37 lines
3.2 KiB
Markdown
37 lines
3.2 KiB
Markdown
120
|
||
|
||
Der Blick der Forschung
|
||
|
||
dass Jungen die Komplexität des Problems unterschätzen, während Mädchen
|
||
sich stärker des Bedrohungsproblems und der Loyalitätskonflikte bewusst
|
||
sind und diese eher reflektieren.
|
||
Insgesamt bietet die Untersuchung aufschlussreiche Einblicke, wie Kinder
|
||
und Jugendliche von Gewaltbereitschaft überlagerte Geschlechter- und Generationenverhältnissen sehen, die auch Kinder vor anspruchvolle Aushandlungsaufgaben stellen. Während für Kinder und Jugendliche Bedürfnisse
|
||
nach Schutz, Sicherheit, sich einer vertrauten Person mitteilen zu können im
|
||
Vordergrund stehen, verweisen die artikulierten Vorbehalte auf komplexe
|
||
Reflexionsprozesse, die die Abwägung individueller Bedürfnisse gegenüber
|
||
Familien- und Verwandtschaftsinteressen verlangen. Die Frage, welche Konsequenzen die Thematisierung der familiären Probleme haben könnte, wiegt
|
||
schwer; Entscheidungen zur Thematisierung der misslichen Lage würden die
|
||
meisten Kinder und Jugendlichen an verschiedene Bedingungen knüpfen. Die
|
||
Tatsache, dass sie Lehrpersonen eigentlich vertrauen würden, aber bislang
|
||
keine Erwartungssicherheit besteht und sie drastische, aber wenig realistische
|
||
Konsequenzen befürchten (wie Heimunterbringung, Entzug des Sorgerechts
|
||
der Eltern, Gefängnis für den Vater), obwohl es in der Regel nicht zu solchen
|
||
Maßnahmen kommt, unter anderem, weil Instrumente wie das Gewaltschutzgesetz auf frühzeitige Interventionen abzielen, verweist auf notwendige Präventionsanstrengungen. Diese Unsicherheiten könnten durch fachgerechte
|
||
Informationen über häusliche Gewalt und Interventionsmöglichkeiten sowie
|
||
durch die Entwicklung von klaren Vorgehensweisen und deren transparente
|
||
Kommunizierung verringert werden. Wie die Untersuchung zeigt, würden es
|
||
immerhin sechs von zehn der befragten SchülerInnen begrüßen, wenn sie in
|
||
der Schule über die Problematik umfassend aufgeklärt würden.
|
||
|
||
Literatur
|
||
Alanen, Leena (1997): Soziologie der Kindheit als Projekt: Perspektiven für die Forschung. ZeitĞȱûȱ£ȱȱ£ȱȱ£ǰȱŘǰȱŗŜŘȬŗŝŝǯ
|
||
Baldry, Anna C. (2002): Victimisation of Domestic and Sexual Violence in Western Europe. In:
|
||
Niuewbeerta, P. (ed.), Crime victimization in comparative perspective. Results from the International Crime Victims Survey, 1989-2000. Den Haag: Boom Juridische uitgevers; 249-264.
|
||
Berghahn, Sabine (1998): Die Verrechtlichung des Privaten. Verraten Feministinnen liberal-bürȱ Ğȱ ȱ ȱ ǵȱ ¢DZȱ ȱ Ğȱ
|
||
für Politik, 8, 44-54.
|
||
Dauvergne, Mia & Johnson, Holly (2001): Children Witnessing Family Violence. Canadian Centre
|
||
for Justice Statistics, Statistics Canada 21, 6, 1-13.
|
||
ǰȱ ě¢ȱǯȱǻŘŖŖŗǼDZȱ¢ȱȱȬȱȱȱȱȱȱȱ ȱ ǯȱ DZȱ Ȭǰȱ ȱǯȱ ǭȱ ǰȱ ě¢ȱ ǯȱ ǻǯǼDZȱ ȱ
|
||
Violence in the Lives of Children. Washington: American Psychological Association, 91-110.
|