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Krankenhäuser mussten rasch auf ihre Unterbringung vorbereitet
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werden. Kurze Zeit stritten sich konservative und fortschrittliche
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Psychiater über die Ursachen der ‚Kriegsneurose‘. Auch wenn die
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Einwirkung des Krieges auf die Menschen wahrgenommen wurde –
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ein Fortschritt – so ist der Begriff abwertend, weil er die Erfahrungen
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der Soldaten „[…] auf einen Charakterfehler oder eine hartnäckige
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persönliche Schwäche – wie den ‚Ödipuskomplex‘ – reduzierte, statt
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das Entsetzen zu berücksichtigen, dass angesichts explodierender
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Bomben oder der tiefen Trauer über gefallene Kameraden oder
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des Horrors, dass Menschen sich gegenseitig umbringen, völlig
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angemessen war.“ (Levine 2011, S. 55). Dann schwanden das gesellschaftliche und das medizinische Interesse für psychische
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Traumata wieder. Der amerikanische Psychiater und Traumataforscher Abram Kardiner verfolgte weiterhin die Theorie der Kriegsneurose. Nach seiner Theorie bestand das traumatische Syndrom
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aus einer veränderten Vorstellung von der eigenen Person im Bezug
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zur Welt, die auf dem Fixiertsein auf das Trauma und auf dem Vorhandensein eines untypischen Traumlebens mit chronischer Reizbarkeit, Schreckreaktionen und explosiven aggressiven Reaktionen
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basiere. Dies sei Ergebnis der Tatsache, dass das Ich die Sicherheit
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des Organismus durch den Schutz vor Erinnerungen an das Trauma
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gewährleisten will. Er beobachtete ein Gefühl von Sinnlosigkeit,
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Rückzug und Isolation. Und schon ihm war die Bedeutung der
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Körperlichkeit klar. Traumasymptome resultierten aus der Reaktion des gesamten Körpers auf das erlebte Trauma: „Der Kern
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der Neurose ist eine Physioneurose“ (Kardiner 1941: The Traumatic
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Neuroses of War, zit. n. van der Kolk 2015, S. 19). Kardiner warnte
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in Abgrenzung zu Freud vor der Theorie des → ‚sekundären Krankheitsgewinns‘ als einzige Erklärung der Symptome. Einig mit Freud
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und Janet war er in der Annahme der Tatsache, dass die Menschen
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sich auch nach der traumatischen Situation so verhalten, als wäre
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diese Situation noch gegeben (Kardiner 1941).
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Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierten sich
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amerikanische Forscher auf die stützende Kraft der emotionalen
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Bindungen zwischen den Soldaten und auf die Bedeutung der veränderten Bewusstseinszustände als vermittelnde Instanz. Hypnose,
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→ Narkosynthese und → talking cure sollten durch ein nochmaliges
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