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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
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rischer wie sprachlicher Ebene sein Erleben und seine Selbstbewertungen vollständiger bewusst und damit veränderbar werden.
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Durch ein klares Setting und eine gleichfalls kongruente wie »feinfühlige« Begegnungshaltung kann das Kind sichere Bindungserfahrungen machen, intrapsychisch abbilden und so Grundlagen für eigenes, neues Bindungsverhalten entwickeln.
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Es gilt ebenfalls, dem Kind neue Selbstwirksamkeitserfahrungen zu ermöglichen,
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um auf diese Weise Grundlagen für neue Kontrollerwartungen und gesteigerten
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Selbstwert zu bilden. Dies kann am wirkungsvollsten über die gezielte Aktivierung
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von Ressourcen des Kindes erfolgen (vgl. Grawe & Grawe-Gerber 1999, Klemenz
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2003).
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Bei der Realisierung dieser spezifischen Aspekte ist sehr genau darauf zu achten,
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dass das Kind in seiner Autonomie ge- und beachtet wird und eine sorgfältige
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Balance zwischen den realen, vom Kind (schon) gezeigten Selbstentwicklungspotentialen und deren behutsamer Fokussierung durch den Therapeuten gehalten
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wird. Die depressiv gefärbte Selbststruktur legt im Verhalten eher eine Über-Anpassung an die Vorgaben der Erwachsenen sowie die Aufgabe der eigenen Entwicklungs- oder auch Verweigerungswünsche nahe – die Situationskontrolle wird
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an andere delegiert. So besteht die Gefahr, dass in der therapeutischen Situation eine
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Wiederholung »alter« Beziehungsmuster erfolgt: Der Therapeut unterstützt (über‐)
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aktiv die Expansionsbestrebungen des Kindes (verstärkt z. B. subtil aggressive Gefühlsäußerungen) und geht dabei jedoch über den eigentlichen »Stand« des Kindes
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hinweg – das frühe »Affekt-Tuning« setzt sich mit entgegengesetzter Polarität fort.
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Goetze (2002) weist in seinen Empfehlungen zur Therapie mit depressiven Kindern
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ausdrücklich auf den Umstand hin, dass »gerade das depressive Kind (…) nie das
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Gefühl bekommen [darf], dass es etwas von sich zeigen oder überhaupt spielen
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muss« (ebd., S. 365).
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Hier zeigt sich, dass im therapeutischen Prozess eine fortwährende »empathische
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Selbst-Beobachtung« (Schlippe-Weinberger 2004) und intensive Selbstreflexion des
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Therapeuten nötig ist.
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Hinweise zu einem differentiellen Vorgehen unter besonderer Berücksichtigung
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der Beziehungsgestaltung in den verschiedenen Therapiephasen finden sich bei
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Jürgens-Jahnert et al. (2012).
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b) Differentielle und störungsspezifische Interventionen
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Auf der Basis der entwicklungsförderlichen therapeutischen Beziehung ist es dann
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möglich und sinnvoll, spezifische Interventionen einzusetzen bzw. gezielt weitere
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therapeutische Wirkfaktoren zu realisieren (zum Konzept der Wirkfaktoren in der
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Kindertherapie c Kap. 6.3) – ohne die Autonomie des Kindes einzuschränken
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(s. o.!). Goetze (2002) weist dabei darauf hin, dass dem Kind ein »Freiraum« gegeben
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werden muss, »an der Behandlungsstrategie aktiv mitzuwirken« (ebd., S. 365). Es ist
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dann legitim und sinnvoll, Methoden und Erkenntnisse verschiedener therapeutischer Verfahren so in den Therapieprozess einzubauen, dass die Selbstentwicklungspotentiale des Kindes gezielt gefördert werden. Essau & Petermann (2002)
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betonen unter Bezugnahme auf Weisz et al. (1999), dass »eine Integration unterschiedlicher Interventionen unumgänglich« sei; »die einzelnen Interventionstech90
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