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Primäre Prävention von Partnergewalt: Ein entwicklungsökologisches Modell
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untersuchten möglichen Einflussfaktoren ist im Mittel noch nicht sehr hoch, da meist nur geprüft wurde, inwieweit mögliche Einflussfaktoren mit einem Auftreten von Partnergewalt einher gehen. Dies ist zwar eine notwendige Voraussetzung für eine ursächliche Wirkung, stellt aber nur einen von mehreren möglichen Hinweisen auf eine kausale oder nicht kausale Rolle dar (für eine Rahmenkonzeption zur kritischen Prüfung der Ursächlichkeit von Umwelteinflüssen auf belastende Lebensereignisse oder psychische Auffälligkeiten siehe Rutter et al. 2001). Zumindest für einzelne potenzielle Einflussfaktoren wurden mittlerweile aber auch weitere mögliche Belege für eine ursächliche Rolle kritisch geprüft, etwa ob ein möglicher Einflussfaktor tatsächlich bereits zeitlich vor dem Auftreten von Partnergewalt vorhanden ist, wie dies bei wirklichen Ursachen zu erwarten ist. Beispielsweise liegen für die Bedeutung von Suchterkrankungen, Gewalterfahrungen und ausagierende Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit bzw. im Jugendalter, sowie für einige Aspekte der Geschlechtersozialisation entsprechende Studien mittlerweile vor. Hauptsächlich wurden bislang folgende (nicht ganz trennscharfe) Gruppen von möglichen Einflussfaktoren auf ihre Bedeutung bei der Entstehung von Partnergewalt hin untersucht: Gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse, männliche Geschlechterrollensozialisation und Männlichkeiten, Merkmale der Lebensgeschichte, Beziehungsfähigkeiten und psychische Gesundheit, Paardynamik und Stressbelastung. Die nachfolgenden Absätze fassen die Befundlage zu jedem dieser Einflussbereiche kurz zusammen.
Gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse Geschlechterverhältnisse können als multidimensionale, dynamische gesellschaftliche Strukturen verstanden werden (für eine Konzeptdiskussion siehe Risman 2004). Connell (2000) unterscheidet etwa die Aspekte der geschlechtsbezogenen Arbeitsteilung, der geschlechtsbezogenen Macht- und Ressourcenverteilung und der geschlechtsbezogenen Strukturierung von emotionalen und sexuellen Beziehungen. Innerhalb dieses Feldes wurde in der bisherigen empirischen Forschung vor allem der Einfluss der gesellschaftlichen Ungleichverteilung von Macht und Ressourcen auf das Auftreten von Partnergewalt untersucht. Sowohl kulturübergreifend, als auch innerhalb verschiedener untersuchter Gesellschaften hat sich hierbei gezeigt, dass weniger Ungleichheit mit einer Abnahme der Gewalt gegen Frauen einhergeht (z.B. Straus 1994, Yodanis 2004, Kishor & Johnson 2004). Weiterhin muss der Stärke informeller männlicher Netzwerke (z.B. männlicher Gleichaltrigengruppen), aber auch institutionalisierter männlich geprägter Gruppen (z.B. Vereine) eine gewaltbegünstigende Rolle zugeschrieben werden, wenn sie einer Geschlechterhierarchie bzw. einer Gewaltausübung positiv gegenüber stehen, (z.B. DeKeseredy 1990), während umgekehrt die Häufigkeit und Verankerung unterstützender Beziehungen zwischen Frauen innerhalb und außerhalb der