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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
• Wiederholtes oder chronisches Ausgesetztsein (Exposition) durch eine oder
mehrere, die Entwicklung beeinträchtigenden Formen interpersoneller Traumatisierung (Preisgegebensein, Vertrauensbruch, sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch, Zeugenschaft). Die Ereignisse sind verbunden
mit subjektiven Gefühlen von Wut, Angst, Scham, Hoffnungslosigkeit und des
Gefühls des Verlusts von Vertrauen.
• Durch Traumahinweisreize (Trigger) ausgelöste Muster wiederholter und fixierter
Dysregulationen, die sich in der Störung von normalerweise vorhandenen Entwicklungskompetenzen zeigt. Die Dysregulation kann sich auf die Affekte
(mangelnde Affektregulation und -toleranz), somatische Aspekte (motorische
Probleme), das Verhalten (große Impulsivität, Selbst-Verletzungen), das Denken
(Dissoziative Phänomene, Konzentrationsschwierigkeiten) und auf die Beziehungsgestaltung (Misstrauen, Entwicklung einer desorganisierten Bindung) beziehen.
• Dieses Grundmuster fördert die Entstehung komorbider Störungen (Dissoziative
Störungen, stoffgebundene Abhängigkeit, bipolare Störungen, Depression, somatoforme Störungen und Störungen des Sozialverhaltens).
• Generalisierte negative Erwartungshaltung (negative Selbst-Attribuierung, Verlust der Erwartung, von protektiven Personen geschützt zu werden, Verlust von
Vertrauen in soziale Hilfsangebote und Schutz, Erwartung von zukünftiger
Viktimisierung).
• Funktionale Beeinträchtigung in unterschiedlichen Lebensbereichen (Familie,
Schule, Peer-Gruppe, Legalverhalten).
Das folgende Schema (c Abb. 5.15) zeigt den funktionalen und zeitlichen Zusammenhang der verschiedenen Diagnosen (Landolt 2007):
Psychotrauma
Akute Belastungsreaktion
Anpassungsstörungen
Posttraumatische
Belastungsstörung
Komplexe Störungen
Dissoziative Störungen, somatoforme
Störungen, Persönlichkeitsveränderungen
nach Extrembelastung, komplizierte Trauer usw.
Abb. 5.15: Klassifikation von Traumafolgestörungen (aus: Landolt 2007, S. 33; mit
freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
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