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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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Tab. 5.10: Klassifikation traumatische Ereignisse (aus: Landolt, 2004; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
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Zwischenmenschliche Gewalt
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Typ-1
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Trauma
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Überfall, Vergewaltigung,
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medizinische Eingriffe
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Sexuelle (familiäre) Gewalt,
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Krieg, Folter
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Unfall, Erdbeben, Brand,
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Unfall
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Dürre, Hungersnot, AKWUnglück
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Typ-2
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Trauma
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Natur(Technik‐)katastrophen Akzidentelle Traumata
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Die ICD-10 Diagnostik hält verschiedene Diagnosen für Typ-1 Trauma bereit:
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• Die akute Belastungsreaktion (F43.0) tritt in den ersten Stunden bis Tagen auf und
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weist ein »gemischtes und gewöhnlich wechselndes Bild auf; nach dem anfänglichen Zustand von Betäubung werden Depression, Angst, Ärger, Verzweiflung,
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Überaktivität und Rückzug beobachtet« (Dilling et al. 2000). Zudem treten dissoziative Zustände auf.
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• Im zeitlichen Verlauf können Anpassungsstörungen (F43.2X) auftreten, die sich
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hauptsächliche als depressive, regressive, ängstliche Verhaltenweisen, als gestörtes
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Sozialverhalten oder abnorme Trauer zeigen.
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• Die sogenannte posttraumatische Belastungsstörung PTBS (F43.1) kann frühestens
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nach einem Monat diagnostiziert werden, sie kann aber auch mit einer Latenzzeit
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bis zu sechs Monaten auftreten. Sie ist durch ein objektives Kriterium nämlich
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»eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes« (Dilling et al. 2004) bestimmt und durch eine Symptomtrias
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charakterisiert:
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1. Wiedererleben des Traumas (Intrusionen)
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2. Anhaltende Vermeidung von Traumahinweisreizen
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3. Physiologische Übererregung (Arousal): Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Hypervigilanz und übertriebene Schreckreaktion.
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Zu beachten ist, dass eine hohe Komorbidität anderer psychischer Störungen mit
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der PTBS besteht. Hier sind insbesondere depressive Störungen, Angststörungen,
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Störungen des Sozialverhaltens sowie Substanzabhängigkeit und somatoforme
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Störungen zu nennen. Auf die mögliche Traumabedingtheit von ADHS-Symptomen wird immer wieder hingewiesen.
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Die bisherige Fassung der ICD-11 hat keine spezifische Kategorie für die PTBS bei
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Kindern und Jugendlichen. Unterschieden wird zwischen der (passageren) »Akuten
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Belastungsreaktion« (QE84), der »Posttraumatischen Belastungsstörung« (6B40), der
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»Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung« (6B41), der »Verlängerten
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Trauerstörung« (6B42) sowie der »Anpassungsstörung« (6B43) (BfArM 2022).
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Für Typ-2 traumatisierte Kinder und Jugendliche existieren noch keine anerkannten und validen Kriterien. Van der Kolk (2005) hat den Wissenstand zusammengetragen und als Diagnosebezeichnung den Begriff Developmental Trauma
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Disorder gewählt. Dieses Störungsbild ist wie folgt definiert:
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