34 lines
2.6 KiB
Markdown
34 lines
2.6 KiB
Markdown
424
|
|
|
|
Konsequenzen und Perspektiven
|
|
|
|
Familie eher gewaltunterdrückend zu wirken scheint (z.B. Campbell 1992).
|
|
Die Forschung zum Einfluss verschiedener Aspekte der gesellschaftlichen
|
|
Geschlechterverhältnisse auf die Entstehung von Partnergewalt beschreibt
|
|
überwiegend Zusammenhänge auf der Grundlage gleichzeitiger Erhebungen,
|
|
längsschnittliche Analysen oder andere kausal informativere Forschungsansätze liegen kaum vor.
|
|
|
|
Männliche Geschlechterrollensozialisation und Männlichkeiten
|
|
Mindestens zwei Dutzend Untersuchungen haben sich bislang mit Zusammenhängen zwischen dem Entstehen von Partnergewalt und Aspekten der
|
|
männlichen Geschlechterrollensozialisation bzw. Männlichkeiten, d.h. lebensgeschichtlich verankerten, sozial überformten Formen der Darstellung
|
|
und des Auslebens von Männlichkeit (für eine vertiefende Erörterung siehe
|
|
Connell 1999), befasst. Methodisch sehr unterschiedliche Arbeiten kamen dabei übereinstimmend zu dem Schluss, dass dominanz- und überlegenheitsbezogene, aggressiv getönte, Weiblichkeit abwertende und rigide Bilder von
|
|
Männlichkeit Partnergewalt in zumindest moderat starkem Umfang begünstigen (für Forschungsübersichten siehe Sugarman & Frankel 1996, Breines et
|
|
al. 2000, Murnen et al. 2002, Stith et al. 2004, Moore & Stuart 2005). Einzelne
|
|
Studien deuten zudem darauf hin, dass sich das Gewaltrisiko bei einer Verbindung von ungünstigen Männlichkeitsvorstellungen mit einer belastenden, dem Geschlechterbild nicht entsprechenden Lebenssituation (z.B. Totten
|
|
2003) erhöht, ebenso in Verbindung mit einer persönlichkeitsbedingt erhöhten Zurückweisungsempfindlichkeit (z.B. Baumeister et al. 2002). Es liegen
|
|
zumindest einzelne Längsschnittstudien oder andere kausal informativere
|
|
Forschungsansätze vor, deren Ergebnisse mit den beschriebenen generellen
|
|
Befunden übereinstimmen (für Ausnahmen siehe etwa Malamuth et al. 1995,
|
|
Abbey & McAuslan 2004).
|
|
|
|
Merkmale der Lebensgeschichte
|
|
Insbesondere Kindheitserfahrungen von Misshandlung oder Vernachlässigung,
|
|
das Miterleben von Partnergewalt in der Herkunftsfamilie und das Auftreten
|
|
ausagierender bzw. aggressiver Verhaltensauffälligkeiten während der Kindheit
|
|
wurden im Hinblick auf die Entstehung von Partnergewalt untersucht. In einer
|
|
Vielzahl von Studien wurde hierbei zeitgleich nach Partnergewalt und rückblickend nach der Lebensgeschichte gefragt (für Forschungsübersichten siehe
|
|
Stith et al. 2000, Delsol & Margolin 2004, für eine deutsche Untersuchung siehe
|
|
BMFSFJ 2005). Zugleich liegen in diesem Bereich auch die aussagekräftigeren
|
|
Befunde aus mehreren großen, methodisch hochwertigen Längsschnittstudien
|