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die krank machen. Die Wahrnehmung dieser Hinweise hilft, neue
selbstbemächtigte Wege auch der Gesundheitsfürsorge zu finden.
Mithilfe von Entspannungs-, Lockerungs- und Energieübungen
können gesundheitsbezogene Stärken und Entwicklungspotenziale
gefördert werden. Die Mädchen und Jungen sollen altersentsprechend über die gesundheitlichen Risiken erschwerter Lebensumstände und die Möglichkeiten der Selbstsorge aufgeklärt werden.
Anna kann durch Atemübungen lernen, tiefer zu atmen. Sie spürt
ihren Körper mehr, sie spürt Kraft und Beruhigung, wenn sie in
den Bauch atmet, wenn sie weniger flach atmet. Anleitungen z. B.
aus dem Feldenkrais, Entspannungs- und Imaginationsübungen,
das Lernen von gesundheitsförderndem Essverhalten und vieles
andere mehr, fördert die Erfahrung, ich kann für mich sorgen, ich
kann etwas korrigieren, ich übernehme Verantwortung für meinen
Körper und für mein Leben. Um in eine emotionale Balance zu
kommen, schlägt Levine zudem ein Pendeln zwischen guten und
weniger guten Erfahrungen vor (vgl. Levine 2011).
Selbstwirksamkeit entsteht, wenn Kinder das Gefühl haben, für
sich selbst zu sorgen, auf ihre Umwelt einwirken und diese gestalten
zu können. Ein solches Erleben von Sinnhaftigkeit und Handhabbarkeit wird für alle Mädchen und Jungen als entwicklungsfördernd
und als eine wesentliche Voraussetzung für körperlich-seelisches
Wohlbefinden angenommen. Dies gilt in besonderem Maße für
Mädchen und Jungen, deren frühe Kindheit überwiegend aus Ohnmachtserfahrungen bestand.
8.2
Transparenz und Partizipation
Transparenz und Partizipation sind unverzichtbare Korrektive der
Erfahrungswelt traumatisierter Menschen: Transparenz, weil sie
die Überschaubarkeit, die Sicherheit der Mädchen und Jungen erhöht; Partizipation korrigiert die Erfahrungen von Ohnmacht und
Willkür. Doch die meisten Kinder und Jugendlichen erleben die
geringen Wahlmöglichkeiten der Unterbringung und mangelnde
Transparenz als ein Machtgefälle, das nicht selten im Heimalltag seine Fortsetzung findet. „Insbesondere im Zusammenhang