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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Eltern eine Angststörung vorliegt (Essau 2014, S. 183). »Zwischen dem ängstlichen
Verhalten der Eltern und dem der Kinder besteht eine positive Korrelation, wobei
festgestellt wurde, dass Mütter häufiger Angst gegenüber ihren Kindern äußerten als
Väter. Das Angstniveau der Mütter beeinflusst das Ausmaß der kindlichen Angst«
(Petermann et al. 2002b, S. 253 nach einer Studie von Muris et al. 1996). Dabei
scheinen angstfördernde Kognitionen dabei eine besondere Rolle zu spielen: »Die
Mutter ängstlicher Kinder erwarten weniger ein positives Bewältigungsverhalten
ihrer Kinder und sie befürchteten, dass ihre Kinder aufgeregt sein werden und sich
auch schlecht selbst beruhigen können. Solche Erwartungen erhalten das ängstliche
Verhalten der Kinder aufrecht« (ebd.). Essau (2003, S. 184) zitiert eine Studie von
Laraia et al. (1994), nach der Patienten mit Angststörungen berichteten, dass ihre
Eltern extrem überbehütend und kontrollierend gewesen seien.
Es kommt so zu seinem Zusammenspiel zwischen elterlichem Verhalten hier
spielt das Lernen am Modell sicherlich eine große Rolle und einem kindlichen
ängstlichen/vorsichtigen Verhalten (c Abb. 5.2):
• Das Vermeidungsverhalten des Kindes wird verstärkt; beim Umgang mit nicht
eindeutigen Situationen zeigen vorsichtige Eltern eher Vorsicht und Angst; es
kommt so zu Induktionen von Angst.
• Aus der Vorsicht heraus wird das Selbstständigkeitsverhalten des Kindes eingeschränkt; kompetentes Verhalten von Kindern wird seltener erkannt.
• Auch besteht die Erwartung, dass möglicherweise das Kind schwierigere Situationen nicht bewältigt.
• Das Kind wiederum ist in der Tat unsicherer und bestätigt die Erwartungen der
Eltern.
Einen weiteren Einfluss scheint eine Häufung kritischer Lebensereignisse darzustellen. In einer Studie von Bernstein et al. (1999) zeigte sich, dass Kinder und
Jugendliche mit Angststörungen generell mehr kritische Lebensereignisse (erlebt)
haben als Kinder bzw. Jugendliche ohne Angststörungen (vgl. Essau 2014, S. 196).
Meistens wurde von folgenden kritischen Lebensereignissen berichtet: Konflikte
mit den Eltern, Probleme mit einem Geschwisterkind, Schwierigkeiten im Umgang
mit Klassenkameraden, schlechte Schulnoten, Verlust eines Freundes bzw. Beenden
einer Paarbeziehung, körperliche Misshandlungen, sexuelle Gewalt, chronische
körperliche Erkrankungen. Auch hier besteht sicherlich ein Zusammenwirken
zwischen Kompetenzen und Strukturmerkmalen des Kindes und der schlecht
gelingenden Bewältigung der Lebensereignisse; Misserfolgs- oder Scheiternserfahrungen verstärken die Angst und das Vermeiden, wodurch wiederum neue kritische Situationen schlechter bewältigt werden.
Eine größere Bedeutung, insbesondere beim Entstehen von sozialen Ängsten
oder sozialen Phobien, haben die Peer-Gruppen. »Peer Ratings zeigen zum Beispiel,
dass ängstliche Kinder weniger beliebt sind und von Gleichaltrigen zwar nicht abgelehnt, aber vernachlässigt werden (Strauss et al. 1988). Sie sind zurückgezogener
oder einsamer und haben somit ein erhöhtes Risiko für soziale Inkompetenz. Denn
(…) mit dem Ausmaß, soziale Situationen zu vermeiden sind auch die Gelegenheiten zum Erlernen sozialer Fähigkeiten und der Aufbau von Freundschaften
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