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3 Allgemeines Modell der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten
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dieser Repräsentanz kommt es zu einem »Defizit in Selbstwahrnehmung und
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Selbstkontrolle« (ebd.).
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Der Entwicklungsverlauf wird in Tab. 3.2 (c Tab. 3.2) zusammenfassend dargestellt.
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Holodynski (1999, Holodynski, & Oerter 2008) hat diesen Prozess der Feinabstimmung zwischen Bezugsperson und Kind sorgfältig analysiert und fünf Phasen
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im Übergang von der Co-Regulation zur Selbstregulation differenziert8.
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Neben der Regulation geht es um die Affektabstimmung (»affect attunement«
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nach Stern 1992), dabei steht die Richtung der Affekte, z. B. Neugier vs. Furcht
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angesichts eines unbekannten Objekts, mit Unterstützung der Bezugspersonen im
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Vordergrund. »Das affektive Erleben ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass ein
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Mensch von einem anderen in seinem Erleben verstanden werden kann (…) andere
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Menschen können sich in das Baby einfühlen, können sein Erleben erkennen, verstehen und das Kind in diesem mehr oder weniger akzeptieren« (Biermann-Ratjen
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2002, S. 18).
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In diesen schon Ende des ersten Lebensjahres hoch bedeutsamen Prozessen liegen
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zugleich die Wurzeln für die Herausbildung von Empathie und emotionaler Perspektivenübernahme, die ihrerseits eine wichtige Mediatorvariable z. B. für die
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»Eindämmung« aggressiven und die Ausbildung prosozialen Verhaltens darstellt
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(Eisenberg 2000, Richardson et al. 1998, Petermann & Wiedebusch 2003, Essau &
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Conradt 2004). Fonagy et al. (2002) betonen in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Entwicklung der »Mentalisierung«, also der Fähigkeit, sich und andere
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Personen als (eigenständige) Wesen mit geistig-seelischen Zuständen betrachten zu
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können (s. u.).
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Weiterhin liegen in diesen frühen Prozessen der Affektabstimmung mit großer
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Wahrscheinlichkeit Wurzeln für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Emotionsregulation: Auf sehr feine Weise werden Mädchen eher »unterstützt« aufbrausende Emotionen herunter zu regulieren und mimisch und gestisch für prosoziales
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Verhalten bestärkt –Jungen hingegen werden eher in expansiverem Emotionsausdruck »geduldet« bzw. unterstützt. Spätestens im Vorschulalter zeigt sich dann, »dass
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Mädchen über eine bessere Emotionsregulation« verfügen (Zahn-Waxler et al. 1996,
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nach Petermann et al. 2001, S. 17; vgl. auch Petermann & Wiedebusch 2003).
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In den Prozessen der Emotionsregulation und Affektabstimmung liegen starke
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Quellen für Entwicklungsstörungen: Die Bezugspersonen können z. B. die (emotionalen) Spannungen von Kindern nicht adäquat »herunterregulieren« oder sie
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»überregulieren«; dies kann dann zu einer dauerhaften dysfunktionalen Emotionsregulation führen, mithin zu einem interaktionellen »Teufelskreis«: Wenn das Kind
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die Erfahrung macht, dass seine Erregung bzw. innere Spannung nicht durch die
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bzw. zusammen mit der Bezugsperson reduziert werden kann, bleibt es in einem
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permanenten Spannungszustand, der durch Aktivitäten wie Schreien usw. aufrecht
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erhalten wird. Dadurch steigen die Spannungen bei der (überforderten) Bezugsperson, es kommt zu negativen Emotionen, die die Unruhe beim Kind wiederum
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verstärken. Der Prozess dieser dysfunktionalen Regulation und der Herausbildung
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8 Eine differenzierte Darstellung der Entwicklung der Affekt- und Emotionsregulation findet
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sich in Rönnau-Böse & Fröhlich-Gildhoff (2020).
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