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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 275 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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11. Familienorientierung in einem kommunalen Jugendhilfenetzwerk
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ach 1200 Euro pro Monat und Kind (bezogenen auf die Viertagewoche
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der Elternschule), die Elternschule kostet 800 Euro pro Monat und
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Kind inklusive einer 14-tägigen Freizeit, an der die gesamte Familie
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teilnimmt.
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3.4 Ein Fallbeispiel aus der Elternschule
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Die 35 Jahre alte, allein erziehende Frau B. gilt als alkoholkrank, ihr elfjähriger Sohn Michael besucht die Förderschule, die neunjährige
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Tochter Claudia die dritte Klasse einer Grundschule. Der von ihr getrennt lebende Ehemann und Vater der Kinder zahlt regelmäßig Unterhalt und bezeichnet sich als trockenen Alkoholiker. Die schon
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länger durchgeführte Familienberatung hatte bislang keine positiven
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Effekte, weshalb die Familienberaterinnen vorschlugen, Frau B. und
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ihre Kinder in die Elternschule aufzunehmen. Das Team der Elternschule kannte die beiden Kinder bereits aus einer Freizeit.
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Zum ersten vereinbarten Gespräch in der Elternschule erschien
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Frau B. angetrunken, die Kinder wirkten äußerlich vernachlässigt. Es
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wurden Frau B. trotzdem das Konzept vorgestellt, eine Woche Bedenkzeit vereinbart und ein Termin, zu dem die Kinder in die Elternschule
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kommen können, wenn Frau B. sich für eine Mitarbeit entscheidet.
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Frau B. und die Kinder erschienen zu diesem Termin nicht. Das
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Team erfuhr später, dass Frau B. sich Mut angetrunken hatte und die
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Sozialhilfezahlung abwarten wollte, damit alle drei vor dem Beginn
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der Elternschule zum Friseur gehen könnten. Frau B. erschien mit ihren Kindern zu einem späteren, nicht vereinbarten Termin in der Elternschule. Alle wirkten »gepflegter«, und Frau B. war bereit, die Mitarbeit in der Elternschule zu beginnen. Sie wollte möglichst jeden Tag
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in der Elternschule mitarbeiten, da sie hoffte, die Tagesstruktur könne
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ihr helfen, weniger Alkohol zu trinken.
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In der Familie B. zeigte sich sehr deutlich, dass die Kinder, vor
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allem Michael, viel Elternverantwortung übernommen hatten. Die Elternkompetenz von Frau B. war bislang noch wenig entwickelt. Aber
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sie zeigte schon zu Beginn der Elternschule Ressourcen im hauswirtschaftlichen Bereich. Deshalb wurden ihr entsprechende Aufgaben
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übertragen, die sie kompetent erledigte. Durch die immer wieder geäußerte Wertschätzung fühlte sie sich angenommen und akzeptiert,
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in ihren Ressourcen »gut« eingesetzt.
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Die Erarbeitung elterlicher Kompetenz wurde sehr behutsam angegangen, denn Frau B. fühlte sich in diesem Bereich als »Versage275
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