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Konsequenzen und Perspektiven
Familie eher gewaltunterdrückend zu wirken scheint (z.B. Campbell 1992). Die Forschung zum Einfluss verschiedener Aspekte der gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse auf die Entstehung von Partnergewalt beschreibt überwiegend Zusammenhänge auf der Grundlage gleichzeitiger Erhebungen, längsschnittliche Analysen oder andere kausal informativere Forschungsansätze liegen kaum vor.
Männliche Geschlechterrollensozialisation und Männlichkeiten Mindestens zwei Dutzend Untersuchungen haben sich bislang mit Zusammenhängen zwischen dem Entstehen von Partnergewalt und Aspekten der männlichen Geschlechterrollensozialisation bzw. Männlichkeiten, d.h. lebensgeschichtlich verankerten, sozial überformten Formen der Darstellung und des Auslebens von Männlichkeit (für eine vertiefende Erörterung siehe Connell 1999), befasst. Methodisch sehr unterschiedliche Arbeiten kamen dabei übereinstimmend zu dem Schluss, dass dominanz- und überlegenheitsbezogene, aggressiv getönte, Weiblichkeit abwertende und rigide Bilder von Männlichkeit Partnergewalt in zumindest moderat starkem Umfang begünstigen (für Forschungsübersichten siehe Sugarman & Frankel 1996, Breines et al. 2000, Murnen et al. 2002, Stith et al. 2004, Moore & Stuart 2005). Einzelne Studien deuten zudem darauf hin, dass sich das Gewaltrisiko bei einer Verbindung von ungünstigen Männlichkeitsvorstellungen mit einer belastenden, dem Geschlechterbild nicht entsprechenden Lebenssituation (z.B. Totten 2003) erhöht, ebenso in Verbindung mit einer persönlichkeitsbedingt erhöhten Zurückweisungsempfindlichkeit (z.B. Baumeister et al. 2002). Es liegen zumindest einzelne Längsschnittstudien oder andere kausal informativere Forschungsansätze vor, deren Ergebnisse mit den beschriebenen generellen Befunden übereinstimmen (für Ausnahmen siehe etwa Malamuth et al. 1995, Abbey & McAuslan 2004).
Merkmale der Lebensgeschichte Insbesondere Kindheitserfahrungen von Misshandlung oder Vernachlässigung, das Miterleben von Partnergewalt in der Herkunftsfamilie und das Auftreten ausagierender bzw. aggressiver Verhaltensauffälligkeiten während der Kindheit wurden im Hinblick auf die Entstehung von Partnergewalt untersucht. In einer Vielzahl von Studien wurde hierbei zeitgleich nach Partnergewalt und rückblickend nach der Lebensgeschichte gefragt (für Forschungsübersichten siehe Stith et al. 2000, Delsol & Margolin 2004, für eine deutsche Untersuchung siehe BMFSFJ 2005). Zugleich liegen in diesem Bereich auch die aussagekräftigeren Befunde aus mehreren großen, methodisch hochwertigen Längsschnittstudien