38 lines
2.7 KiB
Markdown
38 lines
2.7 KiB
Markdown
6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
|
|
|
|
Um die mittlerweile große Zahl an Programmen »bewerten« zu können, haben
|
|
Heinrichs et al. (2002) in einem Überblick Anforderungen an Präventionsprogramme formuliert (vgl. dazu auch Fröhlich-Gildhoff 2006b, S. 82 ff):
|
|
1. Ziele
|
|
Präventive Maßnahmen sollten »die Auftretenshäufigkeit von kindlichen Verhaltensstörungen reduzieren durch Verbesserung der elterlichen Erziehungspraktiken und/oder durch Stärkung der Resilienzfaktoren bei Kindern, durch
|
|
Verminderung familiärer Risikofaktoren oder durch Stärkung von sozialen
|
|
Schutzfaktoren« (Heinrichts et al. 2002, S. 173).
|
|
2. Theoretische Fundierung
|
|
Programme sollten auf Interventionszielen beruhen, »die nachweislich in einem
|
|
empirischen Zusammenhang mit der Verhinderung von Verhaltensstörungen bei
|
|
Kindern und Jugendlichen stehen. Die zugrundeliegenden empirisch bestätigten
|
|
theoretischen Annahmen sollten expliziert sein« (ebd.).
|
|
3. Empirische Fundierung
|
|
Die Wirksamkeit soll wissenschaftlich begründet sein, d. h. die »Inzidenzrate für
|
|
Störungen bei Kindern und Jugendlichen [soll] vermindert« (ebd.) werden. Dies
|
|
setzt prinzipiell eine Manualisierung voraus.
|
|
4. Gute Erreichbarkeit
|
|
Dies bedeutet, dass die Programme leicht zugänglich sein sollen.
|
|
Trotz immer wieder formulierter hoher Anforderungen an die empirische Absicherung derartiger Programme haben Präventionsstudien mit einer Reihe von
|
|
Problemen zu kämpfen:
|
|
• so ist unklar, ob die erwarteten Effekte direkt nach dem Programm eintreten oder
|
|
erst längere Zeit später;
|
|
• durch die Freiwilligkeit ergeben sich Probleme der Stichprobengewinnung und
|
|
eines höheren »drop-outs«;
|
|
• die Erfolgsmaße müssen relativ breit erfasst werden durch unterschiedliche Verfahren; dadurch sind die Studien relativ aufwändig.
|
|
Nicht zuletzt aufgrund dieser methodischen Probleme existieren nur wenige Metaanalysen für die Programme (vgl. Heinrichs et al. 2002, Schick & Ott 2002).
|
|
Beelmann (2006) hat in einem Überblick die Effekte verschiedener Arbeiten
|
|
überprüft. Dabei kommt er zusammenfassend zu dem Schluss, dass »präventive
|
|
Maßnahmen (…) signifikante und zum Teil beträchtliche Wirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen [haben]« (ebd., S. 151), wobei »gezielte
|
|
Präventionsmaßnahmen (…) in der Regel höhere Effektstärken auf[weisen] als
|
|
universelle Strategien« (ebd.).
|
|
Da ein breiterer Überblick zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung in
|
|
dem Buch »Angewandte Entwicklungspsychologie der Kindheit« (Fröhlich-Gildhoff
|
|
2013) gegeben wird, stellt die folgende Zusammenstellung nur einen Überblick dar;
|
|
beispielhaft sind drei Programme etwas ausführlicher beschrieben.
|
|
288
|