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4.2 Grundprinzipien und Prozess
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1. Erstkontakt, Auftragsklärung
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Der Erstkontakt (das Erstgespräch) hat im Wesentlichen drei wichtige
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Funktionen:
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• Kontaktaufnahme: Es ist wichtig, in der ersten Situation einen Kontakt zu allen
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betroffenen Familienmitgliedern herzustellen. In der Regel ist es sinnvoll,
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beim ersten Mal das Kind/den Jugendlichen und seine Eltern zum Gespräch
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einzuladen, gegebenenfalls muss dann eine Trennung erfolgen. Es ist dabei
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wichtig, dass sich alle Personen ernst und angenommen fühlen.
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• Erste Informationsgewinnung: Diese muss beim Erstkontakt nicht absolut systematisiert erfolgen. Es ist wichtiger, auf die Klienten einzugehen und die
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jeweilige Selbstsicht der Betroffenen zur Entfaltung zu bringen. Dies bedeutet,
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sie sollen möglichst breiten Raum haben, um sich ihre Probleme, aber auch
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Interessen und Stärken darzustellen.
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• Auftragsklärung: Am Ende des Gesprächs muss eine Klärung erfolgen, ob
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weitere Gespräche stattfinden und wenn ja welche Ziele diese haben sollen,
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wer daran wie beteiligt ist usw. Dabei muss die »Freiheit« gewahrt bleiben
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auch keine weiteren Kontakte mehr durchzuführen.
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Die Informationen können auf verschiedene Weisen gewonnen werden:
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– Szenische Informationen: diese werden gewonnen aus der Beobachtung der
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Körperhaltung, der Redeart, des Redeflusses, der Art und Weise, wie sich die
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Betroffenen im Raum platzieren usw.
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– Indirekte Informationen über die Affekte der Betroffenen, über die Differenziertheit ihrer Darstellung und möglicherweise über die Orientierung in
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Raum und Zeit.
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– Direkte Informationen über die aktuellen Lebensumstände, Hobbys, Interessen, Stärken, über die Familiensituation, über die (Lebens‐)Geschichte,
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usw. werden zumeist direkt abgefragt.
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– Direkte Informationen spezifisch zum Problem bzw. Symptom: seit wann,
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wie oft, in welchen situativen Zusammenhängen… (s. u.).
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Wichtig ist es schon bei diesem Erstkontakt, dass die diagnostizierende
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Fachkraft ihre eigenen Anteile an der Situationsgestaltung mitreflektiert.
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Die »Gefahr des ersten Urteils« ist groß.
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2. Gezielte Informationssammlung mit verschiedenen Methoden (s. u.)
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Hier geht es darum, ein historisch-biografisches Verständnis für das Kind/den
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Jugendlichen und die jeweilige Familie zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es,
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möglichst breit die Aktualsituation zu erfassen.
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3. Integration der Daten
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Hier werden die Daten zusammengeführt und es werden klarere Hypothesen
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über das Problem, seine Entstehungszusammenhänge und Bewältigungsmöglichkeiten formuliert.
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4. Rückkopplung mit den Betroffenen
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Die gewonnenen Erkenntnisse müssen mit den Betroffenen rückgekoppelt werden und mit deren Selbstsicht abgeglichen werden. Damit verbunden ist dann in
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der Regel der gemeinsame Austausch über weitergehende Zielsetzungen.
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5. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen, die Festlegung von Zielen und
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gegebenenfalls Teilzielen muss partizipativ getroffen werden. Es muss sorgfältig
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