2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/123.md

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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
• Ess-Störungen in der Familie
• Depressionen, Zwänge und Angsterkrankungen
• Substanzmissbrauch, auch Alkohol (vor allem bei Bulimie)
• Übergewicht (Bulimie)
Praemorbide Erfahrungen
• Verhalten der Eltern
Geringer Kontakt, Eheprobleme der Eltern (besonders bei Bulimie), hohe Erwartungen, überbehütendes und ängstliches Verhalten (besonders bei Anorexie)
• Sexuelle Gewalt
• Häufiges Diätverhalten in der Familie
• Kritik an Essverhalten, Figur oder Gewicht durch Familienangehörige oder
Freunde
• Berufs- oder freizeitbedingter Schlankheitsdruck (Model, Leistungssportlerin,
Tänzerin)
Praemorbide Auffälligkeiten
• Niedriges Selbstwertgefühl
• Perfektionismus (vorwiegend bei Anorexia nervosa)
• Angst und Angsterkrankungen, vor allem soziale Phobie und Trennungsangst
• Adipositas (vor allem bei Bulimie)
• Frühe Menarche (vor allem bei Bulimie)
Therapie
Im Folgenden sollen einige wenige Spezifika der Therapie von Ess-Störungen aufgezeigt werden.
Eine wichtige Grundfrage besteht darin, ob zunächst auf der körperlichen Ebene
angesetzt werden soll oder erst auf psychotherapeutischer Basis die Grundlagen für
eine Stabilisierung des körperlichen Zustandes gelegt werden sollen. Diese Frage
stellt sich besonders bei Patientinnen mit anorektischen Störungen, da diese sich
öfters in lebensgefährdende Zustände zu bringen drohen. Bei derartigen Situationen
ist eine stationäre Behandlung unbedingt angezeigt. Diese ist meist mit wenig
Motivation und Bereitschaft der Patientinnen verbunden und macht die Therapie
zunächst schwierig; dies erfordert eine intensive Motivationsarbeit. In lebensgefährdenden Situationen ist selbstverständlich auf der körperlichen Ebene anzusetzen
und zugleich psychotherapeutisch zu arbeiten. Generell hat es sich als sinnvoll
herausgestellt, die Psychotherapie von der medizinischen Versorgung (Kontrolle des
Körpergewichtes und der Laborwerte) personell zu trennen, wobei natürlich die
Fachkräfte eng kooperieren müssen und dies der Patientin gegenüber transparent
gemacht werden muss.
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