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Raw Blame History

3.3 Integratives bio-psycho-soziales Modell zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeiten

von »Teufelskreisen« ist ausführlich bei Papousek (2004) beschrieben und kann folgendermaßen dargestellt werden: Das Kind macht so »fast permanent Inkongruenzerfahrungen im Hinblick auf sein Bindungsbedürfnis, sein Kontrollbedürfnis« (Grawe 2004, vgl. auch GrosseHoltforth & Grawe 2004). Insbesondere Kinder mit hoher Vulnerabilität oder einem »schwierigen Temperament« (s. o.) benötigen besondere Formen der unterstützenden Passung durch die Bezugspersonen. Ist diese nicht möglich, kommt es zu einer Symptomverstärkung. Der bedeutende Einfluss der Eltern auf die Entwicklung der Emotionsregulation und damit verbunden allgemeiner der Selbstregulation, der Selbststeuerung und der emotionalen Kompetenz ist durch eine Vielfalt von Studien belegt. »Die bisherigen Befunde deuten darauf hin, dass Eltern die Entwicklung emotionaler Fertigkeiten fördern können, indem sie durch Genet. Ausstattung Prä-/Perinatale Einflüsse

Säugling

  • Selbstregulation
  • Basale adapt. Verhaltensregelung

Engelskreis Co-Regulation Positive Gegenseitigkeit Positive Feedbacksignale

Selbstvertrauen in eigene Kompetenz

Kommunikation Bewältigung von Entw.aufgaben Negative Feedbacksignale

Eltern

  • Intuitive Kompetenz
  • Psych. Konstellation Mangel an intuitiver Kompetenz

Teufelskreis Dysregulation Negative Gegenseitigkeit

Psychosoziale Bedingungen

Abb. 3.5: Modell zur Genese früher Regulationsstörungen (aus: Papousek et al. 2004, S. 101; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)

• ein positives emotionales Klima in der Familie • den offenen Ausdruck eigener Emotionen • häufige Gespräche über Gefühle • einen angemessenen Umgang mit den Gefühlen des Kindes und • Hilfen bei der Emotionsregulation das Emotionsverständnis, den sprachlichen Emotionsausdruck und die Emotionsregulationsstrategien ihrer Kinder verbessern« (Petermann & Wiedebusch 2003, S. 73). Im Umkehrschluss ist empirisch bestätigt, dass dysfunktionale Regulation, eine angespannte emotionale familiäre Atmosphäre, ausdrucksarmes oder negativ getöntes elterliches Ausdrucksverhalten zu fehlenden bzw. unzureichenden emotionalen und selbstregulatorischen Kompetenzen und unzureichender Empathiefähigkeit bei den Kindern führen (vgl. Petermann & Wiedebusch 2003, Essau & Conradt 2004, Scheithauer & Petermann 2004, Krahé 2001). 51