2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/081.md

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Zusammenfassung
und vorhandenen Anpassungsressourcen näher zu beschreiben. Das Krankheitserleben und die Auseinandersetzung mit Belastungen ist eine weitere Ebene. Damit
liegt der Fokus der Diagnostik nicht nur auf den äußeren Faktoren und Rahmenbedingungen der Entwicklung, sondern auch auf der intrapsychischen Verarbeitung
von Belastungen. Eine weitere Ebene ist die Beziehungsdiagnostik (…)« (SeiffgeKrenke 1999, S. 552).
Ausgehend von diesen Grundüberlegungen wird die Diagnostik an fünf Achsen
orientiert durchgeführt:
1. Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen
2. Beziehung (Beschreibung und Analyse des interpersonalen Verhaltens; aktivreaktiv, Selbst- und Objektwahrnehmung)
3. Konflikt-orientiert anhand von fünf zentralen Konfliktthemen, die hinsichtlich
eines aktiven vs. passiven Modus der Konfliktbewältigung und in verschiedenen
Lebensbereichen betrachtet werden.
4. Struktur: Themen sind hier die Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Abwehr,
Objektwahrnehmung, Kommunikation und Bindung.
5. Psychische und psychosomatische Störungen hier besteht eine Analogie zu den
Diagnosesystemen.
Dieses mehrdimensionale, systematische Vorgehen, für das auch entsprechend
strukturierte Vorgaben bestehen, ermöglicht einen breiten Zugang mit einem psychodynamischen Verständnis und gibt eine Orientierung für die Datenintegration.
Zusammenfassung
Ziel der Diagnostik ist es, systematisch Informationen (Daten) zu sammeln und
zu analysieren, um einen Sachverhalt z. B. das als problematisch oder herausfordernd erlebte Verhalten eines Kindes (besser) verstehen zu können. In Verbindung damit steht in der Regel die Empfehlung zu weiteren Handlungsschritten, die Beschreibung von möglichen Perspektiven und Zielen.
Letztendlich geht es damit auch um eine Auswahl von Unterstützungsmöglichkeiten, mithin also die Stellung einer Indikation.
Wichtige Grundprinzipien des diagnostischen Vorgehens sind ein hypothesengeleitetes Vorgehen, eine multimodale und multimethodale Herangehensweise an die diagnostischen Fragestellungen sowie eine ganzheitliche und auch
ressourcenorientierte Sichtweise; es geht also nicht allein darum, möglichst
präzise Probleme zu beschreiben oder Defizite aufzuzeigen.
Der diagnostische Prozess lässt sich durch folgende Schritte kennzeichnen:
Erstkontakt, Auftragsklärung, gezielte Informationssammlung mit verschiedenen Methoden, Datenintegration, Rückkopplung mit den Betroffenen, partizi81