2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/571.md

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Einschätzung, sie habe keinen Einfluss auf ihre psychische
Befindlichkeit und die immer wiederkehrenden krisenhaften
Zusammenbrüche. Sie könne nichts dafür, war das wiederholte
Deutungsmuster ihrer Situation.
7.1.2.3Anfragesituation
Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes brachte die Fallsituation in die
Praxisreflexion ein, weil sie sich neue Ideen erhoffte, wie sie Frau L.
begegnen könne. Die Frage stellte sich ihr, wie der Kreislauf immer
wiederkehrender Destabilisierungen durchbrochen werden und wie
konkret die nächste Krise verhindert werden könne. Die Mitarbeiterin
beschrieb die Situation wie folgt:
„Frau L. konfrontiert mich immer wieder in einer sehr
fordernden Art und Weise mit ihrem Leiden. Gleichzeitig reagiert
sie sehr abweisend auf alle meine Veränderungsvorschläge. So
fragte sie mich am letzten Montag, wie ich das Wochenende
verbracht hätte. Als ich ihr von den Unternehmungen mit
meiner Familie berichtete, sagte sie: Ihnen geht es gut, um
mich kümmert sich keiner. Wenn ich ihr dann Vorschläge
mache, was sie tun könne, sagt sie: Sie verstehen mich nicht.‘“
Auf diese Weise weckt Frau L. immer wieder das Gefühl von
Hilflosigkeit und Schuldgefühlen in ihrer Umgebung und bei den sie
unterstützenden Menschen.
Die Mitarbeiterin warf darüber hinaus die Frage auf, ob eine
stärkere Einbeziehung von Frau L. in die Aktivitäten des SpDi sinnvoll
sei und wie das Risiko von Konflikten und Eskalationen in den
Begegnungen zwischen ihr und den anderen Besucherinnen
minimiert werden könnte.