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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
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befinden«; sie »verfügen nicht über ausreichende innerlich verankerte gute
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Selbst- und Objektbilder und funktionsfähige innere Landkarten« (ebd., S. 175),
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um die anstehenden Entwicklungsaufgaben und die damit verbundenen Krisen
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meistern zu können. Diese Jugendlichen haben in ihrer Geschichte ein unzureichendes Maß an emotionaler Spiegelung, Kontinuität und emotionaler Sicherheit erfahren. Durch diese fehlende Spiegelung und folgende eingeschränkte
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Mentalisierung konnte das selbstregulatorische System sich nicht ausreichend
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entwickeln (ein Mangel an Problemlösefähigkeiten und sozialer Kompetenz
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konnte in einer Studie von Colsman & Wulfert (2002) bei Substanzmissbrauchenden Jugendlichen festgestellt werden). Die Betroffenen sind weniger in der
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Lage, mit Stress und Belastungen umzugehen. Die Erfahrungen der fehlenden
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Unterstützung und des Nicht-Gehalten-Werdens »führt zu einem inneren Arbeitsmodell, einer zentralen Beziehungserfahrung, bei Belastungen auf sich gestellt zu sein und von außen keine regulierende Unterstützung zu finden, allein,
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ohne einen regulierenden Anderen zu sein – Bedingungen, die zu antisozialen
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und Suchtentwicklungen führen können« (ebd., S. 177). Durch die fehlenden
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Spiegelungen wird die Entwicklung von Selbstreflexivität und kognitiver Differenzierung eingeschränkt und Handeln – und als solches muss Suchtverhalten im
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Bewältigungsprozess verstanden werden – wird gegenüber Ver-Handeln und z. B.
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verbalem Problemlösen dominant.
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b) Besondere Bedeutungen haben psychotraumatische Erfahrungen. Hierzu gibt es
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Untersuchungen (De Bellis 2002), dass Misshandlungen in der Kindheit ein erhöhtes Risiko bedeuten, eine Suchterkrankung zu entwickeln; es bestehen also
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Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen traumatischen Belastungen und
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Suchtentwicklung (vgl. ebenfalls Streeck-Fischer 2006b, Besser 2006).
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c) In ihrer Zusammenstellung über Risikobedingungen in der Eltern-Kind-Interaktion kommt Al-Wiswasi zu folgendem Ergebnis: »Ein negatives Familienklima,
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das gekennzeichnet ist durch (…) soziale Kontrolle, geringe elterliche Fürsorge,
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harte Disziplin, geringen Ausdruck von Zuneigung, wenige Unterstützung und
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Gleichgültigkeit seitens der Eltern sowie ein chaotischer Tagesablauf steigern (…)
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das Risiko für Substanzkonsum« (Al-Wiswasi 2004, S. 69).
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Sozioökonomischer Status
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Gegenüber der Art der Eltern-Kind-Interaktion und der Bedeutung der Peer-Gruppe
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(s. u.) hat offensichtlich der sozioökonomische Status einen geringeren Einfluss. In
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einer Analyse der WHO-Studie »Health Behavior in School Age Children« kommen
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Richter und Hurrelmann zu dem Ergebnis: »Während der Berufsstatus der Eltern
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und der familiäre Wohlstand nur einen schwachen Einfluss auf den Substanzkonsum von Jugendlichen aufwiesen, stand der Schultyp in einer engeren Beziehung
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zum Tabak- und Alkoholkonsum. Für den Cannabiskonsum konnten weder sozioökonomische noch Schulform-spezifische Unterschiede nachgewiesen werden«
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(Richter & Hurrelmann 2004, S. 258). Erhöhter Alkohol- und Zigarettenkonsum
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trat vor allen Dingen bei Jugendlichen in Haupt- und Realschulen auf. Diese Zahlen
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werden durch die »Drogenaffinitätsstudie« (BZgA 2012) bestätigt.
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