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6.4 Kinder- und Jugendpsychiatrie
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Behandlung, die in anderen (in diesem Buch vorgestellten) Unterstützungsformen
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nicht möglich ist und praktiziert wird. Das Behandlungsspektrum wird ergänzt
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durch Ergotherapie oder andere spezielle Rehabilitationsmaßnahmen. Die Arbeit in
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der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie setzt auf ein vernetztes diagnostisches und
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therapeutisches Angebot, so dass in der Regel auch Kooperationen mit anderen
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Diensten, zum Beispiel aus der Kinder- und Jugendhilfe zum Alltag gehören.
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In einer breiten und auch lange Zeiträume erfassenden Therapie-Evaluationsstudie
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zeigten sich folgende Ergebnisse (Remschmidt & Mattejat 2003, vgl auch die
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Übersichtsarbeiten zu Wirksamkeit Bachmann et al. 2008a, b):
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• Therapeutische Maßnahmen:
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»Die familienbezogenen Maßnahmen nehmen den höchsten Stellenwert ein;
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diese Maßnahmen werden bei fast 80 % aller Patienten durchgeführt. Es folgen
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die individuelle Psychotherapie des einzelnen Patienten (bei etwa 43 %), andere
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umfeldbezogene Maßnahmen und Übungsbehandlungen sowie die Medikation,
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die in dieser Gesamtstichprobe nur bei 12 % aller Behandlungsfälle durchgeführt«
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wird (ebd., S. 899) – hier zeigt sich, dass das oft geäußerte Vorurteil, die Kinderund Jugendpsychiatrie würde vor allen Dingen mit Hilfe von Medikamenten
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behandeln, irreführend ist.
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• Erfolg:
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Bei einer Analyse des Zusammenhangs zwischen Diagnose und Behandlungserfolg konnten im ambulanten Setting Erfolgsquoten von 14 % (Persönlichkeitsstörungen) bis 66 % (Neurosen) festgestellt werden (bei einer mittleren Erfolgsquote von ca. 60 %); im stationären Rahmen reicht die Spanne von 36 % Erfolg
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(»dissoziale Syndrome«) bis hin zu 87 % (Anorexia Nervosa).
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• Dauer:
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Hier zeigte sich, dass der »Prozentsatz der erfolgreichen Behandlungen mit steigender Therapiedauer zunimmt. Im stationären Bereich sind Behandlungen, die
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weniger als drei Monate dauern, im Durchschnitt deutlich weniger erfolgreich als
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Therapien mit einer längeren Dauer (…). [Dies] ist ein wichtiges Ergebnis, denn
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man kann die Behandlungsdauer nicht beliebig reduzieren, wenn man überhaupt
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noch Therapieerfolge erzielen und nicht in eine ›Drehtür-Kinder- und Jugendpsychiatrie‹ zurückfallen will, die im stationären Setting permanent mit Rückfällen und raschen Wiederaufnahmen zu rechnen hat. Ein ähnlicher Zusammenhang ergibt sich zwischen Therapieintensität (gemessen an der Anzahl der
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therapeutischen Sitzungen) und Therapieerfolg« (ebd., S. 900 f).
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Bedingt durch die erhöhten psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen durch die COVID-19 Pandemie (Schlack et al. 2022) zeigen sich gestiegene
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Bedarfe, z. B. der Akutaufnahme, und lange Wartezeiten auf Plätze in ambulanter
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sowie stationärer Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland (Sevecke et
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al. 2022) und Österreich (Thun-Hohenstein, 2022).
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Teilweise werden neue Konzepte wie »Home-Treatments« erprobt, deren Evaluation mit der »klassischen« Kinder- und Jugendpsychiatrie vergleichbare Resultate
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