2026-001/documents/verhaltensauffaelligkeiten/pages/065.md

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4.1 Was ist Diagnostik und wozu dient sie?
Prozess zwischen den professionellen Diagnostikern, den jeweiligen Klienten und
möglicherweise weiteren Außenstehenden (zum Beispiel Eltern oder Lehrern).
Vorrangiges Ziel der Diagnostik ist es also, möglichst genaue Beschreibungen zu
finden, um handlungsleitende Hypothesen zur Entstehung von »Problem«-Verhalten zu entwickeln und daraus Handlungs- bzw. Unterstützungsmöglichkeiten abzuleiten. Dabei gilt es auch, Zusammenhänge herzustellen zu Kategorien- und
Klassifikationssystemen (z. B. ICD-10/11), die eine individuumsübergreifende Betrachtung der Problemlage ermöglichen und Hinweise für ein mögliches störungsspezifisches Handeln geben.
Subjektivität
der
Wahrnehmung
einzeln/Team/Supervision
Unterstützung/
Vernetzung/
Kontakt zu
anderen
Institutionen
und Diensten
Zusammenarbeit mit
Eltern/Familie
Systematik/
Instrumente
beobachten
evaluieren/
reflektieren
handeln
analysieren/
verstehen
planen
Wissen
allgemein über
Verhaltensentstehung
Wissen
spezifisch über
das Kind und
seine Familie
einfühlen
Begegnung mit
dem Kind:
konkrete
Antworten
konkrete Schritte:
Kind/Eltern/andere
Abb. 4.1: Kreislauf professionellen pädagogischen Handelns (aus: Fröhlich-Gildhoff, Rönnau-Böse & Tinius 2017, S. 14)
Der diagnostische Prozess ist eingebettet in den grundsätzlichen Prozess therapeutischen pädagogischen Handelns (c Abb. 4.2):
Bei einer Kontaktaufnahme durch die Klienten bei Kindern und Jugendlichen
sind es oft die Eltern kommt es zu einem Erstgespräch, in dem Fragestellungen
und Probleme erläutert werden und in einer ersten Auftragsklärung die Fachkraft
den Auftrag zum diagnostischen Handeln erhält. Durch die sorgfältig durchgeführte Diagnostik, kommt es zu einer Hypothesen-Bildung. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit den Klienten rückgekoppelt, worauf dann eine dezidierte
Handlungsplanung erfolgt. Wenn der Professionelle zuständig und kompetent ist,
so erfolgt nach einer weiteren Auftragsklärung klinisch-psychologisches oder auch
(sozial)pädagogisches Handeln. Im Sinne eines Rückkopplungsprozesses wird dieses Handeln immer wieder reflektiert, gewonnene Hypothesen werden überprüft
und es kommt zu einer adaptiven Handlungs- bzw. Prozesssteuerung.
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