2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/129.md

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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten
2013) hat sich bis in das Jahr 2011 fortgesetzt, wobei ein »Abflachen« der Kurve für
jüngere Kinder zu beobachten ist (c Abb. 5.6):
Verordnungen von Ritalin nehmen zu
Relative Veränderung der Anzahl der Personen*, denen
der Wirkstoff Methylphenidat verordnet wurde
*des jeweiligen Alters
Index: 2006 = 100
134
132
124
124
139
135
133 0 bis 19 Jahre
alle
alt
Altersgruppen 127
125
zwischen
9 und 11 Jahre alt
121
2006 bis 2011
114
zwischen
9 und
11 Jahre alt
113
bis
19 Jahre
alt
+35%
alle
Altersgruppen
+39%
+25%
100
2006
0
2007
2008
2009
2010
2011
Abb. 5.6: Ritalin-Verordnungen 20062011 (aus: Barmer GEK Arztreport 2013)
Seither hat sich die Verordnungsprävalenz weiter leicht reduziert und blieb in den
Folgejahren auch bis nach 2016 weitgehend stabil. Eine Rolle spielte dabei, dass die
Bedeutung der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie bei der Medikamentenverordnung für ADHS gewachsen ist; die Bedeutung von anderen Ärzten ging
zurück (Aktamov et al., 2019).
Interessanterweise fanden sich in der Vergangenheit starke regionale Disparitäten
der Diagnosestellung: Die auffälligste Häufung von Diagnosen und Verordnungen
fand sich in einer Region um Würzburg: Eine F90-Diagnose erhielten hier etwa 6 %
mehr Jungen und 4,5 % mehr Mädchen als in anderen Regionen. Auch wurden in
Unterfranken gut doppelt so viele Kinder aus relevanten Altersgruppen wie in anderen Regionen Deutschlands mit Methylphenidat behandelt (Barmer GEK Arztreport 2013).
Definition und Klassifikation
In den Definitionen werden einheitliche Leitsymptome benannt:
»Leitsymptome sind Unaufmerksamkeit (Aufmerksamkeitsstörungen, Ablenkbarkeit), Überaktivität, Hyperaktivität, motorische Unruhe und Impulsivität. Nach
ICD-10 (klinische Kriterien) müssen sowohl Unaufmerksamkeit als auch Überaktivität vorliegen. Die Forschungskriterien verlangen das Vorliegen von Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität« (Deutsche Gesellschaft für Kinder129