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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
nehmungen und Handlungen erfährt, sondern darüber hinaus auf eine unstrukturierte Umgebung trifft« (Schulte-Markwort & Düsterhus 2003, S. 98).
Die Kinder machen so Interaktionserfahrungen, die prägend für die SelbstStruktur sind und die Art der Weltbegegnung steuern. Aufgrund der erhöhten
Ablenkbarkeit und der verringerten Selbststeuerung kommt es zu Konflikten mit
dem sozialen Umfeld, damit zu erhöhtem Stress und möglicherweise auch Angst
oder Depressionen und im Sinne des eingangs beschriebenen selbstverstärkenden
Mechanismus zu verringertem Selbstwert.
Weitere Faktoren im sozialen Umfeld, wie eine erhöhte Reizvielfalt durch Medien, erhöhte Leistungsanforderungen in der Schule, aber auch veränderte Familienstrukturen und dadurch veränderte Möglichkeiten zu Sozialerfahrungen (weniger/keine Geschwister) spielen bei der weiteren Entwicklung der Auffälligkeit
wahrscheinlich auch eine Rolle.
Spezifische Begegnungs- und Unterstützungsformen
Allgemein anerkannt ist das Prinzip, dass bei der Komplexität der Störung nur ein
kombiniertes Vorgehen zur Unterstützung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien erfolgsversprechend ist: »Die vielfältigen diagnostischen
Bemühungen verweisen darauf, dass die Therapie mehrdimensional bzw. multimodal zu sein hat. Eine einzige, alleinwirksame therapeutische Maßnahme gibt es in
der Behandlung hyperkinetischer Störungen nicht« (Quaschner & Theisen 2005,
S. 160). Es kommt darauf an, die Kinder zu unterstützen, die Eltern zu begleiten und
auch auf der Ebene des weiteren Lebensumfeldes, v. a. der Schule bzw. Kindertageseinrichtung, unterstützende Strukturen zu etablieren. Erfolgsversprechend ist ein
vernetztes Angebot, bei dem es sinnvoll ist, dass eine Fachkraft das Case-Management übernimmt (vgl. hierzu z. B. Fink 2004).
Auch die Krankenkasse GEK fordert den »Aufbau kooperierender Versorgungsstrukturen (Kompetenznetzwerk ADHS)« (GEK 2003, S. 188).
Ebene des Kindes
Hüther & Bonney (2002) haben allgemeine Grundprinzipien für die Arbeit mit dem
Kind formuliert:
• für Beruhigung und Bindungssicherheit sorgen
• Ich-stärkende Führung der Erziehung anstreben
• verbale Erziehungspraktiken vermeiden (eher wenige, dafür eindeutige Äußerungen an Stelle langen »Herumdiskutierens«)
• die Welt des Kindes und der Erwachsenen unterscheiden
• den Erfahrungsraum des Kindes begrenzen
• praktische und seelische Verfügbarkeit der Eltern gewährleisten (ebd., S. 90 ff).
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