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6.1 Frühe Hilfen
auch durch verschiedene Zugangswege und Finanzierungen zustande komme. Diese »stellt eine Schwierigkeit dar, die Leistungen sinnvoll einzusetzen und interdisziplinäre, aber auch interinstitutionelle Zusammenarbeit zu fördern. Aktuell bestehen in der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe und der Gesundheitshilfe in Deutschland nach wie vor geteilte Zuständigkeiten je nach ›Art‹ der Behinderung. So werden Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) ›seelischen Behinderung‹ sowie ihre Familien vom Kinder- und Jugendhilfesystem unterstützt, solche mit einer (drohenden) ›körperlichen oder geistigen Behinderung‹ fallen hingegen in die sachliche Zuständigkeit der Sozialämter (Eingliederungshilfe). Dies führt zu Ungleichbehandlungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die den Diskriminierungsverboten der UN-Behindertenrechtskonvention sowie der UN-Kinderrechtskonvention widersprechen und die aufgelöst werden müssen, wenn die beiden Konventionen in Einklang gebracht und in der Praxis verwirklicht werden sollen« (Thyen & Simon, 2020, S. 204). In diese Richtung könnte das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) gehen, das 2021 verabschiedet wurde und unter anderem vorsieht, Hilfen aus einer Hand für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen zu ermöglichen. Dieser Teil des Gesetzesvorhabens ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt (März 2023) noch nicht abgeschlossen; welche Konsequenzen sich daraus ggf. ergeben, bleibt abzuwarten. Weiterführende Literatur Auf der Homepage des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen werden praktische Arbeitshilfen, aber auch wissenschaftliche Literatur und Literaturlisten zum Thema zur Verfügung gestellt: https://www.fruehehilfen.de/service/ Cierpka, M. (Hrsg.). (2014). Frühe Kindheit 0–3 Jahre: Beratung und Psychotherapie für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. Berlin, Heidelberg: Springer.
In diesem Band werden Grundlagen der Entwicklungspsychologie des frühen Alters, aber auch der Entwicklungsbedingungen und vor allem praktische unterstützende Interventionen für Familien vorgestellt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Darstellung von Entwicklungsproblemen der Altersstufe. Papousek, M., Schieche, M. & Wurmser, H. (Hrsg.) (2004). Regulationsstörungen der frühen Kindheit. Frühe Risiken und Hilfen im Entwicklungskontext der Eltern- und Kindbeziehungen. Bern: Huber.
Dieses Buch gibt einen breiten Überblick über Entwicklungsbedingungen und Interaktionsprozesse – und ihre Störungsmöglichkeiten – in der frühesten Kindheit. Davon ausgehend werden verschiedene Formen früher Hilfen – mit einem guten Praxisbezug – vorgestellt.
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