34 lines
2.9 KiB
Markdown
34 lines
2.9 KiB
Markdown
6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
|
|
|
|
lungstests), verwendet förderdiagnostische Verfahren, sowie eingebundene, freie
|
|
und hypothesengeleitete Beobachtung des spontanen Verhaltens des Kindes. In der
|
|
ersten diagnostischen Phase werden die Einzelergebnisse zusammengestellt, um
|
|
dann als Grundlage für eine Zielformulierung und gegebenenfalls als Förder- und
|
|
Behandlungsplan erfasst zu werden.
|
|
Grundsätzlich soll sich die Diagnsotik am System der »Internationalen Klassifikation der Funk- tionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit« (ICF) orientieren, die
|
|
ihrerseits einem bio-psycho-sozialen Verständnis folgt. »Es soll die medizinischen
|
|
Klassifikationssysteme (ICD-10 bzw. DSM-5) ergänzen, die zur Erstellung von
|
|
Diagnosen und Diagnoseverschlüsselung (gegenüber Krankenkassen und anderen
|
|
Kostenträgern) verwendet werden. Die Klassifikation von Behinderungen oder
|
|
Entwicklungsauffälligkeiten innerhalb der medizinischen Klassifikationssysteme
|
|
liefert diagnostische Kategorien als ätiologischer Rahmen, die ICF eine ergänzende
|
|
Beschreibung der Auswirkungen auf die soziale Teilhabe als Orientierungshilfe für
|
|
die Förder- und Behandlungsplanung« (Sarimski, 2022, S. 59). Jedoch ist die Umsetzung der Kodierung sehr aufwändig, weswegen eine flächendeckende Umsetzung teilweise kritisch gesehen wird.
|
|
Mitteilen der Diagnostik
|
|
Die Sensibilität der Frühförderfachkräfte ist besonders gefragt, wenn am Ende der
|
|
Diagnostik eine Rückmeldung über die Stärken und Schwächen des Kindes verbunden mit einer Ziel- und Perspektivenerarbeitung ansteht. In dem Moment, in
|
|
dem eine Diagnose definitiv mitgeteilt wird und die Befürchtungen der Eltern in
|
|
Worte gefasst werden, kann bei den Eltern eine Schockwirkung eintreten. Gerade
|
|
bei der Vermittlung von langfristigen Behinderungen und Einschränkungen kann
|
|
eine tiefe Betroffenheit eintreten. Eigene Lebenserfahrungen, Verletzungen, Demütigungen, Kränkungen werden hierdurch wieder aktiviert und verstärken Wut,
|
|
Ohmnacht und Abwehr (Sohns 2004, S. 75).
|
|
Die Auseinandersetzung mit der Behinderung des eigenen Kindes gestaltet sich
|
|
durch immer wieder eintretende Teilprozesse zu einem fortlaufenden Wechselspiel
|
|
von Verunsicherungs-, Diskussions-, Orientierungs- und Bewältigungsphasen (siehe
|
|
hierzu Trauermodelle von Jonas, Schuchard & Eulitz 2004, S. 75 ff); Elterngruppen
|
|
können hier unterstützend wirken.
|
|
Förderung und Therapie des Kindes
|
|
Die Therapie des Kindes kann mit medizinisch-neurologischem oder mit pädagogisch-psychologischem Schwerpunkt erfolgen. Ergotherapie, Logopädie und Krankengymnastik werden medizinischen Frühförderbehandlungen zugeordnet. Heilpädagogik, Sonderpädagogik und Psychologie werden der pädagogischpsychologischen Frühtherapie zugeordnet (Bierbach 1992, S. 43).
|
|
Hier gibt es viele Überschneidungen der Methoden und Ansätze. Speck bezeichnet einen solchen Ansatz als »multikonzeptionellen Ansatz« (Speck 2004,
|
|
234
|