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Pädagog*innen selbst bzw. sie werden zumindest damit begründet.
Wenn jedoch diese Begrenzung die einzige pädagogische Reaktion
auf Aggression ist, wird die Möglichkeit der Kinder, ihre Gefühle
abzureagieren, zu Gunsten von Kontrolle und pädagogischer Einengung aufgegeben, ein folgenschweres Verhalten: „Wenn […] im
Beispiel einer therapeutischen Wohngruppe Betreuer*innen auf
solche Aggressionen damit reagieren, von Betroffenen zu verlangen,
primär diese Gefühle zu kontrollieren, führt dies dazu, dass Betroffene sich missverstanden fühlen und noch wütender werden.“
(Fegert 1995, S. 253). Der Teufelskreis Aggression Kontrolle sich
unverstanden fühlen Vertrauensverlust Aggression Kontrolle
wird verstärkt. Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen können Aggression und Gewalt bei den Pädagog*innen
auch gegenüber den traumatisierten Mädchen und Jungen erzeugen. Dies zeigt sich auch an dem Bedürfnis von Helfer*innen,
ebenso mit Gewalt zu reagieren:
„Und dann habe ich das Gefühl, ich muss Michael eine bomben.“
Dass aggressives Verhalten von Kindern und Jugendlichen bei
Pädagog*innen störende nämlich aggressive Gefühle auslöst,
bedeutet nicht, dass sie generell beruflich nicht kompetent sind. Es
ist eher ein Indiz dafür, dass dieses aggressive Verhalten auf dem
lebensgeschichtlichen Hintergrund der Kinder nicht zum Verstehen gebracht werden kann. Werden die aggressiven Gefühle
der Pädagog*innen tabuisiert, weil sie dem pädagogischen Ethos
widersprechen? Wehren professionelle Helfer*innen die negativen
Gefühle ab, weil sie sich Aggression im Angesicht des Leides der
traumatisierten Kinder nicht zugestehen oder weil sie sich selbst nie
mit eigenen aggressiven Impulsen auseinandergesetzt haben? Wenn
die Pädagog*innen aggressive Impulse in der Interaktion mit den
Jugendlichen nicht verstehen, kann dies ihre Handlungsfähigkeit
einschränken und die subjektiv erlebte Belastung bis hin zu einer
dauerhaften Arbeitsunzufriedenheit oder -unfähigkeit bedeuten.