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Die Rollen von Mutter, Vater und Kind unterlagen einer Vielzahl
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von Veränderungen. Ihr gegenwärtiges Erscheinungsbild in unserer
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Kultur lässt sich unter dem Stichwort „Pluralisierung von
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Verhaltensmöglichkeiten und Rollenbildern“ zusammenfassen. Das
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Kind wird heute weder als eine bei ihrer selbst gesteuerten
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Entwicklung zu hegende und vor schädlichen Einflüssen zu
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bewahrende Pflanze gesehen, wie z. B. der von Rousseau entworfene
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Émile (Rousseau 1978); auch nicht als antizipierter Kämpfer für die
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Befreiung
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des
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Menschen
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aus
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historisch
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geschaffenen
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Ausbeutungsstrukturen, wie bei Makarenko (Makarenko 1975).
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Stattdessen wird es zunehmend als ein selbst organisiertes System
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verstanden, das sich im Rahmen von unter seiner Teilnahme
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gestalteten größeren Systemen Ressourcen für die eigene
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Entwicklung schaffen kann – in Interaktion mit und in Abhängigkeit
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von der Umwelt. Die elterlichen Vorgaben sind weniger rigide und
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eher diskutierbar. Vor allem soll das Kind sie durch Einsicht zu
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eigenen Vorgaben werden lassen. Die gewünschte Einsicht gewinnt
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das Kind weniger in autoritär strukturierten Situationen des
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Ermahnens, Strafens und der Vorhaltungen, wie sie das klassische
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Erziehungsbild entwarf (Rutschky 1977). Heute gehen wir davon aus,
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dass ein Kind seine Einsicht durch Erfahrungen in vielen
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unterschiedlichen sozialen Situationen mit unterschiedlichen
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Menschen und in unterschiedlichen Kontexten selbst gewinnt.
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Deshalb muss sich das primäre Sozialisationssystem Familie durch
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offene Grenzen zu den Systemen des gesellschaftlichen Umfeldes
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auszeichnen. Dadurch wird das Kind frei für vielfältige
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Erfahrungsräume jenseits der Familie – teilweise ohne Präsenz
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familiärer Bezugspersonen. So entsteht auch ein neues Bild von
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Kindheit: Das Kind erhält einen eigenen, von den Ansprüchen des
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erwachsenen Lebens abgetrennten Raum (Ariès 1975). Zugleich
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werden ihm eine Vielzahl von Konsummöglichkeiten eröffnet, die es
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den Erwachsenen als Adressaten von Konsumangeboten gleichstellen
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und von ihnen unabhängig machen (Ritscher 1987). In bestimmten
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Bereichen, z. B. dem Gebrauch der neuen Informationstechnologien,
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