57 lines
2.5 KiB
Markdown
57 lines
2.5 KiB
Markdown
5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
|
||
|
||
Biologische Faktoren
|
||
des Kindes
|
||
|
||
Merkmale der Eltern
|
||
und Bindungsqualität
|
||
|
||
Frühe Merkmale des Kindes
|
||
• Negative Affektivität
|
||
• Verhaltenshemmung
|
||
• Schüchternheit
|
||
• Sensibilität für bedrohliche Reize
|
||
|
||
Psychosozialer Stress
|
||
außerhalb der Familie
|
||
|
||
Angststörung
|
||
|
||
Psychosoziale Hintergründe
|
||
• psychische Belastetheit
|
||
• psychische Krankheiten
|
||
der Eltern
|
||
• soziale Lage der Familie
|
||
Erziehungsverhalten und
|
||
Erwartungen der Eltern
|
||
• Einschränken von Selbständigkeit
|
||
• Negative Erwartungen und
|
||
• Negative Attributionen
|
||
|
||
Spezifische Lernerfahrungen
|
||
des Kindes
|
||
• ungünstige Vorbilder
|
||
• traumatische Erfahrungen
|
||
|
||
Abb. 5.4: Angststörungen im Kinder- und Jugendalter: ein multikausales Entwicklungsmodell (aus: Petermann, 2002a, S. 254; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
|
||
|
||
Beispiel für ein integriertes Modell
|
||
Da insgesamt von einem multifaktoriellen Modell der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angststörungen ausgegangen werden kann, soll hier noch ein Modell
|
||
vorgestellt werden, dass einen Ansatz einer solchen Integration versucht. So wurde
|
||
das behaviorale »InhibitionAttachmentModell« von Manassis und Bradley (1994) als
|
||
Fortentwicklung des Modells von Kagan (1988) entwickelt. »Es nimmt an, dass die
|
||
Kombination aus behavioraler Inhibition und einem unsicheren Bindungsstil zur
|
||
Entstehung von Angststörungen führt. Die Art der Bindung kann eine vorhandene
|
||
Prädisposition für eine Angsterkrankung verstärken oder reduzieren. So verfügt ein
|
||
sicher gebundenes Kind mit einer hohen Ausprägung von behavioraler Inhibition
|
||
eher über ein realistisches, adaptives internales Arbeitsmodell in fremden, unvertrauten Situationen, das durch wenig Vermeidungsverhalten und adaptive Copingstrategien und adaptive soziale Fertigkeiten gekennzeichnet ist. Ein solches
|
||
Kind würde erst eine Angststörung entwickeln, nachdem es einer traumatischen
|
||
Erfahrung ausgesetzt war. Die daraus folgende Angststörung wäre entweder eine
|
||
posttraumatische Belastungsstörung oder eine spezifische Phobie. Umgekehrt
|
||
würde aber ein Kind, das keine hohe Ausprägung von behavioraler Inhibition zeigt,
|
||
aber von einem depressiven, unvorhersagbaren oder ›missbrauchenden‹ Elternteil
|
||
betreut wird, einen desorganisierten Bindungsstil und in der Folge chronischklinische Angst entwickeln« (Schneider & Blatter-Meunier, 2019, S. 505–506).
|
||
Für weitere störungsspezifische Modelle vornehmlich aus verhaltenstherapeutischer Perspektive s. auch in den einzelnen jeweiligen Kapiteln in Schneider &
|
||
Margraf (2019).
|
||
107
|