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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
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mend setzt sich in der Fachdiskussion durch, den Begriff der Persönlichkeitsentwicklungsstörung zu benutzen.
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Bei der Borderlinestörung handelt es sich um einen Symptomkomplex, der
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gekennzeichnet ist durch: Eine hohe Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Selbstbild, heftige und schnelle Gefühlsschwankungen, eine
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deutliche Impulsivität, vor allem eine oftmals extreme Wut, häufig ein chronisches Gefühl von Leere sowie selbstverletzendes Verhalten.
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Konsistente epidemiologische Daten fehlen für die Jugendlichen; bei Erwachsenen geht man davon aus, dass etwa 1–2 % der Bevölkerung von dem
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Störungsbild betroffen sind, drei Viertel davon sind Frauen. Die Symptomatik
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beginnt deutlich aufzutreten in der späteren Adoleszenz bzw. dem jüngeren
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Erwachsenenalter – die Wurzeln liegen allerdings in früher Kindheit. Es handelt
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sich um eine sogenannte »frühe Störung« bzw. eine »Selbststrukturstörung«.
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In dieser frühen Zeit haben sich desorganisierte Beziehungsmuster entwickelt,
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die im Zusammenspiel mit traumatisierenden Erfahrungen, zum Teil auch
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einem »schwierigen Temperament« zur Vielzahl der Symptome führen. Die Patientinnen haben besondere Probleme, innere Zustände von sich und anderen
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innerpsychisch abzubilden aufgrund der erfahrenen eigenen Vernachlässigungen
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bzw. Inkonsistenzen. Es kommt zu einem dauerhaften Gefühl von Unsicherheit
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in zwischenmenschlichen Beziehungen. Dieses wird versucht, über einfache
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Strukturbildungen auszugleichen, z. B. massive Aggression/Autoaggression,
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übermäßige Idealisierung, rigide Schwarz-Weiß-Betrachtungen der Welt.
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Für die unterstützende Begegnung ist in erster Linie der Aufbau einer sicheren
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Bindung bzw. Beziehung wichtig; die Betroffenen sollen neue, Halt gebende
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Erfahrungen machen und diese innerpsychisch abbilden können. Durch die
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genaue Affektspiegelung kann es zum Aufbau stabiler Repräsentationen kommen. Diese »korrigierenden emotionalen Erfahrungen« bilden die Grundlage für
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ein weiteres, gezieltes Vorgehen. Eine bewährte Methode zu einer Verbesserung
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der Weltbegegnung ist die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT).
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Fragen zur Selbstüberprüfung
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1. Welche Argumente sprechen gegen die Verwendung der Kategorie der Persönlichkeitsstörung bei Kindern und Jugendlichen?
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2. Wie lässt sich der »Kreislauf stabiler Instabilität« genauer beschreiben?
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3. Wie kann man die mangelnde Fähigkeit zur Affektregulation bei Borderlinepatientinnen erklären?
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4. Welche Bedeutung haben die oftmals beobachtbaren starken Autoaggressionen für das psychische Überleben der Patientinnen?
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5. Welche besonderen Ressourcen zeigen Borderlinepatientinnen?
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6. Was sind die wesentlichen Kennzeichen des Konzepts der DBT?
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