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3.1 Allgemeine Überlegungen
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komplexe Zusammenhänge zu ordnen. Andererseits kommt es durch Rückkoppelungen und die »Verrechnung« von (neuen) Außeneinflüssen immer wieder zu
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einem (partiellen) Zerfall der selbstorganisierten Ordnungssysteme. »Die Möglichkeiten der ›Welt‹ zu begegnen, lassen sich somit zwischen zwei Polen einordnen: Auf
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der einen Seite, im Extrem, finden wir das Chaotische, Unvorhersagbare, Hochkomplexe. Und je mehr wir uns auf die Einmaligkeit von Prozessen einlassen, desto
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weniger haben wir Kategorien zur Hand und können Prognosen aufgrund der
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›Regelmäßigkeiten‹ anstellen; und desto eher sind wir damit der Angst vor Unberechenbarkeit und Kontrolllosigkeit ausgeliefert. Aber desto weniger reduziert ist
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auch unsere Erfahrung, die nun eher die Wahrnehmung von Neuem, Überraschendem und Kreativem zulässt. Im anderen Extrem finden wir die reduktionistische Ordnung; und je mehr wir auf dieser anderen Seite kategorisieren und Regelmäßigkeiten (er)finden, desto planbarer, prognostizierbarer und damit sicherer
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wird unsere Welterfahrung – jedoch erscheinen uns die so behandelten ›Dinge‹ auch
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umso starrer, langweiliger, reduzierter und gleichförmiger« (ebd., S. 21); der Autor
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spricht damit auch eine andere Grunddynamik, nämlich die Polarität von Autonomie und Abhängigkeit an (vgl. hierzu Hufnagel & Fröhlich-Gildhoff 2002,
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Mentzos 2000). Insgesamt haben wir es immer mit Kreisprozessen, sogenannter
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»zirkulärer Kausalität« zu tun (vertiefend: Haken & Schiepek 2006). »Bei der
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Selbstorganisation handelt es sich um einen Prozeß, durch den ein offenes System
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einen neuen Zustand einnimmt, ohne spezifischen, lenkenden Einfluss von außen,
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ohne einen Bauplan oder einen Schöpfer (vgl. Maas & Hopkins 1998). Sie lässt sich
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auch als Fähigkeit eines Systems definieren, aus sich selbst heraus eine neue räumliche, zeitliche und funktionelle Struktur zu erlernen« (Petermann et al. 2004,
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S. 264). Es geht also darum, einerseits immer neue Ordnungsstrukturen zu schaffen
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und gleichzeitig die Offenheit für die Veränderung dieser Strukturen zu erhalten.
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»Im Sinne der Selbstorganisation kann die Entwicklung als deterministischer und
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gleichzeitig stochastischer Prozess gesehen werden« (ebd.). Auch die Entwicklung
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des Gehirns kann als selbstorganisierendes System beschrieben werden, »das anfänglich noch undifferenziert ist, doch aufgrund geringfügiger adaptiver Veränderungen beginnt, sich unter den Systemelementen eine Ordnung herauszubilden.
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Diese Veränderungen können sich verstärken und zu einer positiven Rückkoppelung führen (…)« (ebd., S. 265; vgl. auch z. B. Hüther 2004).
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Vor diesem Hintergrund geht die Entwicklungswissenschaft davon aus, dass sich
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Entwicklungspfade beschreiben lassen, bei denen Verzweigungen zu unterschiedlichen Entwicklungsverläufen führen – wobei, und dies sei noch einmal betont, die
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Entwicklung immer als ko-konstruktiver Prozess zwischen Individuum und Umwelt gesehen wird. Dann kann die Entstehung von Auffälligkeiten »in Übereinstimmung mit dieser Vorstellung als fortschreitende Verzweigung gesehen werden,
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die das Kind von Pfaden abbringt, die zu kompetentem Verhalten führen. Im
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Konzept der Entwicklungspfade lassen sich grob vier mögliche Verläufe unterscheiden, die sich aus der Kombination von Kontinuität und Diskontinuität mit
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einem günstigen bzw. ungünstigen Entwicklungsverlauf ergeben. Sroufe (1997)
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beschreibt sie in seiner schematischen Darstellung als: a) kontinuierliche Fehlanpassung, die in einer Störung mündet, b) kontinuierliche Positivanpassung, c) anfängliche Fehlanpassung, gefolgt von positiven Veränderungen und d) anfänglich
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