30 lines
2.5 KiB
Markdown
30 lines
2.5 KiB
Markdown
WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 298 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
|
||
|
||
Ludger Kühling und Angelika Schmidt
|
||
|
||
1.1 Kontextbedingungen
|
||
Die motivationale Ausgangslage für eine Vor-Ort-Weiterbildung ist
|
||
für die Systemmitglieder unterschiedlich.
|
||
|
||
• Die Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe fühlen sich zu dem Besuch von
|
||
Fort- und Weiterbildungen in systemischer Beratung und Familientherapie aus unterschiedlichsten Gründen motiviert. Zum einen
|
||
möchten sie ihre Handlungskompetenz für ihre momentane Arbeit
|
||
erweitern, zum anderen haben sie das Ziel, sich auf neue Arbeitsfelder jenseits ihrer momentanen Arbeit vorzubereiten. Angestrebt wird
|
||
sowohl die qualitative Verbesserung und Ausgestaltung der momentanen Arbeit als auch die Erhöhung des Marktwerts, die Vorbereitung
|
||
auf neue Arbeitsfelder und Funktionen.
|
||
• Die Motivationslage einzelner Mitarbeiterinnen ist verständlicherweise durch ihre individuellen Interessen geprägt. Die aus dieser Motivation heraus besuchten Weiterbildungen führen nicht notwendig
|
||
zu einer Veränderung der Arbeitsweise an ihrem Arbeitsplatz, eine
|
||
systemisch orientierte Neuausrichtung und Neugestaltung des Arbeitsfeldes ist nicht garantiert. Häufig wird als Grund hierfür angeführt, dass andere Mitarbeiterinnen eben nicht systemisch arbeiten
|
||
und die Fortgebildeten sich von der Einführung neuer Sicht- und Vorgehensweisen überfordert sehen.
|
||
• Aus der Perspektive der Einrichtungen der Jugendhilfe ergibt sich folgendes Bild:
|
||
Die Kinder- und Jugendhilfe steht unter den im KJHG formulierten rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Bereich der erzieherischen
|
||
Hilfen orientiert sie sich an den normativ vorgeschriebenen Leitideen
|
||
der partizipativen Hilfeplanung und Hilfedurchführung, der Hilfe
|
||
zur Selbsthilfe. Hierbei ist jede Einrichtung aufgefordert, ihre bisherigen Hilfen, auch unter der Berücksichtigung engerer finanzieller
|
||
Rahmenbedingungen, entsprechend den normativen Leitideen – den
|
||
konkret definierten Hilfebedarfen – weiterzuentwickeln, zu organisieren und ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Um die adäquate Gestaltung des Systems zu gewährleisten, ist die kompetente Anwendung
|
||
von Instrumenten des Qualitätsmanagements, der betriebswirtschaftlichen Steuerung von Organisationen und des ressourcenaktivierenden Arbeitens in lokalen Netzwerken nützlich und hilfreich.
|
||
|
||
Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen, werden an pädagogische Mitarbeiterinnen in der Jugendhilfe hohe Ansprüche an die
|
||
Kompetenzen des Arbeitens mit unterschiedlichsten Systemen gestellt: ressourcenorientierte Beratungs-, Erziehungs- und Betreuungs298
|