2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/286.md

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6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
Die Zusammenarbeit mit Familien basiert auf einer Grundhaltung, die durch
Wertschätzung und grundsätzliche Akzeptanz der Familie und aller einzelnen
Mitglieder sowie Allparteilichkeit gekennzeichnet ist. Wichtig sind Kongruenz
und Selbstachtung des Therapeuten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht zunächst
die Auftragsklärung. Wichtig ist immer wieder ein transparentes Vorgehen. Auf
dieser Basis können unterschiedliche Techniken wie Ressourcenaktivierung,
Neudefinition des Problems, Reframing, Familiengenogramm oder Familienskulpturen eingesetzt werden.
Einen etwas anderen Arbeitseinsatz stellen sogenannte Elternkurse dar. Diese
Kurse haben in der Regel primär-präventiven Charakter, sie dienen der Stärkung
der Erziehungskompetenz von Eltern und der Veränderung elterlicher Haltungen, bevor Auffälligkeiten bei den Kindern entstanden sind. Beispiele für solche
Kurse sind Triple P, das Gordon Familientraining, das Training Kess, das Programm STEP und das Programm »Starke Eltern Starke Kinder«. In der Vergangenheit hat es sich als schwierig herausgestellt, Eltern, die klasischerweise nich
an Kursangeboten teilnehmen oder Eltern mit Migrationshintergrund mit Kursen oder Elterntrainings zu erreichen. Programme für diese Zielgruppen werden
zunehmend entwickelt.
Fragen zur Selbstüberprüfung
1. Wie lässt sich das Grundproblem im Beziehungsdreieck Therapeut, Eltern,
Kind/Jugendlicher beschreiben?
2. Wie können Therapeuten dafür sorgen, Kongruenz und Selbstachtung zu sichern?
3. Welche Unterschiede lassen sich in der Zusammenarbeit mit Bezugspersonen
bei Therapien mit Kindern einerseits und Jugendlichen-Therapien andererseits
beschreiben?
4. Was ist mit der Technik der »Familienskulptur« gemeint?
5. Welches sind wichtige Unterschiede zwischen den Programmen Triple P und
»Starke Eltern Starke Kinder«?
6.6
Prävention und Resilienzförderung
Wie in diesem Band vielfach deutlich wurde, liegen die Wurzeln für viele Verhaltensauffälligkeiten in der (frühen) Kindheit. Die Lebenserfahrungen des Kindes im
Zusammenspiel mit biologischen Ausgangsbedingungen und Risiko- und Schutzfaktoren können zu dysfunktionalen Bewältigungsstrukturen, unzureichender
Problemlösefähigkeit, zu Einschränkungen bei der Affektregulation usw. führen.
Auf diesem Hintergrund ist es logisch, dass möglichst frühzeitig präventive Hilfen
für Eltern und Kinder realisiert werden sollten, um die Verfestigung von Verhal286