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3 Allgemeines Modell der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten
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Tab. 3.1: Prototypen des Bindungsverhaltens
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Bindungstyp
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Charakteristika
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Häufigkeit
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Sichere Bindung
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Vertrauen in die Beziehung (Mutter kommt zurück); Trauer bei Trennung
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50 – 60 %
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Unsicher-vermeidende
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Bindung
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Distanz, Abstand, Vorsicht geg. Beziehung; kein 30 – 40 %
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Kummer bei Trennung; Ignorieren bei Rückkehr;
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teilw. Distanzlosigkeit geg. Fremden
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Ambivalent-unsichere
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Bindung
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Ambivalentes Kontaktverhalten (teilw. Kontakt- 10 – 20 %
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suche, teilw. Ignorieren); Kummer bei Trennung
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wird deutlich und lautstark gezeigt
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Desorganisierte Bindung
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Kein Verhaltensprogramm für Trennungssituati- Restkategorie
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on, z. T. seltsam bizarres Verhalten (Grimassieren, Erstarren)
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Die Bindungstypen der unsicheren Bindung sind nicht als pathologisch zu betrachten, stellen aber ein Entwicklungsrisiko dar: »In einer zunehmenden Anzahl
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von prospektiven Längsschnittstudien wurden Zusammenhänge zwischen einer
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unsicheren Bindung und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder im Vorschul- und im
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Schulalter gefunden« (Brisch 1999, S. 75). Der Typus der desorganisierten Bindung
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steht in engem Zusammenhang mit (späteren) Verhaltensauffälligkeiten (vgl. Brisch
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1999, Fonagy et al. 2004, Strauß & Schauenburg 2017); bei Kindern mit diesem
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Bindungstypus handelt es sich hier um eine spezifische Risikogruppe.
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Hüther (2006) beschreibt enge Zusammenhänge zwischen frühen Beziehungsund Bindungserfahrungen, der Hirnentwicklung und Verhaltensproblemen: »Viel
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stärker als bisher vermutet, werden das sich entwickelnde Hirn und die sich dort
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herausbildenden neuronalen Verschaltungen und synaptischen Netzwerke durch
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die frühen Beziehungserfahrungen strukturiert, die ein Jugendlicher insbesondere
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während der Phase seiner frühen Kindheit macht. Das Gehirn des Menschen ist
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daher, zumindest in all jenen Bereichen, in denen die endgültigen Nervenzellverschaltungen erst nach der Geburt geknüpft und erfahrungsabhängig gebahnt und
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gefestigt werden, ein soziales Konstrukt« (ebd., S. 60). Bestimmte Hirnregionen und
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-strukturen haben sich »als besonders anfällig und durch negative frühe Beziehungserfahrungen (Verunsicherung, Überforderung, Vernachlässigung, Verwöhnung etc.) besonders leicht in ihrer weiteren Ausreifung beeinflussbar… erwiesen«
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(ebd.).
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b)
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Unterstützung kindlicher Emotionsregulation und
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Affektabstimmung
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Die Bezugspersonen unterstützen das Kind bei der (zunehmenden Selbst‐) Regulation seiner Emotionen; nach Papousek (2004) geht es dabei um »die Regulation von
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arousal (Erregung [allgemein, z. B. Schlaf/Wachrhytmus, d.Verf.]), activity (motorische Aktivität), affect (affektive/emotionale Erregung) und attention (Aufmerksamkeit)« (ebd., S. 82).
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