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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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Frühkindliche (Beziehungs‐)Erfahrungen
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Auf einer allgemeinen Ebene wirken psychische Erkrankungen der Eltern, ebenso
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wie Drogen- und Alkoholkonsum der Eltern schon pränatal aber natürlich auch im
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späteren Entwicklungsverlauf bei Kindern risikoerhöhend. Aus der Mannheimer
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Risikokinderstudie zeigten sich eine Reihe von frühen Prädiktoren für das Auftreten
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von Störungen des Sozialverhaltens mit elf Jahren: »Anamnestische Belastungen der
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Eltern (insbesondere die Herkunft der Mutter aus zerrütteten Familienverhältnissen), (…) chronische Schwierigkeiten der Eltern (wie Arbeitslosigkeit, Streit, Beziehungen und chronische Krankheiten), sowie psychische Störungen der Eltern
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(insbesondere depressive Erkrankungen der Mutter, sowie Alkoholmissbrauch und
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antisoziale Persönlichkeit des Vaters)« (Laucht 2003, S. 51 f). Zu analogen Ergebnissen kommt auch die Rostocker Längsschnittstudie (vgl. Teichmann et al. 1991).
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Dabei sind die gefundenen Zusammenhänge oftmals sehr komplex: Gschwendt
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et al. (2003) konnten beispielsweise zeigen, »dass die Befindlichkeit der Mutter die
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Wahrnehmung der Verhaltensauffälligkeiten ihrer Töchter aber nicht ihrer Söhne«
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beeinflusste: »Im Vergleich zu Müttern mit niedrigen Depressions- und/oder
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Stresswerten berichteten Mütter mit höheren Depressions- und/oder Stresswerten
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signifikant mehr Aggressionen und negative Emotionalität bei ihren Töchtern, jedoch nicht signifikant mehr Aggressionen und negative Emotionalität bei ihren
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Söhnen. Dieser Geschlechtsunterschied konnte bei einer objektiven Beobachtung
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nicht festgestellt werden« (ebd., S. 142).
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Ein zentraler Risiko- und im Umkehrschluss Schutzfaktor stellt die Beziehung
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zwischen Kind und Eltern dar. Eine starke emotionale Bindung kann auch bei
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ungünstigen Lebensumständen risikomildernd wirken, andererseits wirkt mangelhafte emotionale Zuwendung oder gar Ablehnung des Kindes als deutlicher Risikofaktor für die Ausbildung aggressiver Verhaltensauffälligkeiten. In den AWMF S3
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Leitlinien heißt es hierzu: »Negative Bindungserfahrungen bei Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens im Vorschulalter sind durch weniger positive und mehr
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negative Emotionen wie Ärger und Wut in der Eltern-Kind Interaktion zu beschreiben, sowie durch nicht kongruente und inkonsistente elterliche Reaktionen
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auf den emotionalen Ausdruck des Kindes. Bei der Regulation kindlicher Gefühle
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oder Belastungen sind Kinder damit vermehrt sich selbst überlassen, dies steht somit
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nicht nur der Entwicklung eines sicheren kindlichen Bindungsstils entgegen, sondern auch der Entwicklung einer effizienten Emotionsregulation, da diese nur in
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Wechselwirkung mit primären Bezugspersonen möglich ist, die feinfühlig auf die
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Signale ihrer Kinder reagieren und diese durch Sprache und Verhalten bei der Regulation starker Affekte direkt unterstützen« (AWMF 2016, S. 16 f). Dies sei im
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Folgenden ausgeführt:
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Ein bedeutsamer Faktor ist das Erziehungsverhalten bzw. der Erziehungsstil der
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Eltern. Petermann et al. (2001) fassen verschiedene Studien zusammen, die einen
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Zusammenhang zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und aggressivem Verhalten der Kinder beschreiben. Entscheidende Variablen sind:
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• mangelhafte Aufsicht durch die Eltern (Loeber & Stouthamer-Loeber 1986)
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• negative Rückmeldung in der Erziehung
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