36 lines
2.4 KiB
Markdown
36 lines
2.4 KiB
Markdown
5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
|
||
|
||
einerseits klar strukturiert, andererseits immer wieder auf die individuelle Situation
|
||
der Patientin bezogen. Der Ablauf der Behandlung gliedert sich in vier Phasen
|
||
(c Tab. 5.9):
|
||
Tab. 5.9: Therapiephasen der DBT (aus: Bohus, 2002, S. 29; mit freundlicher Genehmigung
|
||
des Hogrefe Verlags)
|
||
Vorbereitungsphase
|
||
1. Therapiephase: Schwere Probleme auf der Verhaltensebene
|
||
• Verbesserung der Überlebensstrategien (Umgang mit suizidalen Krisen)
|
||
• Verbesserung der Therapiecompliance (Umgang mit Verhaltensmustern, die die Fortsetzung oder den Fortschritt der Therapie verhindern)
|
||
• Verbesserung der Lebensqualität (Umgang mit Verhaltensmustern, durch welche die
|
||
emotionale Balance schwer gestört wird)
|
||
• Verbesserung von Verhaltensfertigkeiten (Skills)
|
||
2. Therapiephase: Probleme mit Folgen von traumatischen Erfahrungen
|
||
• Verbesserung von Symptomen, die im Rahmen eines posttraumatischen Streßsyndroms
|
||
auftreten
|
||
• Revision trauma-assoziierter Schemata
|
||
3. Therapiephase: Probleme der Lebensführung
|
||
• Integration des Gelernten und Neuorientierung
|
||
|
||
Wichtiges Grundprinzip ist zum einen die Validierung: Die persönlichen Erfahrungen der Patientinnen werden als Ausgangspunkt genommen, um mit ihnen
|
||
darin deutliche realitätsbezogene Anteile zu finden und diese ihnen zurückzumelden. Ein weiteres Grundprinzip ist das der Transparenz: Klare Regelsysteme – inklusive eines Therapievertrages – werden zu Beginn besprochen und sind immer
|
||
wieder Bezugspunkt für die Therapie.
|
||
Im Rahmen eines Gruppenprogramms wird auf edukativer Ebene ein Fertigkeiten-Training durchgeführt. Hier werden sehr konkret Hilfen zur Bewältigung
|
||
von Situationen vermittelt und eingeübt. Themen sind: Innere Achtsamkeit, zwischenmenschliche Fähigkeiten, bewusster Umgang mit Gefühlen, sowie Stresstoleranz (eine ausführliche Darstellung findet sich in Bohus 2002).
|
||
Die DBT ist zunächst für die Therapie mit (jungen) Erwachsenen konzipiert
|
||
worden. Mittlerweile gibt es eine Adaptation für jugendliche Patientinnen (DBT-A),
|
||
die zumindest eine deutliche Reduktion der Suizidalität und selbstverletzenden
|
||
Verhaltensweisen als Effekt hat (vgl. Fleischhaker et al. 2006).
|
||
Zusammenfassung
|
||
Der Begriff der (Borderline‐)Persönlichkeitsstörung ist in seiner Anwendung auf
|
||
Jugendliche umstritten, weil diese noch im Entwicklungsprozess sind; zuneh-
|
||
|
||
188
|