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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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weisen ein dissoziales Verhalten auf. Bei 14–27 % wird eine dissoziale Persönlichkeitsstörung festgestellt« (ebd. 2002, S. 159; vgl. auch Stadler et al. 2006).
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Diagnostik
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Die Vielfältigkeit des Störungsbildes, die Notwendigkeit, die Kernsymptome von
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alters- oder situationsabhängigen Faktoren abzugrenzen, erfordert ein multidimensionales und multimethodales diagnostisches Vorgehen; Fink (2004) fordert ein
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»Mosaik aus Diagnostikbausteinen« (ebd., S. 118). Aus der Zusammenfassung verschiedener störungsspezifischer Konzepte scheinen folgende Aspekte bedeutsam:
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1. Ausführliche Anamnese und Betrachtung der Aktualsituation
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Hier gilt es insbesondere, entwicklungsgeschichtliche Faktoren zu berücksichtigen, wie z. B. das Temperament des Kindes, die familiäre Situation inden ersten
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Lebensjahren und die Umstände beim Auftreten der Leitsymptome: »Unbedingt
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zu berücksichtigen sind Entwicklungsaspekte und Milieubedingungen, um nicht
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nur die psychosozialen Faktoren gut einschätzen zu können, sondern um darüber
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hinaus Behinderungen in der Entwicklung des Kindes, die schon weiter zurückliegen, nicht zu übersehen« (Schulte-Markwort & Düsterhus 2003, S. 101).
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2. Störungsspezifische Analyse
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Das Auftreten des Verhaltens ist sehr spezifisch zu erfassen (Seit wann? Wie oft? In
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welcher Intensität? In welchen Zusammenhängen? Usw.). Dabei ist es wichtig,
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sowohl die Selbstbeurteilung des (älteren) Kindes, der Eltern, aber auch externe
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Sichtweisen (Lehrer, Erzieher im Kindergarten oder Hort) zu berücksichtigen.
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Hierzu gibt es eine Reihe von Testverfahren. Die bekanntesten Verfahren sind die
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sogenannten »Conners-Skalen«, die für Eltern und auch Lehrer und Erzieher in
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zwei Versionen vorliegen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zumindest die
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Kurzversion »im deutschen Sprachraum nicht normiert oder ausführlich untersucht« wurde (Quaschner & Theisen 2005, S. 158). Weitere, standardisierte Verfahren wurden insbesondere von der Arbeitsgruppe um Döpfner entwickelt:
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Das »Diagnostiksystem für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter
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nach ICD-10 (DISYPS-KJ) III« kann als allgemeines Diagnoseinstrument mit
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spezifischen Skalen für unterschiedliche Störungsbereiche eingesetzt werden; es
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gibt Fremd- und Selbstbeurteilungsbögen (Döpfner & Görtz-Dorten 2017). Ein
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spezifisches Verfahren zur Eingangs- und zur differenziellen Diagnostik für
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Aufmerksamkeitsdefizit und für Hyperaktivitätsstörungen stellt das System
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KIDS1 dar (Döpfner, Götz-Dorten & Steinhausen 2022). Eine vollständige
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Übersicht der gängigen standardisierten Diagnoseinstrumente der ADHS findet
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sich in den S3 Leitlinien (AWMF, S. 134 f.).
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3. Verhaltensbeobachtung
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Notwendig ist zur klaren Diagnosestellung und für Differentialdiagnosen eine
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Verhaltensbeobachtung in unterschiedlichen Situationen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen verhalten sich im Einzelkontakt anders, als in Gruppensituationen und nur durch die Beobachtungen lassen sich Zusammenhänge (und
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Wirkmechanismen bei der Verhaltensrealisierung) erfassen.
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