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6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
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• Bei Elterngesprächen und insbesondere dann, wenn das Kind oder der Jugendliche nicht daran teilnehmen kann, übernimmt der Therapeut die Rolle des abwesenden Kindes (Identifikation mit dem abwesenden Kind).
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• Identifizierungen mit den Eltern oder einem Elternteil.
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Bei all diesen Rollenzuschreibungen handelt es sich auch um Versuche von Koalitionsbildungen. Der Therapeut wird immer wieder in die wechselnden Koalitionen
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einbezogen, er wird »für Koalitionsbildungen gebraucht« und so wird seine Rolle als
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überparteilicher Partner immer wieder bedroht. Gleichzeitig wird er als Person
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gebraucht. Der Therapeut muss also mit der Gefahr leben, in Loyalitätskonflikte
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verstrickt zu werden.
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Hinzu tritt die Gefahr einer potenziellen Kränkungsspirale (Fröhlich-Gildhoff et
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al. 2020): Wenn die eigenen Kinder Verhaltensweisen zeigen, die auf andere »störend« oder »auffällig« wirken – und wegen denen die Eltern externe Hilfe beanspruchen müssen – , so wird damit das psychische Grundbedürfnis des »Selbstwertschutzes« (Grawe 2004) der Eltern berührt. Sie fühlen sich möglicherweise als
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schuldig oder als Versager. Die Bedrohung dieses Bedürfnisses aktiviert Schutz- und
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Abwehrmechanismen, sie versuchen möglicherweise sich zu wehren und das (professionelle) Gegenüber anzugreifen und dessen Kompetenz infrage zu stellen (»wie
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lange arbeiten Sie schon in Ihrem Beruf ?«, »bei uns zeigt er das angeblich störende
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Verhalten nicht, das liegt allein an der Schule«, …). Dadurch wird widerum das
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Grundbedüfnis des Selbstwertschutzes bei den Professionellen verletzt – sie wehren
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sich. Es entsteht eine Kränkungsspirale gegenseitiger Abwertung und im schlechtesten Fall ein Kontaktabbruch.
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Diese Dynamiken bestehen vom ersten Moment der Begegnung im Erstkontakt!
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Die dargestellten Probleme lassen sich begrenzen durch:
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• eine Grundhaltung, die für die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Familie
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und den Therapeuten entwicklungsförderlich ist,
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• eindeutige und immer wieder zu wiederholende Auftragsklärungen, ein
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Höchstmaß an Transparenz,
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• die reflexive Sicherung und Selbstvergewisserung der Kompetenz des/der Profesionellen
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• die Gestaltung des therapeutischen Settings und einzelne Techniken.
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Grundprinzipien
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Grundhaltung
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Es ist zunächst von großer Bedeutung, allen Beteiligten deutlich zu machen, dass es
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von der Grundkonstellation ein wichtiger Unterschied ist, ob der Therapeut »nur«
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eine Einzeltherapie macht oder ob er auch mit dem System oder Teilen davon
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arbeitet. Die therapeutische Grundhaltung sollte durch folgende Elemente gekennzeichnet sein:
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