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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
machen zu können, um sich in ihrem Beziehungsverhalten neu orientieren zu
können. Wichtige Elemente sind:
• Aufbrechen der feindselig »getunten« Haltung gegenüber der Umwelt durch
eine Veränderung der Fremd- und Selbstwahrnehmung;
• Differenzierung der Emotionen, besonders durch genaues »Spiegeln« und
möglicherweise erlebnisaktivierende Methoden;
• Konsequente Veränderung der stark aggressiv gefärbten sozial-kognitiven Informationsverarbeitung; auch hier sind konfrontative Methoden einzusetzen:
insbesondere der Aspekt, dass Dominanz und Kontrolle wichtiger als prosoziale Ziele betrachtet werden, muss konsequent thematisiert werden;
• Nicht zuletzt ist wichtig, den betroffenen Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zu einer konstruktiven Bestätigung ihres Selbstwertes zu geben: es
nützt wenig, ihnen ihre spezifische Form der Selbstwerterhaltung, nämlich
die Aggression, zu nehmen und ihnen keine Verhaltensalternative zur Verfügung zu stellen. Daher ist es wichtig, Selbstwirksamkeitserfahrungen zu
initiieren und an den vorhandenen Stärken und Ressourcen der Betroffenen
anzusetzen.
5. Die Arbeit mit aggressiven und gewalttätigen Kindern und Jugendlichen ist
mühsam und fordert die Pädagogen und Therapeuten in besonderer Weise heraus vor allem, weil das eigene Wertesystem immer wieder infrage gestellt wird
und kurzfristige Erfolge oft nicht möglich sind. Daher ist es wichtig, für sich
selbst Sorge zu tragen und dann auch Burn-Out-Prophylaxe zu betreiben.
Geeignete Möglichkeiten können unter anderem sein
• eine Rückversicherung durch Team und Supervision
• das Teilen von Verantwortung durch Einbezug des Umfeldes
• das Knüpfen von Netzwerken, z. B. unter Einbeziehung von Jugendhilfeinstitutionen
• immer wieder sorgsam auf die eigenen Grenzen zu achten
• auf die eigene Balance zwischen Arbeit, Freizeit und sozialen Beziehungen
außerhalb des beruflichen Umfeldes zu achten
• die eigenen Ressourcen zu stärken.
Elsner (2004) fasst seine Erkenntnisse aus der Arbeit mit delinquenten Jugendlichen
und Erwachsenen so zusammen: »Wir halten insgesamt eine therapeutische Haltung
für nützlich, mit der wir den Täter sowohl unterstützen, zu Veränderungen ermutigen und in seinem Selbstwertgefühl stärken als auch kritisch hinterfragen, konfrontieren und ihm klare Grenzen setzen. Dabei ist im Therapieverlauf immer
wieder die Balance herzustellen zwischen der Unterstützung des Patienten einerseits, ohne dabei in eine Kollusion mit ihm zu geraten, und einer angemessenen
Konfrontation mit seiner deliktrelevanten Problematik andererseits, ohne dabei
durch eine feindselige Haltung Gefühle von Hilflosigkeit und Beschämung bei ihm
hervorzurufen« (ebd., S. 114).
Auf struktureller Ebene findet sich im Fachdiskurs, aber mehr noch in der öffentlich-politischen Diskussion immer wieder eine Kontroverse darüber, ob und
welche Maßnahmen für kriminelle und insbesondere gewalttätige Jugendliche
hilfreich sind und eine Rückfallgefahr mindern. Bereits zu Beginn der neunziger
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