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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
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Einen Einfluss hat auch das Diätverhalten. So hat schon über die Hälfte der 11- bis
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18-Jährigen schon einmal eine Diät gemacht (vgl. Fichter & Warschburger 2000,
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ebenso: Hähne & Zubrägel 2004). Durch intensive Diät kommt es zu Veränderungen im Stoffwechsel und auch auf neurochemischer Ebene. Die Gefahr, dass ein
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sogenannter »Jojo-Effekt« – also eine kurzzeitige Gewichtsreduktion, die dann von
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erneuter Gewichtszunahme begleitet wird und neue Diäten nach sich zieht – eintritt, ist groß (vgl. z. B. Fichter & Warschburger 2000). So sehr die Bedeutung des
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Schlankheitsideals zu würdigen ist, so bleibt dennoch unklar, warum nur ein sehr
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geringer Teil der Jugendlichen als Reaktion darauf eine Ess-Störung entwickelt.
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Eine wichtige Rolle spielen sicherlich die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
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(c Kap. 3.3.2) und deren Bewältigung. So kann es eine Möglichkeit sein, über ein
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sehr stark kontrolliertes Essverhalten Autonomie zu gewinnen und sich von den
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Eltern abzugrenzen. Verweigerung des Essens ist eine »günstige« Form, die Anstrengungen der Eltern, besonders der Mütter, »ins Leere laufen« zu lassen.
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Da die Anorexie und Bulimie sich insbesondere bei Mädchen und Frauen zeigt,
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hat die Entstehung wahrscheinlich auch etwas mit der Entwicklungsaufgabe der
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Übernahme von Geschlechtsidentität zu tun. Sie können als Versuch betrachtet
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werden, sich den möglicherweise als widersprüchlich erlebten Anforderungen der
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Frauenrolle (zunächst) zu entziehen, oder auch das von der Mutter vorgelebte
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Frauenbild gerade nicht zu übernehmen. Franke (2001) sieht die Anorexie unter
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anderem auch als Ausdruck einer mangelnden Vorbereitung auf die Pubertät.
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»Mädchen müssen die biologischen Veränderungen ›verkraften‹, sind einem höheren Leistungsdruck mit dem Übergang in die Oberstufe ausgesetzt. Je weniger die
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Eltern in der Phase des Rollenübergangs eine Hilfestellung bieten, umso mehr ist die
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junge Frau auf ihre eigenen, bizarren Lösungen angewiesen (Buddeberg-Fischer
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2000)« (Franke 2001, S. 372).
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Eine Reihe von Studien und Konzepten haben auch Zusammenhänge zwischen
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Ess-Störungen, insbesondere der Anorexie und spezifischen Familienstrukturen
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beschrieben: Viele der Familien von anorektischen Patientinnen wirken nach außen
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als besonders harmonisch. Es sind solche, in denen – von der Krankheit der Tochter
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abgesehen – »alles glatt läuft«. »Therapeutischen Beobachtern stellt sich diese Harmonie und Konfliktfreiheit zumeist als eine Unfähigkeit dar, unterschiedliche
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Meinungen und Emotionen zuzulassen, sie beobachten ständige Einmischungen
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aller Familienmitglieder in die Angelegenheiten der anderen, extreme Kontrolle
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und ein Klima emotionaler Kälte, in denen Zuwendung nur leistungskontingent
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zugeteilt wird« (Franke 2001, S. 372). Solche Familiensysteme sind durch Verstrickungen und unklare Regelsysteme, die Abwertung von Emotionen, durch selektive
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Wahrnehmungen aber auch Überfürsorglichkeit gekennzeichnet.
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Gerlinghoff und Backmund (1995) beschreiben »Charakteristika von Familien
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mit einem an einer Essstörung erkrankten Mitglied« (ebd., S. 16):
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• Krankheit, Leistung und das äußere Erscheinungsbild sind besonders wichtig,
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• aggressive Gefühle und Konflikte werden geleugnet (Harmoniebestreben),
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• eigene Wünsche, Bedürfnisse, Gedanken und Wahrnehmungen werden verleugnet, um ein asketisches Familienbild aufrechtzuerhalten und sich an die
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Umwelt anzupassen (Pflichtbewusstsein),
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