingungen und Vorkommnissen her ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253)). Sie basieren stets auf den gewählten Theorien und sind durch theoriegeleitete Fallüberlegungen gestützt.
|
||||
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||||
@ -2,8 +2,8 @@
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id: "diagnosis-einleitung"
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type: "markdown"
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title: "Einleitungsabsatz"
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||||
hint: "Methode: Theoriegeleitetes Fallverstehen (Buch S. 242). Beschreibe das Ziel (Erhellen und Verstehen des Falls), den Bezug zur Analyse (Fallthematik als Ausgangspunkt) und die gewählte Diagnosemethode."
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||||
footnote: "Theoriegeleitetes Fallverstehen ([Buch S. 241](/book/arbeit/241)) — Kooperatives Fallverstehen ([Buch S. 246](/book/arbeit/246))"
|
||||
hint: "Beschreibe das Ziel der Diagnose (Erhellen und Verstehen des Falls mithilfe wissenschaftlicher Theorien), den Bezug zur Analyse (Fallthematik als Ausgangspunkt) und die gewählte Diagnosemethode (Theoriegeleitetes Fallverstehen). Benenne die gewählten Theorien und begründe kurz, warum sie zur Fallthematik passen."
|
||||
footnote: "📚 Theoriegeleitetes Fallverstehen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)) — Kooperatives Fallverstehen ([S. 247](/book/arbeit/247))"
|
||||
---
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||||
***Ziel des Prozessschrittes***
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "diagnosis-case-theme-display"
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type: "markdown-readonly"
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title: "Fallthematik (aus der Analyse)"
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||||
hint: "Die Diagnose baut auf der Fallthematik und den Hypothesen aus der Analyse auf. Überprüfe diese, bevor du Theorien auswählst."
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||||
footnote: "Dies ist eine schreibgeschützte Anzeige der in der Analyse definierten Fallthematik."
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||||
hint: "Die Diagnose baut auf der Fallthematik und den konstatierenden Hypothesen aus der Analyse auf. Die Fallthematik ist der Ausgangspunkt für die Wahl geeigneter Wissensbestände — überprüfe sie, bevor du Theorien auswählst."
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||||
footnote: "🔗 Schreibgeschützte Anzeige der Fallthematik aus Prozessschritt 3.2 Analyse. Fallthematik als Ausgangspunkt der Diagnose ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242))."
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||||
sourcePageDir: "050-analysis"
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||||
sourceBlockId: "analysis-fallthematik"
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||||
---
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||||
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||||
@ -2,8 +2,8 @@
|
||||
id: "diagnosis-theorie-1"
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||||
type: "markdown"
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title: "Theorie 1"
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||||
hint: "Wähle einen Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die Fallthematik (Buch S. 242). Begründe die Wahl nachvollziehbar und erarbeite theoriegeleitete Fallüberlegungen, die konkret auf den Fall bezogen sind."
|
||||
footnote: "Wahl geeigneter Wissensbestände ([Buch S. 241](/book/arbeit/241)) — Beispiel mit Lebensbewältigungskonzept ([Buch S. 249](/book/arbeit/249))"
|
||||
hint: "Wähle einen Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die Fallthematik. Grundsätzlich kommen Theorien der Sozialen Arbeit und aller Nachbardisziplinen in Frage (Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Psychiatrie, Recht). Begründe die Wahl nachvollziehbar und erarbeite theoriegeleitete Fallüberlegungen, die konkret auf den Fall bezogen sind."
|
||||
footnote: "📚 Wahl geeigneter Wissensbestände ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)) — Fallbeispiel Lebensbewältigungskonzept ([S. 249](/book/arbeit/249))"
|
||||
---
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||||
***Theorie/Wissensbestand***
|
||||
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||||
|
||||
@ -2,7 +2,7 @@
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||||
id: "diagnosis-hypothese-1"
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||||
type: "markdown"
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title: "Erklärende Hypothese(n) (Theorie 1)"
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hint: "Formulierung als erklärende Weil-Hypothese: «Weil [Theoriebezug], [Auswirkung auf Fallthematik].» Die Hypothesen müssen nachvollziehbar aus den theoretischen Ausführungen abgeleitet sein und Bezug zur Fallthematik haben."
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||||
footnote: "Erklärende Hypothesen ([Buch S. 252](/book/arbeit/252)) — Praxisbeispiel ([Buch S. 112](/book/praxis/112))"
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||||
hint: "Formulierung als erklärende Weil-Hypothese: «Weil [Theoriebezug], [Auswirkung auf Fallthematik].» Die Hypothesen müssen nachvollziehbar aus den theoretischen Ausführungen abgeleitet sein und Bezug zur Fallthematik haben. Bespreche die Hypothesen mit dem Klient*innensystem und prüfe, ob sie als hilfreich beurteilt werden."
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footnote: "📚 Erklärende Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253)) — Weil-Hypothesen als Kernstück der Diagnose ([Praxis, S. 113](/book/praxis/113))"
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@ -2,8 +2,8 @@
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id: "diagnosis-theorie-2"
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type: "markdown"
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title: "Theorie 2"
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hint: "Wähle einen zweiten Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die Fallthematik (Buch S. 242). Wähle eine Theorie, die einen anderen Aspekt der Fallthematik beleuchtet als Theorie 1."
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footnote: "Wahl geeigneter Wissensbestände ([Buch S. 241](/book/arbeit/241)) — Beispiel mit Entwicklungstheorie ([Buch S. 253](/book/arbeit/253))"
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hint: "Wähle einen zweiten Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die Fallthematik. Wähle eine Theorie, die einen anderen Aspekt der Fallthematik beleuchtet als Theorie 1 — z. B. Entwicklung (Erikson, Piaget), Bindung (Bowlby), Lebensbewältigung (Böhnisch), Kommunikation (Watzlawick) oder systemische Perspektive."
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footnote: "📚 Wahl geeigneter Wissensbestände ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)) — Fallbeispiel Entwicklungstheorie ([S. 253](/book/arbeit/253))"
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***Theorie/Wissensbestand***
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@ -2,7 +2,7 @@
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id: "diagnosis-hypothese-2"
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type: "markdown"
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title: "Erklärende Hypothese(n) (Theorie 2)"
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hint: "Formulierung als erklärende Weil-Hypothese: «Weil [Theoriebezug], [Auswirkung auf Fallthematik].» Auch hier: nachvollziehbar aus Theorie 2 abgeleitet, mit konkretem Fallbezug."
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footnote: "Erklärende Hypothesen ([Buch S. 253](/book/arbeit/253))"
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hint: "Formulierung als erklärende Weil-Hypothese: «Weil [Theoriebezug], [Auswirkung auf Fallthematik].» Auch hier: nachvollziehbar aus Theorie 2 abgeleitet, mit konkretem Fallbezug. Die ergiebigsten erklärenden Hypothesen beider Theorien fliessen später in die Arbeitshypothese ein."
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footnote: "📚 Erklärende Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253)) — Verdichtung zur Arbeitshypothese ([S. 245](/book/arbeit/245))"
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@ -2,7 +2,7 @@
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id: "diagnosis-arbeitshypothese"
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type: "markdown"
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title: "Handlungsleitende Arbeitshypothese"
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hint: "Formulierung als handlungsleitende Wenn-Dann-Hypothese: «Wenn [Intervention/Veränderung], dann [erwartetes Ergebnis für das Klient*innensystem].» Die Arbeitshypothese leitet den Blickwechsel von der Erklärung zur Zukunft ein (Buch S. 245)."
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footnote: "Handlungsleitende Arbeitshypothese ([Buch S. 244](/book/arbeit/244)) — Kooperatives Fallverstehen ([Buch S. 246](/book/arbeit/246))"
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hint: "Formulierung als handlungsleitende Wenn-Dann-Hypothese: «Wenn [Intervention/Veränderung], dann [erwartetes Ergebnis für das Klient*innensystem].» Die Arbeitshypothese verdichtet die ergiebigsten erklärenden Hypothesen und leitet den Blickwechsel von der Erklärung zur Zukunft ein. Validiere sie gemeinsam mit dem Klient*innensystem."
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footnote: "📚 Handlungsleitende Arbeitshypothese ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245)) — Kooperatives Fallverstehen ([S. 247](/book/arbeit/247)) — Wenn-Dann-Formulierung ([Praxis, S. 114](/book/praxis/114))"
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@ -3,6 +3,7 @@ id: "diagnosis-quality-check"
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type: "guidance-box"
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title: "Qualitätsprüfung: Diagnose"
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variant: "slate"
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footnote: "🔍 EPG Ausführungsbestimmungen ([S. 8](/book/epg-ausfuehrungsbestimmungen/8)) · Methodenreflexion ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 266](/book/arbeit/266))"
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Bevor du zur Zielsetzung übergehst, prüfe anhand der EPG-Kriterien (max. 9 Punkte):
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@ -1,8 +1,50 @@
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Theoriegeleitetes Fallverstehen ([Buch S. 241](/book/arbeit/241)): Nutze wissenschaftliche Theorien als «Scheinwerfer» zur Beleuchtung der Fallthematik. Wähle mindestens 2 Theorien, leite erklärende Weil-Hypothesen ab und verdichte diese zu einer handlungsleitenden Wenn-Dann-Arbeitshypothese ([Buch S. 244](/book/arbeit/244)). EPG-Bewertung: max. 9 Punkte.
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Theoriegeleitetes Fallverstehen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)): Nutze wissenschaftliche Theorien als «Scheinwerfer» zur Beleuchtung der Fallthematik. Wähle mindestens 2 Theorien, leite erklärende Weil-Hypothesen ab und verdichte diese zu einer handlungsleitenden Wenn-Dann-Arbeitshypothese ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245)). EPG-Bewertung: max. 9 Punkte.
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### Checkliste
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### Zentrale Prinzipien
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- **Erhellen und Verstehen:** Diagnose beantwortet die Frage «Warum ist die Situation so, wie sie ist?» — im Unterschied zur Analyse (Was ist?) geht es jetzt um Ursachen und Zusammenhänge ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 232](/book/arbeit/232)).
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- **Hypothesencharakter:** Diagnosen sind wissensbasierte Deutungen von Wirklichkeit, deren Richtigkeit offen bleibt. Sie werden im Verlauf überprüft und weiterentwickelt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 235](/book/arbeit/235)).
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- **Partizipative Orientierung:** Fachliche Deutungen werden in den Aushandlungsprozess mit dem Klient*innensystem eingebracht und dialogisch validiert ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 247](/book/arbeit/247)).
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- **Handlungsleitend:** Jede Diagnose hat eine handlungsleitende und prognostische Funktion — sie soll Antworten auf die Frage «Was ist zu tun?» liefern ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 234](/book/arbeit/234)).
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- Theorie-Auswahl & Begründung (je 1.5 P.)
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- Theoriegeleitete Fallüberlegungen (3 P.)
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- Erklärende Hypothesen als Weil-Hypothesen (1.5 P.)
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- Arbeitshypothese als Wenn-Dann-Hypothese (1.5 P.)
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### Vorgehen: Theoriegeleitetes Fallverstehen in 5 Schritten
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1. **Wahl geeigneter Wissensbestände** — Grundsätzlich kommen alle Theorien der Sozialen Arbeit und ihrer Nachbardisziplinen in Frage: Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Psychiatrie, Recht ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)).
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2. **Theoriegeleitete Fallüberlegungen** — Relationierung von Theorie und Fall: Die Theorie als «Scheinwerfer» auf die Fallthematik richten und konkrete, fallbezogene Überlegungen anstellen.
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3. **Erklärende Hypothesen** — Fokussierung der Erklärungen als Weil-Hypothesen: «Weil [Theoriebezug], [Auswirkung auf Fallthematik]» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253)).
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4. **Handlungsleitende Arbeitshypothese** — Blickwechsel: zurückschauend auf Erklärungen, vorausblickend auf die Zielrichtung. Formulierung als Wenn-Dann-Hypothese ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245)).
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5. **Folgerungen für Professionelle** — Brücke zur Interventionsplanung: Was ergibt sich aus der Diagnose für die professionelle Arbeit?
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### Theorie-Auswahl: Mögliche Wissensbestände
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- **Entwicklungspsychologie** — z. B. Erikson (psychosoziale Entwicklung), Piaget (kognitive Entwicklung), Havighurst (Entwicklungsaufgaben)
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- **Bindungstheorie** — z. B. Bowlby, Ainsworth (Bindungsmuster und -störungen)
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- **Lebensbewältigungskonzept** — z. B. Böhnisch (Bewältigungsstrategien in prekären Lebenslagen), Fallbeispiel im ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 249](/book/arbeit/249))
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- **Kommunikationstheorie** — z. B. Watzlawick (Axiome), Schulz von Thun (Kommunikationsquadrat)
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- **Systemische Perspektive** — z. B. Bronfenbrenner (ökologische Systemtheorie), Minuchin
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- **Soziale Ungleichheit / Benachteiligung** — z. B. Bourdieu (Kapitalarten), Intersektionalität
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- **Resilienz** — z. B. Werner, Welter-Enderlin (Schutz- und Risikofaktoren)
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- **Medizinische/psychiatrische Perspektive** — z. B. ICF, bio-psycho-soziales Modell
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- **Rechtliche Perspektive** — z. B. Kindesschutz, KESB, Erwachsenenschutzrecht
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### Tipps zur Hypothesenformulierung
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**Erklärende Hypothesen (Weil-Hypothesen):**
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- Stellen Wirkungszusammenhänge her zwischen Elementen der Ausstattung, Bedingungen und Vorkommnissen ([Praxis, S. 113](/book/praxis/113)).
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- Müssen nachvollziehbar aus den theoretischen Ausführungen abgeleitet sein.
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- Haben stets Bezug zur Fallthematik — erklären Aspekte davon.
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- Bespreche sie mit dem Klient*innensystem: Werden sie als hilfreich beurteilt?
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**Handlungsleitende Arbeitshypothese (Wenn-Dann-Hypothese):**
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- Verdichtet die ergiebigsten erklärenden Hypothesen beider Theorien.
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- Formal: «Wenn [Intervention/Veränderung], dann [erwartetes Ergebnis für das Klient*innensystem].»
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- Fällt in die Kategorie nomopragmatischer Hypothesen nach Staub-Bernasconi ([Praxis, S. 114](/book/praxis/114)).
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- Bildet die direkte Brücke zur Handlungsphase (Zielsetzung und Interventionsplanung).
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- Validiere sie gemeinsam mit dem Klient*innensystem — kooperatives Fallverstehen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 247](/book/arbeit/247)).
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### Kooperatives Fallverstehen
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Ist ein dialogischer Verständigungsprozess während der Diagnose möglich, so ist es wichtig, dass die vom Klient*innensystem als hilfreich beurteilten Erklärungen in die Arbeitshypothese aufgenommen werden ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 247](/book/arbeit/247)). Neben dem Fremdverstehen (Expertenperspektive) soll auch dem Selbstverstehen (Klient*innenperspektive) Raum gegeben werden ([Praxis, S. 114](/book/praxis/114)).
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### EPG-Checkliste (max. 9 Punkte)
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- [ ] Theorieauswahl: 2 Theorien passend zur Fallthematik gewählt und Wahl jeweils nachvollziehbar begründet (je 1.5 P. → 3 P.)
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- [ ] Theoriegeleitete Fallüberlegungen: korrekt, konkret auf den Fall bezogen und nachvollziehbar (3 P.)
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- [ ] Erklärende Hypothesen: als Weil-Hypothesen formuliert, nachvollziehbar aus Theorien abgeleitet, mit Bezug zur Fallthematik (1.5 P.)
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- [ ] Arbeitshypothese: als Wenn-Dann-Hypothese formuliert, nachvollziehbar abgeleitet (1.5 P.)
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- [ ] Kooperatives Fallverstehen: Wurde die Perspektive des Klient*innensystems einbezogen?
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@ -3,12 +3,12 @@
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||||
"$schema": "https://kpg-app.ch/schema/step.schema.json",
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"title": "3.3 Prozessschritt Diagnose",
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"Warum?"
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"overview": "Diskussion und fachliche Auseinandersetzung der Fallthematik vor dem Hintergrund fallspezifisch ausgewählter fachlicher Wissensbestände / Theorien (theoriegeleitetes Fallverstehen)."
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"overview": "Diskussion und fachliche Auseinandersetzung der Fallthematik vor dem Hintergrund fallspezifisch ausgewählter Wissensbestände (min. 2 Theorien). Daraus werden erklärende Weil-Hypothesen abgeleitet und zu einer handlungsleitenden Wenn-Dann-Arbeitshypothese verdichtet."
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}
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