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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
• Altersgemäße Verhaltensweisen bei aktiven Kindern
• Durch Medikamente oder durch neurologische Störungen bedingte hyperkinetische Symptomatik
• Hyperkinetische Symptome bei Intelligenzminderung
• Hyperkinetische Symptome bei schulischer Überforderung
• Hyperkinetische Symptome als Folge chaotischer psychosozialer Bedingungen
• Oppositionelle Verhaltensweisen
• Psychomotorische Erregungs- und Konzentrationsstörungen, affektive Störungen
und Angststörungen« (ebd., S. 156 f).
Tab. 5.5: Häufige Komorbide Störungen mit ADHS
Komorbide Störung
Döpfner 2000
Streeck-Fischer
2006a
Schulte-Markworth & Düsterhus 2003
Oppositionelle Verhaltensstörun- 43 93 %
(Unterschiede
gen und aggressive dissoziale
abhängig von
Störung des Sozialverhaltens
Bewertungsmethode)
30 50 %
30 50 %
Depressive Störungen
15 20 %
20 %
10 40 %
Angststörungen
20 %
25 40 % (teilweise bis 60 %, s.
Döpfner &
Lehmkuhl 1998)
20 2 %
Lernstörungen und Schulleistungsdefizite
10 25 %
20 30 %
10 25 %
Ticstörungen
»gehäuft«
20 %
bis zu 30 %
Traumatische Belastungen
2 20 % nach
Teicher et
al. 2002
Aufgrund der Diagnoseprobleme wird Hyperaktivität von einigen Autoren sehr
kritisch betrachtet, ob eine solche, Einheitlichkeit vorgebende Diagnosestellung
überhaupt möglich ist. So betonen Hüther & Bonney (2002), dass die »geforderte
Einschätzung/Beurteilung des kindlichen Verhaltens (…) in hohem Maße von der
Toleranz des Untersuchers abhängig ist (…). Die klinische Erfahrung zeigt, dass die
mit diesem Diagnoseschema versuchte Einschätzung keinesfalls ausreichend ist. Sie
ermöglicht keine hinreichend sichere Zuordnung und erlaubt auch keine maßgeschneiderte Therapieplanung« (ebd., S. 107). Streeck-Fischer (2006a) geht sogar soweit zu sagen, dass es sich »aus psychodynamischer Sicht (…) um eine Undiagnose»
handelt (ebd., S. 81). Aufgrund der hohen Komorbidität und der Vielfältigkeit der
Symptomatik diskutiert sie, »ob Hyperaktivität eher als Störung oder eher als Risiko
anzusehen ist. Bei einem Risiko würde es sich um ein Kontinuum einer Auffälligkeit
mit verschiedener Ausprägung handeln, bei einem Störungskonzept müsste ein
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