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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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Aufgrund der Komplexität der Ess-Störungen ist es sinnvoll, auf mehreren Ebenen
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anzusetzen; es haben sich multifaktorielle, bzw. multiphasische Programme mit
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einem abgestimmten und integrierten Vorgehen auf mehreren Ebenen bewährt (s. a.
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Zeeck et al., 2020):
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• In der Psychotherapie im engeren Sinne wird es um die seelischen Grundlagen
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der Auffälligkeit gehen; vor allen Dingen um die Verarbeitung der Selbst(wert)
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unsicherheiten, des mangelnden Kontrollerlebens und des Autonomiethemas.
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Hierzu gehört auch, die Auslösebedingungen der Störung zu verstehen und die
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Zusammenhänge der (dysfunktionalen) Bewältigung zu erkennen.
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• Eine ergänzende Verhaltenstherapie sollte als wichtigen Inhalt haben, die
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Selbstkontrollfähigkeiten der Patientin zu verbessern (dies gilt besonders für die
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Bulimie) und konkrete Programme zur Änderung des Essverhaltens umzusetzen
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sowie andere Formen der Spannungsreduktion einzuüben.
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• In der Körpertherapie wird es darum gehen, die Körperwahrnehmung zu verändern und mögliche Körperschemastörungen gezielt zu bearbeiten.
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• Die ergänzende Familientherapie hat das Ziel, die dysfunktionalen Umgehensweisen in der Familie (s. o.) zu verändern.
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• Ergänzend kann Ernährungsberatung sinnvoll sein.
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• Bei Patientinnen und Patienten mit Adipositas-Störungen ist darüber hinaus
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unbedingt eine Ausweitung der Bewegungsmöglichkeiten, eine Steigerung der
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körperlichen Aktivität nötig. Diese muss kleinschrittig und systematisch erfolgen,
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so dass die Betroffenen den Spass an körperlicher Aktivität zurückgewinnen
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können.
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• Im Rahmen eines Selbstsicherheits- und Sozialtrainings können Defizite im
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Sozialverhalten direkt abgebaut werden.
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Bei lebensgefährlichen Zuständen bei der Anorexie kann eine vorübergehende
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Zwangsbehandlung im stationären Setting nötig werden. Standards hierzu beschreiben Zeeck et al. (2020, S. 77 ff.).
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Unter Berücksichtigung der Leitlinien der kinder- und jugendpsychiatrischen
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Fachgesellschaften betonen Herpertz-Dahlmann et al. (2005) ein therapeutisches
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Vorgehen, das fünf wesentliche Elemente beinhaltet:
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1. »Gewichtsrehabilitation sowie die Behandlung somatischer Komplikationen,
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2. Ernährungsberatung und -therapie,
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3. individuelle Psychotherapie,
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4. Elternberatung und/oder Familientherapie,
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5. Behandlung komorbider Störungen« (ebd., S. 257).
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Eine Metaanalyse von Zeeck et al. (2020) ergab keine Überlegenheit eines Therapieverfahrens für Anorexie gegenüber einem anderen (Ergebniskriterium: Gewichtszunahme). Generell finden sich höhere Effektstärken und Gewichtszunahmen bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen gegenüber der Therapie bei
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Erwachsenen – dies spricht für frühzeitige Interventionen. Zusammenfassend:
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