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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
• Kognitionen: negative Gedanken, geringe Kontrollerwartung, geringes Selbstwertgefühl, Selbst-Schuldzuschreibungen, Interesselosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Suizidgedanken
• Verhalten: Antriebsverringerung/-armut, psychomotorische Verlangsamung (oder
auch Erregung), Unruhe, Weinen, sozialer Rückzug, Suizidhandlungen
• Körperlich: Schlafstörungen, starke Müdigkeit, verminderter oder gesteigerter
Appetit
(vgl. Groen & Petermann 2011, S. 15 ff., 2013; Pössel, 2019).
Laut ICD-11 müssen neben den Kernsymptomen, zu denen hier nur depressive
Verstimmung sowie Verlust an Freude/Interesse, aber nicht mehr Antriebslosigkeit
zählen, für eine Depressive Episode (6 A70 Einzelne Episode) »mindestens fünf von
zehn Symptomen über mindestens zwei Wochen fast den ganzen Tag, fast jeden Tag
vorhanden sein (ICD-10: mindestens vier von zehn)« (Kühner, Schricker & Nayman,
2021, S.331). Die Symptome werden im ICD-11 erstmals in drei Cluster geteilt:
»ein affektives Cluster (depressive Verstimmung bei Kindern und Jugendlichen
auch Reizbarkeit , deutlicher Verlust von Interesse oder Freude an Alltagsaktivitäten kann auch Libidoverlust beinhalten ), ein kognitiv-verhaltensmäßiges
Cluster (verminderte Konzentration oder verringerte Entscheidungsfähigkeit, Verlust des Selbstwertgefühls oder exzessive oder unangemessene Schuldgefühle,
Hoffnungslosigkeit gegenüber der Zukunft, wiederkehrende Gedanken an den Tod,
Suizidgedanken oder Suizidversuch) und ein neurovegetatives Cluster (deutliche
Schlafstörungen jeder Art, deutliche Appetit- oder Gewichtsveränderung, psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung und reduzierte Energie oder Erschöpfung)«
(Kühner et al. 2021, S.331).
Dabei können verschiedene Subtypen diagnostiziert werden, wie wiederkehrende
depressive Episoden (rezidivierende Störung) und dauerhafte depressive Verstimmung (Dysthymie).
Die Erscheinungsformen im Kindesalter können sich von denen im Jugend- und
Erwachsenenalter unterscheiden. So lassen sich bei nicht bei allen Kindern klare
Übereinstimmungen mit »klassischen« Symptomatiken feststellen9.
»Kinder mit Depression zeigen häufiger gereizte Stimmung im Zusammenhang
mit externen Faktoren (z. B. Stress in der Schule) als ältere Betroffene (Yorbik et
al. 2004). Die Depression drückt sich bei Kindern im klinischen Alltag häufig indirekt, beispielsweise über Weinen, Wutausbrüche, Schlafstörungen, Nachlassen der
Schulleistung infolge von Aufmerksamkeitsproblemen, auffälliges Ess- verhalten,
Kopf- oder Bauchschmerzen aus. Zudem lässt sich in der Altersspanne eine fehlende
Gewichtszunahme beobachten« (Feldmann & Kroboth, 2023, S.15).
Daher ist eine die »Beobachtung von Spielverhalten (Spielunlust, schnelle Entmutigung, dysphorisches Abwehrverhalten), Essverhalten (Mäkeligkeit, verminderter oder gesteigerter Appetit) und Schlafverhalten (Ein- und Durchschlafstö9 Im ICD-10 und 11 werden keine Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen und
Erwachsenen berücksichtigt Dagegen können nach dem DSM-5 auch reizbare Stimmung
und verbale und physische Temperamentsausbrüche als Kernsymptom einer Depression im
Kindes- und Jugendalter kodiert werden (Pössel, 2019, S.695).
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