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Hochuli Freund
31.7.17 S. 113
Bedeutung und Funktion von Hypothesen im Konzept KPG
Wissensbestände mit Fall und Fallthematik strukturiert in Verbindung gebracht, die wichtigsten Erkenntnisse werden in erklärende Hypothesen verdichtet und auf dieser Grundlage wird abschliessend eine handlungsleitende Arbeitshypothese formuliert (vgl. ebd.:222–230, siehe Abb. 13). Fallthematik/Fall
Diagnose
Theorie I
Theorie II
Empirie
erklärende Hypothesen
handlungsleitende Arbeitshypothese
Fragestellung für Professionelle
Abb. 13: Theoriegeleitetes Fallverstehen (Hochuli Freund/Stotz 2015:224)
Unsere Erfahrungen mit Studierenden und Praktikern haben gezeigt, dass ein solch strukturiertes methodisches Vorgehen sehr sinnvoll und ergiebig, jedoch auch sehr anforderungsreich ist und mit hohen Kompetenzanforderungen einhergeht. Gerade wenn Professionelle mit unterschiedlichen Ausbildungsniveaus zusammenkommen und/oder sehr wenige zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen, kann eine minimale Form der Diagnose zunächst sinnvoll sein: Damit werden erfahrungsbasierte, implizite Erklärungen zusammengetragen, ausgesprochen und damit diskutierbar gemacht (vgl. Hochuli Freund/Sprenger-Ursprung 2016:53). Dazu kann beispielsweise die Methode ›Böser Blick, freundlicher Blick‹ genutzt werden.3 Auch hier werden zahlreiche erklärende Hypothesen formuliert. 3 Ausgehend davon, dass alle Gefühle und Einschätzungen dem Klienten gegenüber stets wirksam sind, und zwar ob ausgesprochen oder nicht, geht es in dieser effizienten Methode darum, in streng eingehaltener Reihenfolge Erklärungen durch die Brille des bösen und freundlichen Blicks hervorzubringen um schliesslich auf Basis des Letzteren
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