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Therapeutisches Wissen und Handeln ist eine Ressource der Heimerziehung. Sie bietet Aufklärung und Verständnis von Lebensproblemen und spezielle Hilfsmöglichkeiten durch Setting und Methoden jenseits pädagogischer Notwendigkeiten an. Nicht selten ist eine therapeutische Unterstützung zur Integration traumatischer Erfahrungen notwendig. Eine Überbewertung der Therapie oder auch eine strikte Trennung Therapie/Pädagogik führen zur Vernachlässigung von Chancen. Die 20-jährige Rosalia will ihrer Pädagogin von ihren Schuldgefühlen erzählen. Doch in der Einrichtung gibt es eine strikte Trennung zwischen Therapie und Pädagogik. Die Pädagogin verweist sie an die Therapie. Für Rosalia ist das unmöglich und weil die Schuldgefühle sie so belasten, verschwindet sie am nächsten Tag und kommt nicht mehr zurück. Sie hatte der Pädagogin vertraut.
Die Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen haben ein Recht auf die bestmögliche Unterstützung zur Integration der herausfordernden Lebensumstände in der Alltagspädagogik und im klassischen Setting der Therapie und eine gute Verbindung der beiden Hilfen. Eine gute Zusammenarbeit erfordert Transparenz im Hinblick auf Methoden, Inhalte und Therapieverlauf und auch umgekehrt: Transparenz auch für die Therapeutinnen über den pädagogischen Alltag, die Einstellung der Pädagoginnen zu dem Kind, zum Thema Lebensgeschichte und zu dem aktuellen Verhalten des Kindes. Inhalt und Form der Transparenz dieser Zusammenarbeit für das Kind/die, den Jugendlichen sind abhängig von ihrem/seinem Alter, Entwicklungsstand und Schutzbedürfnis. Die bislang angesprochenen Aufgabenfelder der Pädagogik wie Herkunft, Sexualität, Geschlecht, Traumata, Selbstbild und Bindungen spielen auch im therapeutischen Prozess eine Rolle. Sie benötigen einen gut strukturierten Rahmen und Flexibilität in der Methodik von Pädagogik und Therapie. Ihre Chancen zur Bewältigung erhöhen sich auch mit einer guten Zusammenarbeit: