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Netzwerkkarte
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Mit der Netzwerkkarte kann das soziale Bezugssystem einer Klientin erfasst
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werden, wie es sich im Augenblick aus deren Sicht darstellt. Diese Methode
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wurde vom psychodramatischen Verfahren des ›Sozialen Atoms‹ abgeleitet,
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das die emotional bedeutsamen Beziehungen von Klienten abbildet (vgl.
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Bullinger/Nowak 1998:173). Grundlage für diese Art von Methoden bildet
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der Netzwerkansatz, der die Ressourcen von Beziehungen in sozialen
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Systemen nutzbar machen will (vgl. Kupfer/Nestmann 2018:172). Die
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Netzwerkkarte macht deutlich, welche sozialen Netzwerke in ihrer
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Zusammensetzung wie auch in ihrer wechselseitigen Verknüpfung oder in
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gegenseitiger Abgrenzung für eine Klientin von besonderer Bedeutung sind
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(vgl. Pantuček-Eisenbacher 2019:187 f.).
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Ausgangspunkt für das Erstellen einer ›egozentrierten
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Netzwerkkarte‹ (vgl. Kuper/Nestmann 2018:174, Kupfer 2018:321 ff., Röh
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2018b:330) ist die Klientin, sie bildet das Zentrum der Karte. Nun werden je
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nach Situation vier – oder auch mehr Felder – gewählt, die für die Klientin
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relevante Netzwerke darstellen (wie z. B. Familie, Freunde, Schule/Arbeit,
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professionelle Beziehungen, Freizeitgruppe etc.). In diesen Feldern werden
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die Personen des sozialen Umfelds eingetragen, wobei die Distanz zwischen
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Klientin und Person etwas aussagt über die Intensität der Beziehung: Je
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näher der Abstand zur Person, desto wichtiger ist die Beziehung aus Sicht
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der Klientin. In einem weiteren Schritt können zusätzlich die Beziehungen
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unter den aufgeführten Personen eingetragen werden. Wie die ausgefüllte
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Netzwerkkarte in Abbildung 18 verdeutlicht, entsteht ein Netz mit
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unterschiedlicher Ausprägung ( Abb. 18).
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Die ausgefüllte Netzwerkkarte gibt einerseits Aufschluss über die Anzahl
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der Kontaktpersonen, die vom Klienten als bedeutsam eingestuft werden;
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anderseits sagt sie etwas aus über die Verteilung der Kontaktpersonen auf
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die gewählten Felder sowie deren gegenseitige Vernetzung.
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Konstatierende Hypothesen zur ausgefüllten Netzwerkkarte in
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Abbildung 18:
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• Im Feld Familie bestehen einige für Max wichtige Beziehungen (er
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nennt sechs Personen), bei ›Professionellen Beziehungen ebenfalls
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einige. Im Feld ›Freunde/Bekannte‹ hingegen nennt er nur zwei
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Personen sowie eine einzige Person im Feld Arbeit.
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• Das Beziehungsnetz ist insgesamt klein, die einzelnen Felder sind
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teilweise miteinander vernetzt (Ausnahme Arbeitsfeld).
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• Die wichtigsten Personen für ihn sind seine beiden Brüder, seine Mutter
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und eine Freundin.
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