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ihrer lebensgeschichtlichen Genese und Transformation (z. B. durch
kritische Lebensereignisse). Die Ergebnisse dieser sozialen Diagnose
können als Grundlage für die Handlungsplanung dienen oder für die
Nachsorge (vgl. Berger/Calzaferri:2011:37).
Die deskriptive Systemmodellierung ist ein modularisiertes, aus fünf
Bausteinen bestehendes Diagnostikinstrument zur Erkundung des
Lebensführungssystems auf der Grundlage von Gesprächen zwischen
Sozialarbeiterin und Klient. Mit einem standardisierten Screening wird
zunächst festgestellt, ob überhaupt ein Auftrag für die Soziale Arbeit
vorliegt. Im ersten Baustein werden in multiperspektivischer Weise die
Ausstattungsdimensionen (wie z. B. in den Bereichen Wohnen,
Arbeit/Ausbildung, soziales Netz) erhoben. Mittels einer Skala können
Klientinnen Recovery-Faktoren einschätzen (wie z. B. Erleben von
Selbstwirksamkeit, Hoffnung). Mit orientierungsleitenden Fragen wird in
einer zweiten Phase das Lebensführungssystem einer Klientin erkundet
und es werden relevante Handlungssysteme (wie z. B. Familie, Arbeit,
Schattenwelten) visualisiert. Dabei rücken die Deutungen und
Lebensthemen der Klientinnen und Klienten ins Zentrum. Es geht darum, in
die Welt der Klientinnen und Klienten einzutauchen, die Sinnhaftigkeit ihrer
Lebensführung zu verstehen und die problemverursachenden bzw. verstärkenden psycho-sozialen Prozesse sowie die Muster innerhalb der
relevanten sozialen Handlungssysteme zu entdecken. In einem dritten
Schritt werden unter Rückbezug auf Erklärungswissen Hypothesen zum Fall
gebildet. Der Einbezug von professionellem Wertewissen erlaubt eine
Beurteilung und Bewertung der sozialen Dimension des Falls (soziale
Diagnose). Diese umfassende Bewertung dient in der Folge als Basis für die
interdisziplinäre Fallbesprechung und synchronisierte
Interventionsplanung. Der letzte Baustein ist als Unterstützung der
Interventionsdurchführung sowie der Nachsorge angelegt (vgl.
Dällenbach/Rüegger 2011:1).
10.4
Reflexion des Prozessschrittes
Die vorgestellten Diagnosemethoden werden wiederum in einer
Methodenreflexion kritisch diskutiert, anschließend werden Fragen
aufgelistet, die zur Evaluation des Prozessschrittes dienen.
10.4.1 Methodenreflexion
Entlang den in Kapitel 7.4 erarbeiteten Kriterien zur Reflexion und
Beurteilung der Methoden der Sozialen Arbeit überprüfen wir die
vorgestellten Methoden bezüglich ihrer Umsetzbarkeit und beurteilen sie
anhand der fünf entwickelten Reflexionskriterien ( Kap. 7.4).
Alle vorgestellten Diagnosemethoden erfüllen die professionsethischen
Kriterien in großem Ausmaß und mit einer Einschränkung (bei der
Objektiven Hermeneutik) unterstützen sie die übergreifenden
Zielsetzungen der Sozialen Arbeit. Indem alle Methoden einen
(Sinn-)verstehenden Zugang zum Fall bzw. zur Fallthematik anstreben,