2.0 KiB
5.3 Komplexe Auffälligkeiten
Interpersonelle Probleme
Emotionsdysregulation
Impulsives Verhalten
Abb. 5.12: Teufelskreis Stabile Instabilität (aus: Franke & Kämmerer, 2001, S. 399; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
• Oftmals ist ein hohes Maß an Kreativität zu beobachten, • emotionale Intensität und Direktheit kann auch als Stärke gesehen werden, • Gleiches gilt für die Spontaneität; • weiterhin besteht die »Fähigkeit, interpersonelles Geschehen besonders intensiv wahrnehmen zu können« (ebd., S. 399). Epidemiologie Da die Diagnose der Borderline-Störung im Jugend- und mehr noch im Kindesalter umstritten ist (s. o.), existieren so gut wie keine verlässlichen Daten über Häufigkeit und Komorbiditäten für dieses Lebensalter. Die im Folgenden aufgeführten Zahlen sind in der Regel aus Untersuchungen mit/an Jugendlichen und Erwachsenen gewonnen. Prävalenz Die Daten der Prävalenz der Borderline-Störung schwanken in Abhängigkeit von den verwendeten diagnostischen Kriterien und den Instrumenten. In der aktuellen Fassung der S3 Leitlinien zur Borderline Persönlichkeitsstörung wird ausgeführt: »Die einzige in Deutschland durchgeführte epidemiologische Studie mit standardisierten Interviews zur Diagnostik an 2.488 Personen aus der Allgemeinbevölkerung weist auf eine Fünf-bis-Zehn-Jahres-Prävalenz der BPS von 0,8 % hin. Für Adoleszente gelten vergleichbare Zahlen wie für Erwachsene von 1 bis 3 % BPSAnteil in bevölkerungsrepräsentativen Studien« (AWMF 2022, S. 20). In Behandlungssettings liegt die Prävalenz mit 11,8 % bis 22,4 % deutlich höher, bei Jugendlichen sogar bis zu 35,6 % (ebd.). Aufgrund der Problematik und des Leidensdrucks befinden sich über 80 % der Betroffenen in irgendeiner Form von psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung (vgl. Bohus 2002). Geschlechterdifferenzen Es gibt übereinstimmend in allen Studien ein deutliches Übergewicht weiblicher Patientinnen. Sowohl im ambulanten als auch stationären klinischen Kontext waren 179