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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
Verlauf
Eine von Kessler et al. (2005) publizierte Studie ergab, dass sich über alle Angststörungen zusammengefasst ein Median von elf Jahren »für das Erstauftreten von
Angststörungen [ergab]. Bis zum Alter von 21 Jahren haben schließlich 75 % der
Angststörungen begonnen. Diese Daten machen deutlich, dass die Hauptrisikogruppe bei der Entwicklung einer Angststörung im Kindes- und Jugendalter liegt«
(Schneider 2006, S. 111). Dabei lassen sich, je nach Störungsgruppe, sowohl steigende als auch abfallende Tendenzen beobachten: »Spezifische Phobien, Soziale
Phobie, Trennungsangst und Generalisierte Angststörung nehmen ab, während
Panikstörungen und Agoraphobie ansteigen« (Klasen et al., 2016, S. 11). Im
Selbstbericht zeigt sich deutlich mehr Angstsymptomatik als in der Fremdeinschätzung (ebd., S.14).
Mit dem Jugendalter werden generell deutlich mehr Angsstörungen berichtet
(Klasen et al., 2016). Dabei scheinen Angststörungen im Jugendalter mit höherer
Wahrscheinlichkeit mit Beeinträchtigungen und psychischen Auffälligkeiten im
Erwachsenenalter assoziiert zu sein, als Angststörungen im Kindesalter (Essau et al.,
2014). Auf einen stabilen Verlauf weisen andere Ergebnisse hin: »So konnten Brückl
et al. (2007) zeigen, dass 90 % der Befragten mit einer emotionalen Störung wie
Trennungsangst (…) in der Kindheit im jungen Erwachsenenalter mindestens eine
psychische Störung aufwiesen« (Schneider 2006, S. 101).
Im Unterschied zu dieser Annahme eines generell stabilen Verlaufs steht die von
Petermann et al. (2002b) vorgenommene Differenzierung zwischen kurzfristigen
und langfristigen Störungsverläufen. So haben kurzfristige Störungsverläufe eine
hohe Remissionsrate von bis zu über 80 %. Demgegenüber haben längerfristig andauernde Verläufe eine schlechtere Prognose. »Vergleicht man die kurz- mit den
langfristigen Störungsverläufen, so lässt sich vermuten, dass Angststörungen, die im
Kindes-, Schul- und Jugendalter beginnen,
• eine Variabilität in den Erscheinungsformen zeigen, wobei dies besonders für
soziale Ängste zutrifft;
• Ängste mit frühem Entstehungsbeginn eine hohe Stabilität aufweisen und
• verschiedene berufliche und/oder psychosoziale Probleme bis ins Erwachsenenalter zur Folge haben« (ebd., S. 242).
Die Veränderungen während eines ungünstigen Verlaufs der Angststörungen werden in Abbildung 5.1 dargestellt (c Abb. 5.1).
Geschlecht
»Während es im Kindesalter keine signifikanten Unterschiede zwischen Jungen und
Mädchen hinsichtlich des Auftretens von Angststörungen gibt, existiert bei Jugendlichen im Alter von 15 Jahren ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem
Geschlecht bei dem Vorliegen einer Angststörung; das Verhältnis beträgt 1:0,6 zu
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