2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/272.md

33 lines
2.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
In diesem Band wird der aktuelle Stand aus der verhaltenstherapuetischen Perspektive zusammengetragen.
Wampold, B. E., Imel, Z. E. & Flückiger, C. (2018). Die Psychotherapie-Debatte: was Psychotherapie wirksam macht. Bern: Hogrefe.
Die Autoren stellen differenziert die Perspektiven rund um die Wirkfaktoren in der
Psychotherapie dar, wobei ihre Ergebnisse in Richtung eines allgemeinen Wirkfaktormodells weisen.
6.4
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Da die Kinder- und Jugendpsychiatrie ein wichtiger Baustein im System der Unterstützung und Versorgung von verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen
darstellt, sollen wesentliche Grundprinzipien an dieser Stelle kurz vorgestellt werden. Zur vertieften Betrachtung empfiehlt sich die weiterführende Literatur (s. u.).
»Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist zuständig für Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Prävention psychischer und neuropsychiatrischer Störungen und
Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen von der Geburt bis zur Volljährigkeit«
(Remschmidt 1979). In diesem Vorwort zur ersten Auflage des Lehrbuchs zur
Kinder- und Jugendpsychiatrie beschreibt Remschmidt das sehr breite Aufgabenspektrum dieses Fachgebiets. Dieses Spektrum hat sich in den vergangenen 40
Jahren herausgebildet und ausdifferenziert, wodurch sich mittlerweile erhebliche
Fortschritte ergeben haben. So hat sich ein Behandlungsspektrum im ambulanten
(Ambulanzen an Kliniken für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, die auch dezentral etabliert worden sind; niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater), teilstationären (Tageskliniken) und stationären (Kliniken für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie) Setting flächendeckend etabliert.
Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird auf der Grundlage eines eher
medizinisch orientierten Krankheitsbildes bzw. -modells ein in der Regel sehr breites
und vor allem multidisziplinäres, therapeutisches Arbeiten mit den Patienten und
zumeist auch ihren Bezugspersonen realisiert.
Im stationären Bereich werden in der Regel Patienten mit schwereren Auffälligkeiten und Erkrankungen oftmals mit einem beträchtlichen Maß an Selbst- und
Fremdgefährdung behandelt.
Als wesentliche Voraussetzung für die Therapie in allen Behandlungssettings wird
eine »mehrdimensionale Diagnostik« (Kölch et al. 2020) angesehen.
Das Behandlungsspektrum umfasst unterschiedlich orientierte psychotherapeutische Interventionen (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Spieltherapie, etc.) im Einzel- und Gruppensetting.
Diese werden ergänzt durch Familientherapie und/oder Elterntrainings. Eine Besonderheit kinder- und jugendpsychiatrischer Interventionen ist die medikamentöse
272